Verlängert kalorienarme Kost das Leben? | EAT SMARTER
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Sophia Thiel
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Neue Studie

Verlängert kalorienarme Kost das Leben?

Kalorienarme Kost: Möhren gehören dazu. © Igor Mojzes - Fotolia.com Kalorienarme Kost: Möhren gehören dazu. © Igor Mojzes - Fotolia.com

Kalorienreduziert essen und steinalt werden – eine wunderbare Vorstellung. Zumindest bei Fadenwürmern scheint dieses Prinzip zu funktionieren. Forscher des Max-Planck-Instituts für die Biologie des Alterns fanden heraus, dass ein bestimmter Hormon-Rezeptor der Kleintiere verantwortlich dafür ist, dass ihre Lebenserwartung bei richtiger Ernährung um bis zu 25 Prozent steigt. Das Besondere: Auch Menschen besitzen ein Rezeptorprotein, das ähnlich funktioniert. Kann kalorienarme Kost also tatsächlich unser Leben verlängern?

Kalorienarm essen – und das ein Leben lang. Zugegeben: Diese Vorstellung klingt nicht gerade verlockend. Doch glaubt man Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für die Biologie des Alterns könnte kalorienarme Kost in Kombination mit bestimmten Rezeptoren im Körper der Schlüssel für ein besonders hohes Lebensalter sein.

Kalorienarme Kost und ein spezieller Hormon-Rezeptor

Anhand einer Studie mit Fadenwürmern fanden die Forscher heraus, dass die Lebenserwartung der Winzlinge um bis zu 25 Prozent steigt, sofern der sogenannte Hormonrezeptor NHR-62 aktiv ist und gleichzeitig eine Kaloriendiät erfolgt. Ein Untersuchungsergebnis, das sich bereits vor Jahrzehnten andeutete: Bereits 1977 entdeckten US-Wissenschaftler, dass der Fadenwurm Caenorhabditis elegans durch bestimmte Diäten deutlich länger lebte. Doch nun ermittelten die Kölner Forscher um Dr. Adam Antebi erstmals den Grund dafür: So können die nuclear hormone receptors (NHRs), sogenannte Genschalter, welche die körperliche Entwicklung, den Stoffwechsel sowie die damit verbundenen Gen-Ausprägungen regulieren, in Verbindung mit einer Kaloriendiät metabolische Veränderungen hervorrufen, welche die Lebenserwartung deutlich steigern.

Weitere Forschungen sind nötig

Eine entscheidende Rolle spielt dabei offenbar ein bestimmtes Hormon. Es scheint die Lebensspanne über NHR-62 zu kontrollieren, wie Dr. Antebi betont: „Wenn wir dieses Hormon finden und dem Wurm verabreichen, könnten wir möglicherweise seine Lebenszeit auch ohne den Umweg über die Kalorienzufuhr verlängern.“

Der Mensch besitzt ähnliche Rezeptoren wie der Fadenwurm

Falls Sie sich jetzt fragen, welchen Nutzen all diese Untersuchungen für den Menschen haben – ganz einfach: Die NHR-62-Rezeptoren des Fadenwurms sind den menschlichen, sogenannten HNF-4 alpha-Rezeptoren äußerst ähnlich. Nicht zuletzt deshalb nehmen die Forscher des Max-Planck-Instituts an, dass HNF-4 alpha – neben verschiedenen anderen Genen – auch das maximale Lebensalter des Menschen beeinflussen und kontrollieren könnte.

Die Rezeptoren bleiben im Fokus der Wissenschaft

Um die Vermutungen zu verifizieren, sind allerdings weitere, umfangreiche Untersuchungen nötig. Die Rezeptoren werden dabei im Fokus stehen.

(jad)

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Das eine schließt das andere ja nicht aus. Wenn bei Studien die Altersterblichkeit statistisch erfasst wird, dann sind da ja auch durch Krankheit kurzfristig dünn gewordene drin. Man sollte sich sein Übergewicht nicht schönreden (lassen). "Etwas" Übergewicht haben Leute, die nach außen auf den ersten Blick schlank aussehen. Dicke Leute haben nicht "etwas" übergewicht. Undf man kann sich auch mit gesunden Lebensmitteln "übergewichtig" machen. Unterm Strich (normaler Menschenverstand) ist schlank auch gesünder. Oder besser: Schlank und fit, nicht schlank und schlapp. Kräftig und fit dürfte auch gesund sein. Fett und schlapp ist es sicher nicht.
 
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde das Gegenteil behauptet. ;-) Wer leicht übergewichtig ist, der lebt am längsten, hieß es. Ich fürchte, auch in der Wissenschaft geht man voreingenommen ans Werk und oft muss man hinterfragen, wer der Auftraggeber und/oder Geldgeber der jeweiligen Studie ist. Will ich beweisen, dass Übergewicht gut ist, finde ich diese Beweise. Will ich beweisen, dass Untergewicht förderlich ist, dann finde ich auch dafür Beweise. Irgendein Tier wird es schon geben, das die jeweilige Theorie bestätigt. Ich bin aber weder ein Fadenwurm, noch eine Maus oder sonstein anderes Tier, ich bin ein Mensch. Deshalb beeindrucken mich derartige Forschungsergebnisse herzlich wenig.
 
In der Medizin ist es wie mit den Moden, mal sind die Röcke kürzer, mal länger.Obwohl in einer riesengroßen Studie bei Kodak USA die Frage, ob der Salzkonsum Einfluss auf den Blutdruck habe eindeutig negativ beantwortet wurde, wollen die Doktoren nicht von dem bekannten Bösewicht Salz lassen. Lebenslange kalorienarme Kost lässt auf einen schlanken Menschen schließen. Nun ist es aber dummerweise erwiesen, dass Mollige eine höhere Lebenerwartung haben als die lebenslang Dünnen. Derlei Irrtümer ziehen sich durch die ganze Medizin. Es ist zum Beispiel kaum zu glauben, dass Ärzte und Zahnärzte keine Ahnung haben, was beim Kauakt eigentlich passiert. Und das obwohl der gesunde Menschenverstand und auch der Verlauf der Kaumuskelfasern eine ganz andere Interpretation geradezu aufzwingen. Lasst euch nicht entmutigen, ihr Molligen. Allen Unkenrufen zum Trotz lebt ihr doch am Längsten.