Hunger: der Diät-Feind Nummer eins | EAT SMARTER
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Sophia Thiel
Hunger: der Diät-Feind Nummer einsDurchschnittliche Bewertung: 3.8155

Wann muss man wirklich essen?

Hunger: der Diät-Feind Nummer eins

Schlank werden, schlank sein, schlank bleiben – das ist gar nicht so einfach. Die Auswahl an (kalorienreichen) Köstlichkeiten ist heute groß wie nie. Wer da Heißhunger nicht von echtem Hunger unterscheiden kann, hat bald ein im wahrsten Sinne des Wortes ein dickes Problem.

Heißhunger vs. Hunger

Wir leben in einem kulinarischem Überflussland. Von allem gibt es genug und vor allem reichlich Auswahl: Kekse in zig Sorten, Softdrinks in bunten Zuckerfarben aufgereiht, Konditortorten aus der Tiefkühltruhe, Fertiglebensmittel als schnelle Sattmacher.

Durch die riesige Auswahl werden wir nicht gerade zur Disziplin gezwungen, sondern müssen – sofern wir auf unsere Gesundheit und Figur achten – selbst dafür sorgen, zu gesunden Lebensmitteln zu greifen und unsere Kalorienzufuhr im Auge zu behalten. Bei so vielen Reizen kennen viele von uns ein Gefühl nur zu gut: Heißhunger.

Er kommt plötzlich, treibt uns meist in die Fett- oder Zuckerfalle und kann neben einem schlechten Gewissen vor allem auf Dauer ein paar Kilo mehr auf die Waage bringen. Das Gefühl für echten Hunger hingegen ist vielen verloren gegangen.

Heißhunger: Mangel an Disziplin oder Kopfsache?

Forscher vermuten inzwischen, dass neben mangelnder Disziplin auch bestimmte Gehirnregionen mit den Heißhungerattacken der Moderne verknüpft sein könnten. Und zwar genau die, die auch unsere Gefühlswelt steuern. Bedeutet: Heute essen wir oft, um damit bestimmte Gefühle in uns zu erzeugen. Und funktioniert das, wird man zum Wiederholungstäter.

Durch Essen ausgelöst werden können z.B. Glücksgefühle, Gefühle der Befriedigung, Erleichterung und auch Beruhigung. Leider, so fanden Forscher heraus, sprechen vor allem ungesunde Lebensmittel die Belohnungszentren der Gefühlsesser an. Allen voran Schokolade. Schon beim Anblick von Schokolade geht es vielen von uns besser.

Kein Wunder, dass man zum Riegel greift, sobald in einer emotional stressigen Situation der Heißhunger an die Tür klopft. Es ist also wichtig, das Gefühl für echten Hunger wieder zu erlernen.

Wie unterscheidet man Hunger und Heißhunger?

Echter Hunger... Heißhunger...

... macht sich langsam bemerkbar, wird dann immer stärker.
... führt zu Magenknurren.
... entsteht unabhängig von äußeren Reizen und tritt auch dann auf, wenn man gerade abgelenkt ist.
... ist meistens abgekoppelt von der Lust auf spezielle Speisen. Die Stillung des Hungergefühls steht im Vordergrund, nicht die Lust auf ein bestimmtes Essen.
... lässt sich etwas hinauszögern, bevor man ihn stillt.

... tritt plötzlich und unerwartet auf.
... macht Lust auf ganz bestimmte Speisen ("Jetzt ein Stück Schokolade!")
... entsteht häufig durch äußere Reize (Blick in die Auslage einer Bäckerei, Geruch bestimmter Speisen etc.).
... will sofort befriedigt werden.
... zieht häufig ein schlechtes Gewissen nach sich.

Die besten Anti-Hunger-Strategien

Wer sich nicht ständig mit ungewollten Hunger-Attacken herumplagen will, sollte bei der täglichen Ernährung ein paar Dinge beachten:

Möglichst regelmäßig essen. Regelmäßige Mahlzeiten halten den Blutzuckerspiegel konstant und bremsen Heißhungerattacken aus.

Keine strikten Verbote. Lieber ab und an ein Mini-Stück Schokolade essen, als sich strikt alles Süße zu verbieten und dann über die ganze Tafel herzufallen.

Ablenkungsmanöver ausprobieren. Kaugummi Kauen, ein Glas Wasser trinken, Zähne putzen, kurz vom Schreibtisch aufstehen: Meist geht der akute Heißhunger dann von allein vorbei.

Auf die echten Satt-Signale des Körpers hören. Rund 20 Minuten dauert es nach einem Essen, bis unser Gehirn das Signal "Ich bin satt!" gesendet bekommt. Wer zu schnell isst, verpasst diesen Punkt und nimmt unnötig viele Kalorien zu sich.

Ausreichend trinken. Am besten 1,5 – 2 Liter Wasser oder ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee pro Tag trinken.

Künstliche Aromen meiden. Chips mit Speck-Geschmack, "Hühnersuppe" aus der Tüte – künstliche Aromen verstärken den Appetit. Man will mehr und greift statt nur zu ein paar Chips gleich zur ganzen Tüte.

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