Die Sache mit den guten Vorsätzen | EAT SMARTER
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Der Profi-Coach
Die Sache mit den guten VorsätzenDurchschnittliche Bewertung: 4.8156
09. Januar 2015

Die Sache mit den guten Vorsätzen

Vorsätze

Zu Beginn jedes neuen Jahres ist wieder soweit: Wir machen uns Gedanken, was im vergangenen Jahr eher nicht so gut gelaufen ist und was wir ab sofort ändern wollen. Dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden, Bilanz zu ziehen ist immer gut, die Entscheidung zur Veränderung absolut begrüßenswert! Als Coach begleite ich tagtäglich Menschen in die Veränderung.

Warum ist es so schwer neue Vorsätze umzusetzen?

Allerdings ist es doch so, dass unsere Neujahrsvorsätze meistens nicht lange vorhalten. Das kennen Sie sicher auch: Endlich mit dem Rauchen aufhören, endlich mehr Sport treiben, endlich abnehmen – um nur die gängigsten Vorhaben zu nennen – frustrierenderweise geben wir oft schon nach wenigen Tagen wieder auf und befinden uns wie eh und je im alten Schlendrian.

Woran liegt das wohl? Zum einen daran, dass wir uns zu viel vornehmen, zum anderen, dass wir unsere neuen Ziel nicht realistisch setzen. Ein Kettenraucher, der täglich mehrere Schachteln raucht, wird nicht von heute auf morgen, einfach nur, weil er es beschlossen hat, das Rauchen komplett sein lassen. Wenn Sie seither wenig sportlich unterwegs waren, werden Sie sich schwer tun, von Null auf Hundert jeden Tag eine Stunde Laufen zu gehen. Oder wenn Sie an Gewicht verlieren möchten, ist es erfahrungsgemäß eher kontraproduktiv, wenn sich das Abnehmen wie eine Bestrafung anfühlt: „Ab heute esse ich nur noch ... !“

Sie geben in jeder Situation immer Ihr Bestes

Tatsächlich muten diese Vorhaben häufig wie Selbstbestrafung an, das schlechte Gewissen lässt uns besonders streng mit uns selbst sein und völlig utopische Vorhaben entwickeln. Daher mein erster Rat: Verzeihen Sie sich, wie Sie sich seither verhalten haben, machen Sie sich bewusst, dass Sie in jeder Situation immer das Beste gegeben haben. Und beschließen Sie schon jetzt, dass Sie sich auch dann noch lieb haben werden, wenn Ihr neues Vorhaben mal nicht so klappt.

Wir tun uns mit Veränderung leichter, wenn wir uns realistische Ziele setzen und diese konkret, in der Gegenwart und positiv (!) formulieren. Schreiben Sie Ihr Vorhaben wie ein Motto auf und hängen Sie es irgendwohin, wo Sie es täglich sehen können, zum Beispiel an den Kühlschrank, in’s stille Örtchen, in Ihr Auto.

Träumen Sie

Darüber hinaus motiviert es ganz ungemein, wenn Sie eine Situation vorausträumen, in der Sie Ihr Ziel bereits erreicht haben. Wenn Sie also beispielsweise beschlossen haben: „Ich bin fit und beweglich“ könnte Ihr inneres Bild dazu sein, wie Sie mit Ihrem Hund über die Wiesen rennen, wie Sie mit Freunden auf einer Radtour unterwegs sind, wie Sie in einem sexy Outfit Salsa tanzen – Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Wichtig ist, dass Ihre Ihre Vision Sie mit Freude erfüllt.

Bleiben Sie dann wenigsten für einige Zeit dran. Wir wissen mittlerweile, dass unser Gehirn ca. 21–28 Tage braucht, um sich an neue Strukturen zu gewöhnen. Also versuchen Sie für zumindest 21 Tage jeden Tag etwas für Ihr neues Ziel zu tun. Das muss nichts Großes sein! Wenn wir bei unserem Beispiel von oben bleiben, könnte das das Nehmen der Treppe anstelle des Fahrstuhls sein. Es geht einfach darum, dass Sie verinnerlichen: Ich tue etwas für mich. Holen Sie sich täglich Ihre Vision dazu vor Ihr inneres Auge und lassen Sie sich überraschen, was sich nach den 21 Tagen verändert hat.

Im Miteinander erfolgt Veränderung leichter

Und schließlich aus meiner Sicht das Allerwichtigste: Suchen Sie sich Verbündete! Erzählen Sie Ihrer Familie und Ihren Freunden von Ihrem Vorhaben und bitten Sie sie, Sie zu unterstützen. Im Miteinander gelingt alles viel leichter! Suchen Sie sich einen Buddy zum regelmäßigen Spazierengehen oder für’s Fitnessstudio. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen und Ihr neues Motto vielleicht lautet: „Ich lebe gesund“, suchen Sie sich andere Menschen mit dem gleichen Vorhaben, treffen Sie sich regelmäßig, tauschen Sie sich aus und entwickeln Sie gemeinsame Visionen, wo Sie hin wollen.

Wie bereits eingangs gesagt, sehen Sie’s positiv, wenn Sie mal nicht so gute Tage haben, die gehören einfach auch dazu. Am nächsten läuft es dann wieder besser.

Übrigens muss es nicht notwendigerweise der Jahresbeginn sein an dem Sie neue Vorsätze fassen. Auch diesen Druck dürfen Sie sich nehmen. Veränderung darf jederzeit geschehen – zum für Sie genau richtigen Zeitpunkt. Und vielleicht auch mit einem Intensivkurs zur Selbstfindung „Du bist der Held in Deiner Welt“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein glückliches, erfolgreiches Neues Jahr voller Veränderung!

Herzlichst,

Ihr Uwe Pettenberg

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