Die bekanntesten Diäten im Experten-Check | EAT SMARTER
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Die bekanntesten Diäten im Experten-CheckDurchschnittliche Bewertung: 4.5152

Auf zur Wunschfigur

Die bekanntesten Diäten im Experten-Check

Mehr als die Hälfte der Deutschen ist zu dick. Eine Diät muss her! Doch nicht alle Konzepte sind seriös, einige gesundheitlich sogar bedenklich. EAT SMARTER wollte es genau wissen und hat einen Experten ein paar der bekanntesten Diät-Konzepte beurteilen lassen.

Laut Statistik sind 43 Prozent der Frauen und satte 60 Prozent der Männer in Deutschland zu dick. Und nicht nur jetzt, kurz nach der Urlaubssaison, stellt sich für viele die Frage: Wie nehme ich die Extrakilos möglichst gesund ab? Höchste Zeit für eine Diät! Doch Vorsicht: Nicht jedes Prinzip ist für jeden geeignet. „Während der eine leicht auf Kohlenhydrate verzichten kann, ist genau das für den anderen eine Qual“, so Prof. Ingo Froböse, der für EAT SMARTER ein paar der beliebtesten Diäten bewertet hat. „Man sollte seine persönlichen Vorlieben bei der Auswahl der Diät berücksichtigen.“
 
Dabei gilt es langfristig zu denken – schnelle Erfolge sind meist nur von kurzer Dauer. Meist muss man die Ernährungsgewohnheiten grundsätzlich umstellen, sonst hat man die verlorenen Kilos schnell wieder drauf. „Wer sich nicht genug Zeit zum Abnehmen nimmt und stattdessen radikale Kuren ausprobiert, signalisiert dem Körper einen Notstand. Der Stoffwechsel fährt herunter und bleibt auch nach der Diät oft über Monate niedrig. Wer jetzt wieder normal isst, sitzt in der Jo-Jo-Falle. Dieses Auf und Ab der Kilos ist gefährlich. Und über die Jahre bewegt sich der Zeiger der Waage immer weiter nach rechts“, warnt Prof. Froböse.
 
Am besten schneiden heute moderate Diätkonzepte ab, die den Weg zu einer gesunden Ernährung ebnen. Auf dem Speiseplan stehen viel Gemüse, Obst, mageres Fleisch und Fisch. Doch selbst das beste Diätprinzip ist ohne Disziplin und Konsequenz wertlos. Dabei gilt es auch, nicht zu viel auf einmal zu wollen. „Eine Crash-Diät, kombiniert mit zu hohen Zielen, führt garantiert zu Frust und damit leicht zum Scheitern. Besser ist es, sich moderate Ziele zu setzen“, so Ernährungsexperte Froböse. Sein Tipp: „Streben Sie eine Gewichtsabnahme von zwei Kilo im Monat an, legen Sie sich keine strikten Verbote auf und gehen Sie nach einem festen Plan vor.“ Für EAT SMARTER hat Professor Froböse bekannte Diäten bewertet. Lesen Sie, was an den großen Versprechen der Diätratgeber wirklich dran ist.

Atkins-Diät

Das Konzept
Kohlenhydrate gelten hier als Dickmacher, sie sollen Insulin freisetzen und werden daher stark begrenzt. Dafür gibt es einige fettreiche und eiweißhaltige Lebensmittel satt. Dazu: Viel trinken! Zwei Kilo pro Woche sollen purzeln.
Prof. Froböse
Die radikale Low-Carb-Diät kann durch den übermäßig hohen Fettanteil bei gesunden Menschen den Stoffwechsel aus der Balance bringen. Die Diät liefert weder genügend Obst und Gemüse noch ausreichend Ballaststoffe. Die Empfehlung von Nahrungsergänzungsmitteln ist bedenklich. Von dieser Diät ist abzuraten.

Blutgruppen-Diät

Das Konzept
Je nach Blutgruppe darf man bestimmte Lebensmittel vermehrt oder nur in Maßen essen. Denn die Blutgruppe soll entscheidend dafür sein, wie der Einzelne Nahrung verträgt. Das sei in unserer Evolution begründet.
Prof. Froböse
Einige Empfehlungen der Diät sind wissenschaftlich nicht belegt und zum Teil fehlt jegliche Grundlage für die Theorie. Die Diät ist mit hohen Kosten verbunden, die positive Wirkung ist umstritten. Für den Alltag ist sie nicht tauglich.

Fatburner-Diät

Das Konzept
Bestimmte Biostoffe sollen echte Fettkiller sein. Dazu zählen Eiweiß, Magnesium, Jod, die Vitamine C und B6. Sie sollen ein Schlank-Hormon produzieren. Wer sich entsprechend ernährt, soll bis zu zwei Kilo im Monat verlieren.
Prof. Froböse
Der versprochene Fettabbau bzw. die Fettverbrennung soll durch Fatburner automatisch kräftig angekurbelt werden, wenn man nur genug davon isst. Für diese Behauptung fehlt jegliche wissenschaftliche Grundlage. Die als „Fettkiller“ beworbenen Tees oder Substanzen sind teilweise sogar gesundheitsschädlich. Von der Diätform ist abzuraten.

Glyx-Diät

Das Konzept
Angestrebt wird eine Ernährungsumstellung mit drei Mahlzeiten am Tag und eine Gewichtsabnahme von zwei Kilo die Woche. Als Basis gilt der glykämische Index, der die Wirkung eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel berücksichtigt.
Prof. Froböse
GI-Werte der Lebensmittel in Tabellen machen das Einkaufen und die Zusammenstellung der Mahlzeiten kompliziert. Zu Beginn der Diät ist die Kalorienzufuhr zu niedrig. Nur eingeschränkt alltagstauglich, von der Theorie her aber logisch.

Hollywood-Diät

Das Konzept
Die Diät basiert auf dem Trennkost-Gedanken, dass Kohlenhydrate in Kombination mit Eiweißen dick machen. Sie sollen getrennt werden, dazu gibt es Tropenfrüchte. Versprochener Diäterfolg: bis zu zwei Kilo die Woche.
Prof. Froböse
Vorwiegend tropische Früchte werden verzehrt, die auf Dauer zu teuer und schlecht zu beziehen sind. Die eingeschränkte Kalorienzufuhr mit 800–1000 kcal ist zu niedrig. Eine sehr einseitige Diätform: Sie enthält mit etwa 60 Prozent einen deutlich zu hohen Eiweißanteil. Die Diät ist nicht alltagstauglich und von der Durchführung ist eher abzuraten.

Logi-Methode

Das Konzept
Es gibt eine vierstufige Logi-Pyramide, die Nahrung nach ihrem Nährstoffgehalt einordnet. Am besten sind Produkte, die wenig Zucker und Stärke enthalten, aber viel Wasser und Ballaststoffe. Die Ernährung soll danach umgestellt werden.
Prof. Froböse
Der hohe Obst- und Gemüseanteil und die Empfehlung gesunden Pflanzenöls sind positiv zu beurteilen. Die starke Einschränkung von Vollkornprodukten und Kartoffeln ist langfristig schwer durchzuhalten. Für gesunde Personen ist der relativ hohe Eiweißgehalt der Diät unbedenklich.

Null-Diät

Das Konzept
Beim totalen Fasten verzichtet man über längere Zeit gänzlich auf feste Nahrung. Nur Wasser, ungesüßte Tees und Nahrungsergänzungsmittel sind erlaubt. Bis zu 450 Gramm pro Tag können abgenommen werden.
Prof. Froböse
Das totale Fasten stellt eine besondere Belastung für den Körper dar. Die gesundheitlichen Folgen sind höchst bedenklich. Ein rascher Muskelabbau als unerwünschte Nebenwirkung triff t nach kurzer Zeit auf. Der Jo-Jo-Effekt ist vorprogrammiert. Mangelnde Nährstoffversorgung verursacht eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Die Diät ist nicht empfehlenswert.

Trennkost

Das Konzept
Die Idee: Der Mensch sei nicht in der Lage, Kohlenhydrate und Eiweiße gleichzeitg zu verdauen. Deshalb sollen sie strikt voneinander getrennt werden. 80 Prozent der Lebensmittel sollen basisch sein (Obst, Gemüse).
Prof. Froböse
Die grundlegende Theorie der Trennkost ist wissenschaftlich widerlegt und nicht haltbar. Die Lebensmittelauswahl ist nicht ausgewogen, bei einigen Nahrungsmitteln ist die Trennung nicht möglich. Die Trennkost ist kompliziert und bringt kaum Vorteile, zum Abnehmen nur eingeschränkt geeignet.
 
 
Zum Weiterlesen: In seinem Buch „Das Anti-Jojo-Prinzip“ (GU, 19,99 Euro) gibt Prof. Froböse Tipps, wie man schlank wird und es auch bleibt.
 
 
 
 
 
 
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Die meisten Menschen sind dick, rund und gesund. Warum dann eine Diät??? Diäten sind was für kranke Menschen um ihr Leben angenehmer leichter und lebenswerter zu machen. Zum Abnehmen sollte man seine Nahrungsaufnahme optimieren! Es funktoniert sogar ohne Jojoeffekt.
 
Guten Tag, Sie lassen den Verfasser eines Buches alle anderen Ernährungsformen heruntermachen ? Nur seine nicht ? Dabei haben Sie übersehen, daß z.B. Trennkost keine Diät ist, sondern eine Ernährungsumstellung.... MfG Martha Steffen
 
Vielen Dank, sehr geehrter Herr Professor Froböse, für Ihre aufschlussreiche DIÄT-Analyse. Wir haben es ja schon immer gewußt: Die beste Methode istund bleibt: ... FDH, Ausgewogenheit sowie Obst und Gemüse. Meine Frage: Würden Sie unter Umständen die Methode 'metabolic-balance' empfehlen können? Im voraus vielen Dank für Ihre Antwort. Gruß Hermann Pröpsting