Die zehn wichtigsten Diäten im Check – Teil 2 | EAT SMARTER
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Sophia Thiel
Die zehn wichtigsten Diäten im Check – Teil 2Durchschnittliche Bewertung: 4.31523

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Die zehn wichtigsten Diäten im Check – Teil 2

Hier sind weitere fünf Diäten im Check. © Warren Goldswain - Fotolia.com Hier sind weitere fünf Diäten im Check. © Warren Goldswain - Fotolia.com

Welche Diät ist wirklich effektiv und von welcher Abnehmmethode sollte man besser die Finger lassen? Auch in Teil zwei unserer Serie „Diäten im Check“ nehmen EAT SMARTER-Experten fünf der wichtigsten Abnehmmethoden unter die Lupe.

Bereits in Teil 1 unserer Serie haben EAT SMARTER-Experten fünf der zehn beliebtesten Diäten unter die Lupe genommen. Heute fällt der Fokus auf die restlichen fünf. Prinzip, Wirkung, Hintergrund und Expertenurteil – seien Sie gespannt auf die fachkundigen Beurteilungen.

Metabolic Balance

DAS PRINZIP: Bei Metabolic Balance handelt es sich um eine Stoffwechsel-Diät, bei der nach einer Blutuntersuchung ein individueller Diätplan entwickelt wird. Das Prinzip folgt vier verschiedenen Phasen.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: Die Blutanalyse soll dabei helfen, individuelle Ernährungsregeln zu erstellen und die Erfolgsaussichten der Diät zu verbessern. Ziel ist eine „seriöse Stoffwechselumstellung“.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: 2001 entwickelte der Münchener Internist Dr. Wolf Funfack gemeinsam mit Silvia Bürkle, Ingenieurin für Ernährungstechnik, das auf einer Blutanalyse basierende Programm.

DAS SAGT UNSERE EXPERTIN JESSICA HOFFMANN:

Das Problem bei dieser Methode ist, dass sie weder geschmackliche Vorlieben noch den Alltag mit seinen Verlockungen oder Schwierigkeiten berücksichtigt.

Durch das Stufenprinzip ist die Gefahr von Rückfällen groß, denn alte Essgewohnheiten können wiederkehren. Die starke Restriktion von Sättigungsbeilagen kann zu Heißhunger führen und stigmatisiert einzelne Lebensmittel als „böse“.

Weitere Infos zur Metabolic-Balance-Prinzip gibt es hier.

Schlank im Schlaf

DAS PRINZIP: Abnehmen im Schlaf – klingt himmlisch, ist aber nicht so einfach wie gedacht. Die Methode sieht unter anderem vor, am Abend auf Kohlenhydrate (Nudeln, Brot) zu verzichten.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: Durch den weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate, dem daraus resultierenden, niedrigen Insulinspiegel und einigen Verzehrregeln soll nachts die Fettverbrennung angeregt werden.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: 2006 veröffentlichte der Internist und Ernährungswissenschaftler Dr. Detlef Pape das Buch „Schlank im Schlaf“. Inzwischen gibt es verschiedene Varianten der Diätmethode.

DAS SAGT UNSER EXPERTE PROF. DR. INGO FROBÖSE:

+ Im besten Fall erfolgt auf Basis dieser Diät eine erfolgreiche Ernährungsumstellung, deren Fokus insbesondere auf einer eiweißorientierten abendlichen Ernährung liegt.

Die bei der Diät vorgesehenen Essenspausen von vier bis sechs Stunden erschweren die praktische Umsetzung. Das empfohlene, begleitende Training ist darüber hinaus nicht wissenschaftlich fundiert.

Weitere Infos zum Schlank-im-Schlaf-Prinzip gibt es hier.

Die Sonoma-Diät

DAS PRINZIP: Das Konzept ähnelt jenem der Mittelmeer-Diät. Fisch, Olivenöl, Gemüse – alles ist erlaubt. Begrenzt wird jedoch der Durchmesser des Tellers. Zudem verläuft die Diät in drei Phasen.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: Das nach der kalifornischen Stadt Sonoma benannte Schlankheitskonzept setzt darauf, dass das Bewusstsein für gesunde Lebensmittel wächst und man seine Ernährung langfristig umstellt.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: 2005 erschien „The Sonoma Diet“, verfasst von der Ernährungswissenschaftlerin Dr. Connie Guttersen. Die US-Amerikanerin hat ihr Diätkonzept inzwischen weiterentwickelt.

DAS SAGT UNSERE EXPERTIN ALEXA IWAN:

+ Der grundlegende Ansatz, die Portionsgröße der Mahlzeiten zu reduzieren, ist nicht schlecht, denn tatsächlich essen viele Menschen zu oft deutlich zu große Portionen.

Den tagelangen Verzicht auf Obst und Gemüse zu Beginn finde ich bedenklich. Am Ende macht es leider auch keinen Sinn, einfach nur die Portionsgrößen zu verkleinern – es sollte auch darauf geachtet werden, WAS auf dem Teller ist.

Weitere Infos zur Sonoma-Diät gibt es hier.

Die Steinzeit-Diät

DAS PRINZIP: Essen wie die Höhlenmenschen: Grundlage der auch als „Paleo“ bekannten Steinzeit-Diät sind Eier, Obst und jede Menge Fleisch. Getreide, Zucker und Milchprodukte sind indes tabu.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: Die Steinzeit-Diät soll die Blutzuckerwerte verbessern, Übergewicht vorbeugen und laut einer schwedischen Untersuchung sogar besser sättigen als die bei vielen beliebte Mittelmeer-Diät.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: 1975 zierte der Begriff „Steinzeitdiät“ das Buch des Gastroenterologen Walter L. Voegtlin. Bekannt wurde Paleo in den 1990ern auch durch den US -Amerikaner Loren Cordain.

DAS SAGT UNSERE EXPERTIN JESSICA HOFFMANN:

+ Die Einschränkung von Zucker und Fertigprodukten zugunsten „natürlicher“ Lebensmittel ist sinnvoll.

Nicht zu empfehlen ist der Verzicht auf Hülsenfrüchte, Getreide und (fettarme) Milchprodukte. Sie sind wichtige Nährstofflieferanten und sättigen. Durch den Fleischkonsum nimmt man zudem viele tierische Fette, Cholesterin und Purine zu sich, die in großen Mengen gesundheitsschädlich wirken können.

Weitere Infos zur Steinzeit-Diät gibt es hier.

Volumetrics

DAS PRINZIP: Die Grundannahme lautet: Die Menge des Essens ist für unsere Sättigung entscheidend – nicht der Kaloriengehalt der Speisen. Volumen und Energiedichte von Lebensmitteln stehen im Fokus.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: Wer große Speisemengen mit geringer Kaloriendichte zu sich nimmt, kann laut dieser Theorie Hunger und Gewicht kontrollieren. Schlankmacher sind Wasser, Suppen, Obst und Gemüse.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: 2000 veröffentlichte Ernährungswissenschaftlerin Prof. Barbara Rolls aus den USA ihr erstes Werk zur Volumetrics-Diät, welche auf verschiedenen Laboruntersuchungen basiert.

DAS SAGT UNSERE EXPERTIN ALEXA IWAN:

+ Diese Kostform ist vielseitig, und man lernt, gesunde Lebensmittel auszuwählen. Der Ansatz ist empfehlenswert.

+ Es macht durchaus Sinn, darauf zu achten, Lebensmittel mit hohem Wasser- und Faseranteil zu essen, denn sie sättigen, und es können ohne Probleme größere Mengen gegessen werden. Außerdem isst man hierbei automatisch mehr pflanzliche als tierische Lebensmittel, was durchaus wünschenswert ist.

Weitere Infos zur Volumetrics-Diät gibt es hier.

Hier geht es zu Teil 1 unseres Diät-Checks.

Janina Darm

 

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