Die Säure-Basen-Diät im Check | EAT SMARTER
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Sophia Thiel
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Übersäuerung?

Die Säure-Basen-Diät im Check

Die Säure-Basen-Diät – Gemüse ist erlaubt Die Säure-Basen-Diät – Gemüse ist erlaubt

Im Mittelpunkt der Säure-Basen-Diät steht die Annahme, dass eine Übersäuerung des Körpers durch Lebensmittel den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringt. Dies soll nicht nur zu einer Vielzahl an chronischen Erkrankungen führen, sondern auch Ursache für Übergewicht sein. Doch was steckt hinter der Theorie der Übersäuerung des Körpers? EAT SMARTER erklärt Ihnen das wichtigste zur Säure-Basen-Diät.

Verschiedene alternative Ernährungslehren setzen auf die Wirkung der Säure-Basen-Diät. Durch den Abbau eines vermeintlichen Säureüberschusses sollen die Pfunde purzeln, aber auch Krankheiten wie Gicht, Arthrose, Rheuma oder Neurodermitis positiv beeinflusst werden.

Was macht die Säure-Basen-Diät aus?

Um der Übersäuerung entgegen zu wirken, werden Lebensmittel in zwei Gruppen eingeteilt: Basische Lebensmittel, zu denen viele Gemüsesorten, Obst, Kräuter, Nüsse, Samen und Trockenobst gehören, sowie säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Fisch. Bei Milch und Milchprodukten gehen die Meinungen auseinander. Bei einigen Formen der Säure-Basen-Diät gelten sie als neutral und dürfen reichlich verzehrt werden. Bei anderen ist auch ihr Konsum beschränkt.

Genussmittel wie Alkohol und Kaffee gehören eindeutig zu den Lebensmitteln die den Säure-Basen-Haushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht bringen sollen und sind verboten. Ein Verhältnis von 70-80 Prozent basischer und 20-30 Prozent säurebildender Lebensmittel soll eingehalten werden, um den Stoffwechsel auszubalancieren.

Was ist dran an der Übersäuerungs-Theorie?

Ein funktionierender Säure-Basen-Haushalt ist tatsächlich essentiell für die Funktion der Zellen und den physiologischen Ablauf der Stoffwechselprozesse in unserem Körper. Auch Lebensmittel haben bedingt Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt.

Im Normalfall aber sorgt das körpereigene Säure-Basen-Puffersystem dafür, dass es zu keiner Übersäuerung durch die Lebensmittelaufnahme kommt. Nur bei gewissen Krankheiten oder bei schweren Funktionsstörungen des Puffersystems, kann es zur sogenannten Azidose, also zur Übersäuerung des Blutes, kommen. Ein solcher Zustand ist zum Beispiel das diabetische Koma. In diesem Fall ist eine rasche ärztliche Behandlung jedoch unabdingbar.

Die Vorstellung von einem übersäuerten Organismus, der den Stoffwechsel beeinflusst, entspricht damit nicht den modernen medizinischen Erkenntnissen über den Säure-Basen-Haushalt.

Kann die Säure-Basen-Diät dennoch sinnvoll sein?

Die Säure-Basen-Diät kommt allen Abnehmwilligen, die ungern Kalorien zählen, sehr entgegen. Denn das lästige Zählen fällt hier weg. Nicht die Kalorien sind bei dieser Ernährungsform entscheidend, sondern die Einteilung in basische und säurebildende Lebensmittel. Da die basischen Lebensmittel in der Regel auch die kalorienärmeren sind, kann durch die Säure-Basen-Diät tatsachlich eine Gewichtsabnahme erreicht werden. Basische Rezepte, die lecker und ausgewogen sind, finden Sie auch bei uns: Beeren Porridge Hirse-Salat Brokkoli-Lauch-Gemüse Süße Hirse auf orientalische Art Birnen-Kiwi-Smoothie Kalte Gemüse-Cremesuppe

Auf Dauer jedoch kann das Verbot von bestimmten Lebensmitteln oder Lebensmittelgruppen zu Gelüsten führen und man wird schnell rückfällig. Außerdem werden gewisse Nährstoffe wie zum Beispiel Eisen und Kalzium, die vor allem in den säurebildenden Lebensmitteln zu finden sind, bei dieser Diät möglicherweise zu wenig aufgenommen. Falls Sie die Säure-Basen-Diät ausprobieren wollen, raten wir Ihnen, dies vorab mit ihrem Hausarzt zu besprechen.  (osw)

 

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Ich kenne eine Frau die Brustkrebs hatte und sich nicht operieren lassen wollte, da sie meinte der Krebs würde sowieso irgendwann wiederkommen. Sie hat dann komplett ihre Ernährung umgestellt und ernährt sich jetzt nur noch basisch, wodurch der Tumor von riesig auf ganz klein geschrumpft ist. Sie weiß zwar nicht ob er jemals weggehen wird aber solange sie sich weiterhin so ernährt scheint er auch nicht wieder zu wachsen. Eine andere Bekannte mit Migräne, die keine Schmerzmittel nehmen kann, hat durch die basische Ernährung weniger Schmerzen. Auch ich muss mich weitgehend basisch ernähren, da ich sonst im Sommer Neurodermitis bekomme und beim schwitzen meine Haut anfängt zu jucken. Ich bin total überzeugt von dieser Ernährungsform und fühle mich seit meiner Ernährungsumstellung viel fitter und ausgewogener und habe auch total abgenommen, da mein Stoffwechsel sich verbessert hat...Ich nehme aber auch jeden Tag Basica.
 
Ich halte die basische Ernährung für das einzig vernümpftige, im Hinblick auf das Zeitalter der Krebserkrankungen. Nachgewiesen ist das solche Gewebsformationen ein saures Milieu lieben, "acidophil". Wenn wir zuviel Fleisch essen unterstützen wir diese acidophilen Gewebe und was dann passiert ist jedem klar. Ich halte darum nichts von diesen Eiweissdiäten.... zum abnehmen prima aber gesund sind die sicher nicht. Steinzeit diät, wir haben uns weiterentwickelt und anderen Lebensumständen angepasst, darum ist Fleisch vielleicht aus der natur in Maassen geniessbar, aber sicher nicht täglich und aus der Massentierhaltung. So natürlich wie möglich kochen, gute Öle und vollwertige KH.
 
Also ich finde es sehr sehr erstaunlich ,was sich diese Verfasser alles an Kritik ausdenken, um die Säure- Basen Ernährungsform schlecht zu machen. Fast überall wird behauptet, man müsse auf tierische Produkte verzichten, so ein Unsinn. Man soll sie nur reduzieren!!! Und das ist denke ich wohl jedem klar, dass man Fleisch, Fisch und Milch und Milchprodukte in Maßen essen soll. Diese Ernährungsform ist die einzig wahre, und alle die das Gegenteil behaupten, haben sich mit diesem Thema entweder noch nicht auseinander gesetzt oder sind Anhänger der Pharmaindustrie.
 
Schon meine Familie wurde basisch ernährt, seit ich in einem Buch über das Problem der Übersäurung gelesen habe. Meinem Mann ist das mit seinem Magen sehr gut bekommen. Heute, mit 86 Jahren bin ich zwingend auf diese Ernährung angewiesen, weil sie mir Schmerzfreiheit beschert - Übrigens zur Überraschung der Schulmediziner.
 
Lustig finde ich eines, was hier überhaupt nicht zum Tragen kommt. Sorgsam wird sowohl im Artikel als auch in den Kommentaren gemieden, daß es in der Säurethematik völlig verschiedene, sogar vollkommen gegenläufige Meinungen gibt. Es gibt nicht DIE Theorie dazu, was denn nun im Endeffekt säurebildend wirkt (vorausgesetzt es ist überhaupt so). Verschiedene Vertreter haben vollkommen konträre Ansichten dazu, welche Lebensmittel denn nun die fiese Säure im Körper bedingen. Also völlig neutral gesprochen: Niemand, der sich nicht dessen bewußt ist und über beide Theorien entsprechend gelesen und eigene biochemische Theorien aufgestellt und verinnerlicht hat, sollte dazu ein Wort verlieren. Nur weil man einmal ein solches Buch einer zufälligen Richtung gelesen hat oder ein bißchen recherchiert hat, kann man nicht sagen "ja klar, das macht Sinn, das Übersäuerungsproblem existiert und wird hervorgerufen durch..." Ich beschäftige mich mittlerweile seit mehreren Jahren mit den komplexen Theorien und habe mir selber noch keine abschließende Meinung gebildet. Kann ich auch nicht, ich bin zwar Akademikerin, aber nicht hinreichend vertraut mit biochemischen Vorgängen und ganz sicher keine Wissenschaftlerin, die selbst Testreihen durchgeführt hat. Selbst die Autoren diverser Ratgeber zu dem Thema sind es meist nicht. Ganz zu schweigen von Kommentatoren hier, die so weit gehen, zu behaupten, etwas sei "seit den 60er Jahren bekannt" o.ä., das ist absurd. Das ist genau so, als würde jemand behaupten, es sei allgemein bekannt, daß der Körper von außen Zucker zuführen muss, weil die DGE das ja schon ewig behauptet. Kaum etwas ist so gut widerlegt wie das und wird noch so munter behauptet, eben so lange, wie ein toter Gaul häufig geritten wird. Wird es deshalb zur Wahrheit, weil es jahrzehntelang stramm behauptet wird? Fazit: Nicht ist gesichert, alles nur medizinischer Klatsch und Tratsch, teilweise mit hanebüchnen "Beweisen". Oder von Ottonormalverbrauchern nicht nachzuvollziehen, da zu wissenschaftstheoretisch. Der einzig sinnvolle Text hier m.E. ist der von schorse. Danke für den Hinweis auf unverarbeitete Lebensmittel. Wer sich daran hält, wird sicher nicht unter dem bösen sauren O-Saft aus der Tüte leiden, der wieder mal das ganze diffizile Gleichgewicht aus den Fugen geworfen hat.

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