Unser täglich' Brot: Foodblogs für das alltägliche Leben | EAT SMARTER
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Unser täglich' BrotDurchschnittliche Bewertung: 4153
15. Januar 2014

Unser täglich' Brot

Immer einen Besuch wert: Meine Lieblings-Foodblogs Immer einen Besuch wert: Meine Lieblings-Foodblogs

Ich lese Koch- und Backbücher wie andere Romane: Auf der Couch sitzend, eine Tasse Tee in der Hand, tauche ich ein in ferne Länder und fremde Kulturen. Sei es Jamie Oliver, der mich in die Geheimnisse der italienischen Kochkunst einweiht, Yotam Ottolenghi, der mir seine Heimat Jerusalem vorstellt oder Stevan Paul mit einer Einführung in die vegetarischen Köstlichkeiten der deutschen Küche: Ein Kochbuch zu lesen bedeutet für mich jedes Mal, eine neue Welt zu erkunden.

Allerdings muss ich zugeben: Zwar wühle ich mich gerne Seite um Seite durch die neuesten, angesagtesten und bewährtesten Koch- sowie Backbücher; meist habe ich sogar ein Post-It zur Hand und markiere alle Seiten, deren hübsch inszenierten Fotos und lecker klingenden Rezepte mir das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Aber nachkochen? Dazu kommt es, obwohl ich täglich in der Küche stehe, selten. 
Anstatt die Supermärkte nach außergewöhnlichen, beispielsweise asiatischen, Zutaten zu durchforsten oder Kuchenteige stundenlang im Kühlschrank ruhen zu lassen, wie es die Gerichte in aufwendig produzierten Kochbüchern oft voraussetzen, habe ich vor ein paar Jahren begonnen, im Netz nach eher alltäglicherer „Foodspiration“ zu suchen. 

Während sich das Angebot an Foodblogs im Web vor rund zwei Jahren zwar noch auf wenige Titel beschränkte, die jedoch nicht nur durch fabelhaft aufbereitete Rezepte, sondern zusätzlich mit anschaulichen Fotos und inhaltsstarken Texte glänzten, ist das Angebot an inter- sowie nationalen Foodblogs heute kaum mehr überschaubar. 

Zu meinen absoluten Lieblingsblogs der ersten Stunde zähle ich Smitten Kitchen: ein recht schlichter Blog, den die New Yorkerin Deb Perelman aus ihrer winzigen Küche im Herzen Manhattans betreibt. Ihre Gerichte sind meist bodenständig und beinhalten genau die Zutaten, die auch mein „täglich’ Brot“ in der Küche darstellen: saisonale Gemüsesorten, Pasta- und Reisvariationen, die Deb in minimalem Aufwand zu servierfähigen Speisen zubereitet. Ihre Texte haben mich vom ersten Blogbesuch an gefesselt, indem sie meist über das hektische Leben in Manhattan, ihren chaotischen Sohn im Kleinkindalter oder die kleinen Missgeschicke aus ihrer Küche berichtet.

Auch auf der Suche nach neuen süßen Rezepten halte ich mich an englischsprachige Blogs: Joy the Baker erzählt in ähnlich charmantem Stil wie Deb von „Smitten Kitchen“ über ihre Vorliebe für alles, das süß ist – und stellt nebenbei unglaublich kreative, trotzdem leicht nachbackbare Kuchen, Cupcakes und Kekse vor. Mein ganz persönlicher Favorit sind Joy’s Pancake-Rezepte: der perfekte Start in einem gemütlichen Sonntag.

Doch auch unter den deutschen Fotografen und Foodjournalisten habe ich mittlerweile eine ganze Reihe alltagsfähiger Foodblogs ausmachen können, die mich durch ihre schönen Fotos und ausgefallenen Texte zu neuen Gerichten inspirieren: Auf Lykkelig, dem Koch- und Backblog der Hamburgerin Rike, zum Beispiel, schaue ich wöchentlich vorbei und bin jedes Mal aufs Neue entzückt von den Rezepten und ihrer lockeren Schreibe, mit der sie eine ganz besondere Nähe zu ihren Lesern aufbaut. 
Wenn es etwas anspruchsvoller werden soll, bin ich sicher, bei Ailine und ihrer Aicuisine etwas Passendes zu finden. Erbsenminzpürree, Ofenschlupferl oder geräucherter Lachs klingen zwar nach etwas Aufwand, Ailine’s langjährige Erfahrung in der Küche bieten jedoch Gelinggarantie – und dass ihre wunderschön anzusehenden Fotos selbst unambitionierte Köche zu Höchstformen motivieren, davon bin ich überzeugt!

Àpropos unambitioniert: Die Kieler Fotografin Mia bezeichnet sich selbst als Küchenchaotin. Auf ihrem Weblog erzählt sie mit einer großen Portion Charme und Humor über die Leiden einer Hobbyköchin, etwa den Geburtstagskuchen für den Freund, der beim Stürzen aus der Form kracht. Doch an guten Tagen – und das sind die meisten – kredenzt Mia, die, wie Ailine, Fotografin ist, schnelle schmackhafte Gerichte, die sie immer mit einer persönlichen Geschichte in Szene setzt. Perfekt unperfekt – und wahnsinnig sympathisch!

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Toller Artikel! Ich bin ähnlich wie Lea Lüdermann, lese Kochbücher (von denen ich eine Menge besitze) wie andere Leute Romane und koche und esse dabei schon in Gedanken. Die angeführten Links werde ich mir unbedingt angucken.