Die zehn wichtigsten Diäten im Check – Teil 1 | EAT SMARTER
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Sophia Thiel
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Die zehn wichtigsten Diäten im Check – Teil 1

Hier gibt es fünf Diäten im Check. © viperagp - Fotolia.com Hier gibt es fünf Diäten im Check. © viperagp - Fotolia.com

Endlich abnehmen – das nehmen sich viele Menschen von Zeit zu Zeit immer wieder vor. Doch im Dschungel der Diät-Ratgeber kann man schnell die Übersicht verlieren. Welche Methode ist wirklich effektiv, und welche Versprechen gehören ins Reich der Legenden? In Teil eins unserer Serie „Diäten im Check“ nehmen EAT SMARTER-Experten fünf der wichtigsten Abnehmmethoden unter die Lupe.

Die Hose saß definitiv schon mal lockerer, und die Traummaße 90-60-90 klingen für Sie wie die Formel aus einer anderen Galaxie? Dann heißt es jetzt: Ran an den Speck! 52,9 Prozent der Frauen und 67,1 Prozent der Männer in Deutschland sind laut Ernährungsbericht der Bundesregierung übergewichtig, knapp jeder Vierte ist sogar adipös. Das Problem: Mit den Kilos wächst auch das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes oder das metabolische Syndrom. Höchste Zeit also, etwas gegen die überflüssigen Pfunde zu unternehmen. Doch welche Methode eignet sich am besten, um nachhaltig das Gewicht zu reduzieren?

Sechs von 10 Diäten scheitern am Jo-Jo-Effekt

Radikalkuren zaubern die bereits verloren geglaubten Kilos meist schneller zurück auf die Rippen, als man gucken kann. Laut aktueller Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse scheitern sechs von zehn Diäten am Jo-Jo-Effekt. „Wer übergewichtig ist und abnehmen möchte, kommt um die schmerzliche Wahrheit nicht herum, zu erkennen, dass etwas in seinem Ess- und Bewegungsverhalten nicht stimmt. Energiezufuhr und Energieverbrauch halten sich nicht die Waage“, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Alexa Iwan. Ihr Rat: Nur mithilfe einer langfristigen Ernährungsumstellung und genügend Bewegung werden überflüssige Pfunde tatsächlich verschwinden.

Diätkonzepte gibt es en masse

Ähnlich sieht es EAT SMARTER -Experte Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln: „Diäten können dem Körper gehörig zu schaffen machen und ihn aus dem Gleichgewicht bringen, weil der Kalorienverbrauch dadurch häufig erschreckend weit heruntergefahren wird.“ Die Folge: Isst man nach der Diät wieder normal, zeigt die Waage bereits nach kurzer Zeit das alte Gewicht an. „Häufig bedarf es dann mehrerer Monate, bis der Stoffwechsel wieder einwandfrei funktioniert“, sagt Froböse. Tatsache ist: Wer ein Kilo Körperfettgewebe loswerden möchte, muss rund 7000 Kilokalorien einsparen. Das erfordert nicht nur Zeit, sondern auch Geduld. Der Glaube an Abnehmprogramme, die maximalen Nutzen bei minimalem Aufwand versprechen, ist dennoch ungebrochen. Schlank im Schlaf, Alkaline, Metabolic Balance – Diätkonzepte gibt es en masse. Und fast täglich werden neue Ideen kreiert, die nicht nur Hollywood-Stars, sondern auch Otto Normalverbraucher in Form bringen sollen. Welche Methode funktioniert und wovon man besser die Finger lässt – unsere Experten liefern Antworten.

Die Alkaline-Diät

DAS PRINZIP: Die Diät basiert auf der Annahme, dass Säure produzierende Lebensmittel unseren Körper schwächen. Deshalb werden alkalische Nahrungsmittel (z. B. grünes Gemüse) empfohlen.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: Eine alkalische Ernährungsweise soll die Verdauung fördern, das Risiko von koronaren Herzerkrankungen senken und Müdigkeit bekämpfen. Außerdem wird das Immunsystem gestärkt.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: 2012 wurde die Diät von Ernährungsberaterin Vicki Edgson und Köchin Natasha Corrett kreiert. Sie publizierten das Buch „Honestly Healthy: Eat with Your Body in Mind, the Alkaline Way“.

DAS SAGT UNSERE EXPERTIN ALEXA IWAN:

+ Es wird sehr bewusst auf eine überwiegend pflanzliche Kost gesetzt. Das Prinzip ist uns als Basenfasten oder Säure-Basen-Diät schon länger bekannt.

Ich halte die Säurentheorie für etwas überschätzt, denn grundsätzlich ist der menschliche Organismus gut in der Lage, mit Säuren umzugehen. Ob es also wirklich nötig ist, auf Kaffee zu verzichten – wie bei Alkaline empfohlen – wage ich zu bezweifeln.

Weitere Infos zur Alkaline-Diät.

Die Dash-Diät

DAS PRINZIP: Frisches Obst und Gemüse, wenig Fisch und Fleisch, dafür fett- und salzarme Lebensmittel – so funktioniert die DAS H-Diät. Wer abnehmen möchte, sollte maximal 1500 kcal zu sich nehmen.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: Ursprünglich wurde die Diät für Bluthochdruckpatienten entwickelt. Dass das Ernährungsprogramm bei Anwendern auch das Gewicht reduziert, ist ein willkommener Nebeneffekt.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: 1993 startete die erste von drei Studien, auf der die DAS H-Diät basiert. Das US-National-Institute-of-Health entwickelte das Konzept, das zur besten Diät 2013 gewählt wurde.

DAS SAGT UNSERE EXPERTIN JESSICA HOFFMANN:

+ Die Empfehlungen entsprechen denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und sind nicht wirklich neu, sondern das, was Ernährungsexperten seit Jahren empfehlen: magere Eiweißlieferanten, hochwertige Fettsäuren und eine Betonung pflanzlicher Lebensmittel.

+ Der Name verschafft den klassischen Empfehlungen ein modernes Image – und trägt so vielleicht dazu bei, dass diese Methode mehr Fans findet.

Weitere Infos zur DASH-Diät gibt es hier.

Die Dukan-Diät

DAS PRINZIP: Das Programm setzt auf Eiweiß bzw. tierische Proteine und folgt einem strikten Vier-Phasen-Plan: Zwei Phasen dienen dem Abnehmen, zwei weitere sollen das Wiederzunehmen verhindern.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: Ziel des französischen Arztes und Diäterfinders Pierre Dukan war es, eine Diät zu konzipieren, die langfristige Abnehmerfolge garantiert. Er setzt auf Proteine, da diese lange sättigen.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: 2000 hat Dukan das Buch „Je ne sais pas maigrir“ veröffentlicht. Sein Abnehmprogramm wurde zum Bestseller und mittlerweile in über zehn Sprachen übersetzt.

DAS SAGT UNSERE EXPERTIN ALEXA IWAN:

Hierbei handelt es sich um eine sehr einseitige Kostform mit extrem hohem Anteil an tierischen Lebensmitteln, wodurch die Diät sehr teuer ist.

Der Eiweißgehalt ist viel zu hoch. Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe kommen zu kurz.

Der tagelange Verzicht auf Kohlenhydrate bereitet vielen schlechte Laune. Insgesamt ist die Diät nicht empfehlenswert.

Weitere Infos zur Dukan-Diät gibt es hier.

FdH – Friss die Hälfte

DAS PRINZIP: Von allem die Hälfte – so simpel lautet die Formel von FdH (Friss die Hälfte). Wer Hunger leidet, sollte viel Mineralwasser trinken. Darüber hinaus gibt es keine Ernährungsempfehlungen.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: FdH gilt als Klassiker der sogenannten Reduktionsdiäten. Wer seine Kalorienzufuhr um die Hälfte reduziert, verliert zwangsläufig Gewicht.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: Wann und wie das FdH-Prinzip entstanden ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Der Ursprung liegt jedoch in unserer modernen, auf Schlankheit fixierten Gesellschaft.

DAS SAGT UNSER EXPERTE PROF. DR. INGO FROBÖSE:

+ Eine negative Energiebilanz ist hier Grundvoraussetzung für den Abbau der gespeicherten Energie. Altbewährt, traditionell und effektiv!

Vorsicht: Die Mindestzufuhr an Kalorien muss dem Grundumsatz entsprechen, es darf keine einseitige Reduktion von Energiebausteinen erfolgen. Eine ausgewogene Ernährung ist also die Voraussetzung für den Erfolg von FdH.

Weitere Infos zu FDH gibt es hier.

Die Glyx-Diät

DAS PRINZIP: Die Diät orientiert sich am glykämischen Index (GI) von Lebensmitteln, der aussagt, wie stark der Blutzuckerspiegel ansteigt und Hunger entsteht. Je niedriger der GI, desto besser.

WAS DIE DIÄT BEWIRKEN SOLL: Wer zu Lebensmitteln mit geringem glykämischem Index (Vollkorn, Obst, Gemüse) greift, bleibt länger satt. Die geringere Insulinausschüttung begünstigt den Abbau von Fettdepots.

WIE DIE DIÄT ENTSTANDEN IST: 1999 erfand Journalistin und Ökotrophologin Marion Grillparzer das Wort „Glyx“ und entwickelte das dazu passende Abnehmprogramm. Ihre Bücher wurden zu Bestsellern.

DAS SAGT UNSER EXPERTE PROF. DR. INGO FROBÖSE:

+ Der Schwerpunkt dieser Diät liegt auf dem Ausschluss bzw. der Reduktion „ungesunder“ Kohlenhydrate. Es werden Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischem Index ausgewählt, die länger satt machen und starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels vermeiden.

+ Heißhungerattacken bleiben aus! Eine bewährte Methode, die die zunehmend in die Kritik geratenen Kohlenhydrate in den Mittelpunkt rückt.

Weitere Infos zur Glyx-Diät gibt es hier.

Und in der nächsten Woche werden fünf weitere Diätmodelle unter die Lupe genommen. Seien Sie gespannt.

Janina Darm

 

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