Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl | EAT SMARTER
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Der Profi-Coach
Warum Sie im Zweifel immer Ihrem Bauchgefühl vertrauen solltenDurchschnittliche Bewertung: 4.51511
27. November 2015

Herz über Kopf

Warum Sie im Zweifel immer Ihrem Bauchgefühl vertrauen sollten

Job wechseln, Beziehungen eingehen, Menschen einschätzen: Warum unser Bauchgefühl ein verlässlicher Kompass für wichtige Entscheidungen ist (und wie wir lernen, auf unseren Bauch zu hören).

Gegabelter Waldweg

Sicherlich haben Sie das auch schon erlebt: Sie waren sich in Bezug auf eine zu treffende Entscheidung lange nicht sicher, was Sie tun sollen und haben schließlich "rational" entschieden – um später festzustellen: Hätten Sie doch bloß auf Ihr Gefühl gehört.
 
Dass wir alle sehr verstandesbetont und viel zu viel mit Denken beschäftigt sind, habe ich an dieser Stelle schon manchmal beschrieben. Aus den verschiedensten Gründen misstrauen wir häufig unserem spontanen ersten Gefühl zu einer Sache, um es kurz darauf zu bereuen. Dabei sind Instinkte keine merkwürdigen mystischen Kräfte, die nur Tiere haben. Sie sind vielmehr uns allen innewohnende, typische, unbewusste, nicht vom Verstand regierte Verhaltensmuster als Reaktion auf bestimmte Reize.

Instinkte sind überlebensnotwendig

Wir werden mit Instinkten geboren, damit sie uns helfen zu überleben. Zwar bemühen wir uns sehr, uns von Tieren zu unterscheiden – Tatsache ist aber, als Säugetiere gehören wir dazu. Damit will ich keinesfalls in Abrede stellen, dass wir natürlich über alle Maßen intelligent sind und über die Fähigkeit des komplexen Denkens verfügen. Doch auch wenn wir noch so intelligent sind, unsere Gehirne sind auch clever und sie können uns ganz gewieft austricksen.
 
Wir wissen instinktiv, wenn wir vor einem Feind davon laufen sollten. Als Babys wissen wir, wo die Milch herkommt und wir haben in aller Regel ein gutes Gespür dafür, wenn etwas nicht stimmt. Problematisch wird es, wenn unser sechster Sinn eine Warnung schickt, wir ihn aber unterdrücken, wenn wir ihn einfach ignorieren … und das Denken anfangen.
 
Ein Instinkt meldet sich als tiefer Stich oder starker Zug ganz tief aus unserem Inneren, aus unserem Bauch, aus unserem Herzen, das kann von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein – aber spüren können wir es alle. Niemals kommt eine solche Reaktion aus unserem Kopf. Instinktives Verhalten hat nichts mit unserem Denken oder unserem Verstand zu tun.
 
Manchmal fragen wir uns, ob unsere natürlichen Reaktionen gerechtfertigt sind – bin ich gerade wirklich in Gefahr oder bilde ich mir das nur ein? Vielleicht hatten Sie auch schon einmal das beklemmende Gefühl, wenn Sie bei Dunkelheit durch eine Unterführung oder eine Tiefgarage gehen mussten, dass sich Ihnen förmlich die Nackenhaare sträubten, Sie sich aber trotzdem über den Kopf zu beruhigen versuchten, dass schon nichts passieren würde. Vielleicht hatten Sie aber auch das deutliche Gefühl, jetzt renne ich besser, und sind diesem gefolgt.

Und darauf will ich hinaus:

Wenn Sie das Gefühl haben, in Gefahr zu sein, laufen Sie! klick & tweet

Wenn Sie spüren, dass mit Ihrem Körper etwas nicht stimmt, nehmen Sie das ernst und gehen Sie dem, was Sie da spüren, nach. Wenn Ihr Bauch Ihnen sagt, dass etwas faul ist, hören Sie auf ihn.

Der erste Eindruck zählt

Trauen Sie dabei immer Ihrer ersten Eingebung und Ihrem ersten Eindruck. Wie oft passiert es, dass wir jemanden kennenlernen und deutlich spüren, irgendetwas stimmt mit ihm oder ihr nicht. Um gleich darauf zu denken, ach, das bilde ich mir jetzt ein. Das ist schließlich ein Arzt, das ist die Großmutter, und so fort. Wir legen Etiketten darüber, um die innere Stimme zum Schweigen zu bringen. Nur um irgendwann zu erfahren, dass dieser Arzt das Vertrauen einiger seiner Patienten missbraucht hat. Zu spät, um schockiert zu sein – schließlich haben Sie es von Anfang an gewusst. Hören Sie also auf Ihren Instinkt!
 
Damit möchte ich nicht sagen, dass Sie prinzipiell jedem erstmal misstrauen sollen. Im Gegenteil, ich spreche hier von Vertrauen, und zwar dem zu Ihrem Gefühl. Vertrauen Sie sich und Ihrem Gespür. Tun Sie, was auch immer notwendig ist, um sich vor den Übergriffigkeiten anderer Menschen zu schützen, aber basteln Sie dabei nach Möglichkeit keine neuen Instinkte, die gar nicht vorhanden sind. Die Frage ist einfach immer: Kommt meine Reaktion aus meinem Verstand oder aus meiner inneren Mitte?

Die leise Stimme der Wahrheit in uns

Auf einer weiteren Ebene kann es vorkommen, dass Ihnen Ihr sechster Sinn rät, Ihr ganzes Leben zu überdenken. Vielleicht sind die Anzeichen etwas subtiler als die rot blinkenden Sirenen, die in Ihnen aufleuchten, wenn Sie von einem maskierten Mann verfolgt werden. Aber wenn Sie genau hinspüren, werden Sie merken, dass Ihnen etwas in Ihnen ganz leise mitteilt, dass etwas nicht stimmt.

Das ist diese leise Stimme, die Ihnen zuflüstert: Soll das wirklich schon alles gewesen sein? Vielleicht schwimmen Sie ja bereits gegen den Strom, sei es im Beruf oder Ihrer Partnerschaft. Ganz oft wehren wir uns erst einmal ganz vehement gegen unser Umfeld, wenn wir (noch) nicht auf unser Inneres hören wollen. Das Problem dabei ist: Wenn wir nicht am richtigen Platz sind, wenn wir nicht ehrlich unseren Werten und Bedürfnissen folgen, können wir auch nicht glücklich sein. Wenn sich etwas schwer anfühlt, wenn Sie unglücklich sind, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass Sie etwas ändern sollten.
 
Ob es Ihr Job ist oder der Partner, die Entscheidung wo Sie leben wollen oder wer Ihre Freunde sind – wenn sich die Dinge gut anfühlen, kämpfen Sie nicht dagegen an, sondern entspannen sich viel lieber in die Tatsache, dass Sie genau da sind, wo Sie hingehören. Folgen Sie der Freude in Ihrem Leben und folgen Sie der Leichtigkeit. Sind Sie in der Freude, wenn Sie etwas tun? Fühlt es sich leicht an? Dann sind Sie auf dem richtigen Weg.
 
Wenn es um große, lebenswichtige, umwälzende Entscheidungen geht, tendieren wir dazu, die Dinge zu zerdenken und zu Tode zu analysieren. Das macht die Situation meist noch verwirrender und unübersichtlicher und dann treffen wir leider angstbasierte Entscheidungen. Anstatt Ihrer ersten Eingebung zu folgen, grübeln Sie und denken vorwärts und rückwärts, Sie lassen sich von der Angst leiten.

Eine unschlagbare Hilfe in solchen Situationen für mich ganz persönlich ist dann die Frage: "Was würde die Liebe jetzt tun?" Das holt mich unverzüglich aus meiner Angsthaltung heraus und die Antwort kommt warm und friedlich aus meinem Herzen.

In diesem Sinne,

herzlichst

Ihr Uwe Pettenberg
 

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