Im Check: die Fat-Flush-Diät | EAT SMARTER
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Sophia Thiel
Im Check: die Fat-Flush-DiätDurchschnittliche Bewertung: 4.5152

Pfunde einfach wegspülen?

Im Check: die Fat-Flush-Diät

Was taugt die Fat-Flush-Diät Was taugt die Fat-Flush-Diät

Sechs Kilo weniger in nur zwei Wochen - mit der Fat-Flush-Diät angeblich kein Problem. Der strikte Diätplan will Entgiftungs- und Abnehmprogramm zugleich sein und soll mit kalorienarmen Gerichten und einem "Long-Life-Cocktail" den Stoffwechsel ankurbeln und das Fett zum Schmelzen bringen. Aber lassen sich überschüssige Pfunde wirklich einfach "wegspülen"?

Fett einfach wegspülen? Geht das? Laut Ann Louise Gittleman ist das kein Problem: Die amerikanische Ernährungswissenschaftlerin ist Erfinderin der Fat-Flush-Diät, mit der man in 14 Tagen bis zu sechs Kilogramm Gewicht verlieren soll. Gittleman's strikter Diätplan soll den Stoffwechsel anregen, die Leber entgiften und überschüssiges Fett so einfach wegspülen. Neben strikten Ernährungsregeln spielen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, viel Bewegung, ausreichend Schlaf und auch Nahrungsergänzungsmittel eine Rolle bei dieser Diät.

Fat-Flush-Diät: das steht auf dem Diät-Plan

14 Tage lang nimmt man täglich höchstens 1.200 Kalorien zu sich. Viele Proteine, wenig Kohlenhydrate und kaum Fett - auf dem Fat-Flush-Speiseplan stehen frisches Gemüse, Obst, Eier, Fleisch, Fisch, Geflügel und Tofu. Nicht erlaubt sind Brot, Nudeln, Müsli, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Milch und Milchprodukte, Margarine, Salz, Zucker, Süßstoff, Cola, Limonaden, Alkohol und Kaffee. Zur begrenzten Auswahl an Lebensmitteln kommen strenge Ernährungsregeln. Zwei Beispiele: Obst und Gemüse werden niemals zusammen gegessen und das Trinken beim Essen ist verboten. Zudem müssen täglich zwei Esslöffel Leinöl, zwei Eier und zwei Gläser eines speziellen "Long-Life-Cocktails" verzehrt werden. Was sich wie ein Zaubertrunk anhört ist nichts weiter, als eine Schorle mit Cranberrysaft, gemixt mit einem Esslöffel gemahlener Leinsamen. Außerdem arbeitet die Diät mit Nahrungsergänzungsmitteln, die Omega-6-Fettsäuren, Vitamine und Mineralien liefern - das 30-Tage-Set kostet rund 60 Euro. Mit dem Ziel einer langfristigen Ernährungsumstellung werden Kohlenhydrate und Milchprodukte nach den ersten zwei Wochen langsam wieder in den Speiseplan integriert.
 

Die Fat-Flush-Diät ist wissenschaftlich umstritten

Die Wirkung sogenannter Entgiftungs- und Detox-Diäten ist wissenschaftlich nicht belegt. Der schnelle Gewichtsverlust ist wahrscheinlich einzig auf die sehr geringe Kalorienzufuhr zurückzuführen. Ob durch die strikten Regeln tatsächlich auch der Stoffwechsel angeregt wird, ist fraglich. Es kann sogar passieren, dass der Stoffwechsel herunter fährt, das begünstigt später den Jojo-Effekt. Weiterer Minuspunkt: Bei der Fat-Flush-Diät steht täglich Fleisch auf dem Speisezettel. Ein Ansatz, der sich nicht mit den gängigen Empfehlungen einer gesunden Ernährung deckt. "Die Fat-Flush-Diät erweckt einen eher unseriösen Eindruck," findet auch Diplom-Ökotrophologin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die Diät sei insgesamt recht unausgewogen. "Auf Dauer fehlen Kohlenhydrate, Ballaststoffe und essentielle Fettsäuren wie Omega-6-Fettsäuren," so Gahl. Durch den fehlenden Verzehr von Milchprodukten, könnte auch die Calciumzufuhr kritisch sein. Auch die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln ist äußerst umstritten.

Fazit

Die Fat-Flush-Diät ist wissenschaftlich umstritten und wird von Ernährungsexperten kritisch gesehen. Um mit der Diät abzunehmen, erfordert es viel Disziplin und Durchhaltevermögen. Die Fat-Flush-Regeln sind sehr strikt, die Kalorienzufuhr äußerst gering. Man wird sicherlich abnehmen – zu dauerhaftem Gewichtsverlust eignet sich die Diät laut allerings nicht. Da täglich Fleisch gegessen wird ist die Diät nicht für Vegetarier geeignet. Zudem kostet das Konzept viel Zeit und Geld: die Planung ist aufwendig, die Nahrungsergänzungsmittel sind teuer.

Tipp: Wer langfristig und gesund abnehmen möchte, sollte sich nicht zu strengen Plänen unterwerfen und seine Ernährung mit Bedacht umstellen. EAT SMARTER verrät, wie das funktioniert: 5 Grundregeln für eine gesunde Ernährung. dwi

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Wie immer, wenn Frau Gahl einen Kommentar abgibt, beschleicht mich ein komisches Bauchgefühl, und ich frage mich, von was hat die Frau Ahnung. Ist sie auf dem Stand der aktuellen Wissenschaft????? Eine gewisse Zeit Kohlenhydrate einzuschränken oder zu meiden ist die einzige Möglichkeit der "Fettsucht" in Deutschland vorzubeugen. Man kann doch überall nachlesen, dass wir auf diesem Gebiet in Europa führend sind - traurige Tatsache!! Nächster Punkt: wenn ich jeden Tag in ausreichender Menge Obst und Gemüse esse, dann nehme ich auch Ballaststoffe zu mir. Selbst die DGE empfiehlt ja mittlerweile 7 Portionen am Tag, bloß das schafft halt kaum jemand. Fazit: ich muss meine Nahrung mit Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Ballaststoffen aufpeppen. Es geht nicht anders!!!!Und wenn ich dann lese die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln ist umstritten, bekomme ich soooooo einen Hals. Es gibt tausende von seriösen Studien und Untersuchungen die das Gegenteil beweisen. Man muss sich halt nur die Mühe machen und genau hinschauen. NEM ist nicht gleich NEM, da werden Äpfel mit Eiern verglichen und die Menschen für dumm verkauft. Die Lobby der Pharmaindustrie ist halt immer noch mächtig genug. Schon mal überlegt wen sie sponsert??? Nächster Punkt: "essentielle Fettsäuren, wie Omega-6 fehlen". Da muss ich ja nur lachen. Die Krux ist doch, dass wir davon viel zu viele aufnehmen!!! Es fehlen uns Omega-3 Fettsäuren, und die sind nun mal im Fisch, der ja auf dem Speiseplan steht. Nächster Punkt: Milchzufuhr - es fehlt an Calcium. Brauchen wir denn unbedingt Milch? Wieviel Calcium ist denn wirklich drin, und wenn, können es unsere Zellen überhaupt aufnehmen? Warum haben denn so viele Menschen eine Milchunverträglichkeit? Wir müssen doch nur in die Natur schauen. Ich habe noch keine ausgewachsene Kuh gesehen, die noch bei der Mutter Milch saugt!! Fazit: ich finde es schlimm, wenn Wischi-Waschi verbreitet wird, Meinungen übernommen werden, ohne hinterfragt zu werden. Wenn das alles stimmen würde, was uns die DGE "erlaubt", dann müssten wir doch alle sooooo gesund sein. Die Weltgesundheitsorganisation sagt, dass 8 von 10 Krankheiten ernährungsbedingt sind. Warum wird darüber so wenig nachgedacht??? Ich wäre glücklich, wenn mehr Menschen aufwachen würden!!