Nach dem Urlaub in den Alltag | EAT SMARTER
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Der Profi-Coach
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub? - Entspannt in den Alltag startenDurchschnittliche Bewertung: 4152
04. September 2015

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub? - Entspannt in den Alltag starten

Profi-Coach Uwe Pettenberg verrät Ihnen, wie Sie das Urlaubsgefühl in den Alltag retten – und wie Sie sich auch zu Hause kleine Erholungsinseln schaffen

Entspannung im Urlaub - Junge Familie sitzt auf einem Steg und hat die Füße im Wasser

Für die meisten von uns sind sie nun schon wieder vorüber, die sogenannten schönsten Wochen des Jahres. In den vielen Bundesländern hat die Schule wieder begonnen und viele von uns sitzen wieder am Schreibtisch. Das ganze Jahr haben wir uns auf diese Auszeit gefreut wie sonst nur unter der Woche auf das Wochenende.

Endlich frei

Endlich abschalten, endlich einmal nichts tun oder endlich einmal das tun, was wir schon immer tun wollten, den ganzen Tag lesen, schwimmen, die Seele baumeln lassen oder auf Abenteuer gehen, einen Retreat buchen, andere Länder, andere Menschen kennenlernen... die Sehnsucht ist groß, einfach mal alles ganz anders machen, völlig frei, ohne Zensur und ohne dass uns jemand reinredet – alles das, von dem wir glauben, dass wir in unserem “normalen“ Alltag nicht dazu kommen. 

Zurück aus dem Urlaub fühlen wir oft bereits nach einem Tag, dass die ganze Erholung wie weg geblasen ist, ganz zu schweigen von der Entspannung. Kaum wieder daheim warten ungeduldige Chefs und Kollegen, ein Stapel Post und zig ungelesene Emails auf uns. Am liebsten würden wir direkt wieder wegfahren und fragen uns, warum wir überhaupt zurückgekommen sind. 

Erholung ist nicht abhängig davon, wie lange Sie weg waren

Es ist mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass ein Erholungseffekt ganz unabhängig von der Länge einer Auszeit eintritt. Ob Sie sechs Wochen auf Safari waren oder sich zwei Tage am Chiemsee erholt haben, ist relativ egal, bezogen auf Ihren Erholungsfaktor. Ein mehrwöchiger Urlaub garantiert nicht, dass Sie sich nachhaltig erholen – wenngleich es wahrscheinlich ist, dass Sie einfach durch den geografischen Abstand und auch die Dauer nach einiger Zeit etwas loslassen werden. Doch wie bereits erwähnt, holt uns dann zu Hause der Alltag in Windeseile wieder ein.

Woran liegt das? Wie kommt es, dass wir die positive, entspannte Haltung, die sich im Urlaub scheinbar wie von selbst eingestellt hat, nicht in unseren Alltag transportieren können? Es stellt sich die spannende Frage: Warum erlauben wir uns nicht immer, das zu tun, was wir am liebsten tun möchten, und wer genau hält uns davon ab? Wer hält uns davon ab, das zu tun, was uns gut tut und was uns soviel Freude bereitet, dass wir möglicherweise gar keine längeren Auszeiten mehr brauchen?

Sicherlich kennen Sie auch die Tipps, dass Sie es nach dem Urlaub langsam angehen sollen, (erst einmal) keine Überstunden machen, sich kleine Inseln der Auszeit über den Tag verteilt schaffen, sich ein Andenken mitbringen, das Sie an die schöne Auszeit erinnert... Doch wenn wir grundlegend nicht entspannt sind, wird ein Urlaub nicht ausreichen, um unsere Akkus wieder aufzuladen. Und dann helfen uns auch noch so gut gemeinte Ratschläge für den sanften Übergang auf Dauer nicht weiter.

Entscheiden, was Sie wirklich wollen

Denn wir sind gestresst (und das kann auf Dauer krank machen), wenn wir uns fremdgesteuert fühlen. Und fremdgesteuert sind wir, wenn wir nicht selbst entscheiden, was wir wirklich tun wollen. Wenn es uns nicht entspricht, wenn wir nur das tun, von dem wir glauben, dass andere es von uns erwarten. Dann stellt sich die Frage, was will ich wirklich und wo ist mein Fokus? Was kann ich jetzt sofort ändern? Was will ich langfristig ändern?

Möglichweise ist der Job nicht der richtige, vielleicht ist ein klärendes Gespräch mit dem Partner und oder den Kindern oder beiden längst fällig, und dass wir einmal bezüglich der Erwartungen, die wir an uns gegenseitig haben, offen und liebevoll miteinander sprechen.

Was uns stresst ist nicht unser Job, der Chef oder der Partner. Was beziehununsgweise wer uns am allermeisten stresst, sind wir selbst. Weil wir unklar sind mit unserem so wertvollen Leben, weil wir es uns nicht wert sind, klare Entscheidungen für uns selbst zu treffen unter dem Vorwand, es doch für die anderen zu tun. Aber die anderen haben wenig von uns, wenn wir gehetzt und unglücklich sind.

Idealerweise sind Sie so klar in dem was Sie wollen und was Ihre Aufgabe und Ihr Plan sind, dass Sie keinen Urlaub im klassischen Sinn mehr brauchen. Dann nehmen Sie sich aus Neugier und Abenteuerlust frei, um Neues zu entdecken, um den Geist wach und flexibel zu halten, und um sich inspirieren zu lassen.

Kein Warten mehr auf’s Wochenende oder den Jahresurlaub, sondern pure Freude auf jeden einzelnen kostbaren Tag und auf jeden Moment.

Das wünsche ich Ihnen von Herzen!
Ihr Uwe Pettenberg

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