Die eigenen Werte erkennen | EAT SMARTER
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Der Profi-Coach
Her mit dem guten LebenDurchschnittliche Bewertung: 5153
08. Januar 2016

Her mit dem guten Leben

Jedes Jahr aufs Neue machen wir uns Gedanken, welche guten Vorsätze wir diesmal umsetzen wollen, um endlich wirklich dran zu bleiben. Wie es tatsächlich gelingen kann, erklärt Profi Coach Uwe Pettenberg in seinem heutigen Blog.

Junge mit Pilotenbrille speilt mit einem Pappflugzeug

Kennen Sie die „Anleitung zum guten Leben“ von Joseph Beuys?

Lass dich fallen, lerne Schlangen zu beobachten. Pflanze unmögliche Gärten. Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein. Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen und verteile sie überall in deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit. Freue dich auf Träume. Weine bei Kinofilmen. Schaukle so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht. Pflege verschiedene Stimmungen. Verweigere dich, ‚verantwortlich zu sein‘ – tu es aus Liebe!

Mache eine Menge Nickerchen. Gib Geld weiter. Mach es jetzt. Es wird folgen. Glaube an Zauberei, lache eine Menge. Bade im Mondschein.

Träume wilde, fantasievolle Träume. Zeichne auf Wände. Lies jeden Tag. Stell dir vor, du wärst verzaubert. Kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu. Öffne dich, tauche ein. Sei frei. Preise dich selbst.

Lass die Angst fallen, spiele mit allem. Unterhalte das Kind in dir. Du bist unschuldig. Baue eine Burg aus Decken. Werde nass. Umarme Bäume. Schreibe Liebesbriefe …“

Sei Du selbst, sagt er, ohne Einschränkung, ohne Angst, voller Freude, Hingabe und Liebe an das Leben.

Die Sache mit den guten Vorsätzen

Im letzten Jahr habe ich an dieser Stelle zu den guten Vorsätzen geschrieben, die wir alljährlich fassen – um sie dann oft bald wieder zu vergessen.

Um ein gutes Leben zu führen, und das möglichst jeden Tag, gibt es nichts Belebenderes, als sich mit dem Tod, und zwar dem eigenen, zu beschäftigen. Vielleicht erscheint Ihnen das jetzt am Jahresanfang etwas morbide, wo doch gefühlt alle Zeichen auf Anfang stehen. Das mag sein, doch wie bereits erwähnt stehen die Zeichen nur allzu schnell wieder auf Routine, Alltagstrott und Frust. Vielleicht mögen Sie mir ja auf ein kleines gedankliches Experiment folgen.

Die wenigsten Menschen denken gerne über den Tod nach, es ängstigt sie zu sehr. Doch über den eigenen Tod nachzudenken birgt eine Menge Chancen und relativiert so manches – eigentlich alles. Denn diese Überlegung zwingt uns darüber nachzudenken, was für uns wirklich wichtig und wesentlich ist und was uns einfach nur ablenkt und uns kostbare Lebenszeit stiehlt.

Was wäre, wenn Sie nur noch dieses eine Jahr zu leben hätten?

Nehmen Sie sich die Zeit und überlegen Sie mal, was Sie tun würden, wenn Sie nur noch dieses eine Jahr, dieses 2016, zu leben hätten?

  • Was würden Sie sofort ändern?
  • Was würden Sie hinterlassen wollen?
  • Welche Geschichten würden die Menschen von Ihnen nach Ihrem Ableben erzählen?
  • Was gibt es über Sie zu sagen?
  • Was hätten Sie gerne, dass man über Sie sagt?
  • Und was können Sie heute schon dafür tun, dass es dann auch wirklich so ist?

Übrigens meine ich hier nicht die üblichen pauschalen Allgemeinplätze, die in Nachrufen so gerne verwendet werden, weil man den Verstorbenen eigentlich gar nicht richtig gekannt hat.

Die eigenen Werte kennen und aktiv werden

Wenn wir die Richtung in unserem Leben nicht kennen, wenn wir ihm keinen Sinn geben, tun wir das, weil wir nicht wissen, was uns wichtig ist; wir kennen unsere Werte nicht. Und wenn wir unsere Werte nicht kennen, übernehmen wir anderer Leute Werte und leben nach ihren Wertvorstellungen anstelle unserer eigenen. Das ist eine Fahrkarte ohne Rückschein in krankmachende Beziehungen, Kummer und Leid.

Wenn wir unseren ganz persönlichen Sinn des Lebens entdecken, sind das meist nicht mehr als ein oder zwei Dinge, die größer als wir selbst und größer als alles um uns herum sind. Um sie zu finden, müssen Sie runter von der Couch und zur Tat schreiten. Nehmen Sie sich die Zeit und den Raum, um über sich selbst hinaus zu denken, um größer als Sie selbst zu denken – und sich paradoxerweise eine Welt ohne Sie vorzustellen.

Um auf den Ausgangspunkt zurückzukommen, nämlich ein gut gelebtes Leben führen, jeden Tag: Leben Sie Ihre Leidenschaften, in dem Sie jetzt aktiv werden und tun Sie immer genau das, was Sie tun würden, wenn Sie nicht noch ein ganzes Jahr, sondern sogar nur noch einen einzigen Tag zu leben hätten. Ich wette mit Ihnen, damit bleiben Sie am Ball.

In diesem Sinne, ein gut gelebtes 2016!

Herzlichst Ihr

Uwe Pettenberg

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Der Wunsch, Kind zu sein und zu bleiben, begleitet uns Menschen ein Leben lang. Im Geschäftsleben haben die Modelle Erfolg, die sich spielerisch umsetzen lassen, die Spaß versprechen. Und die leicht verständlich sind. In der Politik finden Machtspiele statt, die an Szenen im Sandkasten erinnern. Im Privatleben haben die Beziehungen Erfolg, die Mutter-, Vater- und Kind-Beziehungen leben lassen.
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