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Der Profi-Coach
Kinder, Beziehung, Beruf – wie Sie den ganz alltäglichen Wahnsinn meisternDurchschnittliche Bewertung: 5152
20. März 2015

Kinder, Beziehung, Beruf – wie Sie den ganz alltäglichen Wahnsinn meistern

Kinder, Beziehung, Beruf

Wenn Sie Kinder haben, sind Sie heutzutage vor zahlreiche Herausforderungen gestellt. Das beginnt mit der Ankunft des ersten Kindes, wenn aus einer Partnerschaft auf Augenhöhe auf einmal Mama und Papa werden. Studien haben ergeben, dass die Ankunft eines Babys mit einer der Hauptgründe für eine Trennung in den frühen Jahren einer Ehe oder Beziehung ist, und es die ersten fünf Jahre zu überstehen gilt. Danach sind die Chancen gut, dass die Beziehung auch weiter hält.

Bis dahin sind die jungen Eltern mit schlaflosen Nächten, blankliegenden Nerven und Sexflaute konfrontiert. Da es immer noch überwiegend die Frauen sind, die wenigstens die erste Zeit beim Kind zuhause bleiben, fühlen sich viele junge Mütter allein gelassen und befürchten, dass die Karriere durch die Auszeit Schaden nehmen könnte. Während die Männer ihrer Arbeit nachgehen „dürfen“, „müssen“ sie sich um den Nachwuchs und alles andere kümmern. Die Partner finden keine Zeit mehr füreinander, weil sich alles nur noch um das Kind dreht und vielleicht stellt man zu alledem auch noch fest, dass die Vorstellungen hinsichtlich Erziehung auseinandergehen. Auch kommt es vor, dass sich junge Väter mit ihren ganz kleinen Kindern noch etwas hilflos fühlen und erst später den richtigen Zugang finden.

Völliges Neuland

Da ist es hilfreich, wenn Sie sich schon vor der Geburt klar machen, dass nach der Geburt nichts mehr so sein wird, wie es vorher war und dass Sie nicht vorrausehen können, wie es sein wird. Stellen Sie sich auf das totale Neuland und Abenteuer ein, und auch darauf, dass Sie es jeder für sich aber natürlich auch gemeinsam betreten werden und sollen. Es hilft auch, einfach anzuerkennen, was ist. Es sind nun mal die Frauen, die die Kinder auf die Welt bringen. Versuchen Sie schon vorher für sich herauszufinden wie die Gewichtung Kind – Beruf aussehen soll und besprechen Sie mit Ihrem Partner, ob die Möglichkeit einer geteilten Elternzeit besteht.

Und es mag schwer fallen – aber das Baby sollte nicht an erster Stelle stellen. Das gilt ganz besonders für die junge Mutter! Wenn sie den Partner und die Beziehung nicht weiterhin als Nummer eins ansieht, fühlt sich der Mann nicht mehr wahrgenommen. Dieser sollte sich seinerseits darauf einstellen, dass nach der Geburt Erotik und Sex erst mal zweitrangig sind und Verständnis für den veränderten Hormonhaushalt seiner Liebsten aufbringen. Die Faustregel ist in etwa ein Jahr nach dem Sie wieder zueinander finden sollten.

Terminkalender randvoll gefüllt

Wenn Sie dann größere und vielleicht auch mehrere Kinder haben und Vater und Mutter wieder arbeiten gehen, werden Familie, Beziehung und Beruf in der Regel zu einer organisatorischen und logistischen Herausforderung. Die Kinder müssen in die Kita oder Schule, zu Sport und Freizeitaktivitäten gefahren werden – heutzutage kann ja kaum ein Kind noch irgendwohin zu Fuß gehen, da die Örtlichkeiten der Freizeitaktivitäten meist weiter weg liegen. Dazu kommen Haushalt, einkaufen, Arztbesuche, die Steuer, Fitness-Studio ... Wenn Sie eine sogenannte Patchwork-Familie haben, kommen zusätzliche Herausforderungen und Verpflichtungen hinzu. Selbst wenn Sie einem sogenannten ganz normalen Job nachgehen, sieht ihr Terminkalender vermutlich aus wie der eines Topmanagers. Zeit für Sie selbst oder den Partner bleibt viel zu oft keine, und wenn Sie dann abends erschöpft ins Bett fallen, fragen Sie sich wahrscheinlich, ob und wie Sie je aus diesem Hamsterrad finden.

Achtsamkeit ist das Zauberwort

Die schlechte Nachricht: Das wird zugegebenermaßen schwierig. Die gute Nachricht: Es ist aber nicht ganz unmöglich. Was immer hilft, ist Humor und auch, wenn Sie sich klar machen, dass das alles eines Tages ein Ende haben wird. Länger als 18 Jahre werden Sie mit Ihren Kindern ja vermutlich nicht zusammenleben. Darüber hinaus heißt das Zauberwort für Ihre aktuelle Situation Achtsamkeit. Achtsamkeit für sich selbst und Achtsamkeit für den Partner. Es ist ganz wichtig, dass Sie sich im Familien- und Berufsalltag als Individuen und als Paar nicht aus den Augen verlieren. Setzen Sie sich zusammen und besprechen Sie, wer in Alltag und Haushalt welche Pflichten übernehmen kann. Wenn Sie Kinder im entsprechenden Alter haben, können Sie  diese durchaus einbeziehen. Auch ein Kindergartenkind kann bereits kleinere Dinge übernehmen. Das hat Vorteile für beide Seiten, die Kinder fühlen sich wichtig genommen, die Eltern sind etwas entlastet. Vielleicht würde eine Putzhilfe entlasten oder Sie schauen nach zusätzlicher Kinderbetreuung. Wenn das geregelt ist, treffen Sie genau so klare Absprachen für klare Auszeiten mit dem Partner. Auszeiten für sie, für ihn, und natürlich gemeinsam. Unternehmungen und Zeit zu zweit sind immens wichtig. Machen Sie feste Termine für die Zweisamkeit aus, und tragen Sie diese in Ihren Kalender ein. Fangen Sie klein an, beispielsweise ein gemeinsames Abendessen im Monat. Nur Sie beide. Und versuchen Sie sich immer wieder vorzustellen, wie Ihr Partner sich seinerseits fühlt, gehen Sie mal ein Stück des Weges in seinen bzw. ihren „Schuhen“, das fördert das Verständnis und die Toleranz.

In diesem Sinne,

Herzlichst

Ihr Uwe Pettenberg

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