In Leichtigkeit loslassen | EAT SMARTER
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Der Profi-Coach
So gelingt das LoslassenDurchschnittliche Bewertung: 4.7153
12. Juni 2015

So gelingt das Loslassen

Loslassen, Dinge geschehen lassen, das fällt dem inneren Kontrolleur in uns nicht leicht. Warum Loslassen so wichtig ist und wie es gelingen kann, erklärt Profi-Coach Uwe Pettenberg in seinem aktuellen Blog

Wenn ich mich unter meinen Klienten, aber auch in meinem Bekannten- und Freundeskreis umschaue, stelle ich fest, dass viele von uns doch eine gewisse Tendenz zum Kontrollfreak haben – manche mehr, manche weniger. Und ich nehme mich selbst da nicht aus.

Tatsächlich laufen die Dinge aber um einiges leichter, wenn wir ihnen einfach gestatten zu geschehen, anstatt sie geschehen zu machen. Wenn es uns gelingt zu vertrauen, geht es uns gut – ganz egal, wie die Umstände sind, denn wir öffnen uns über das Vertrauen für unzählige Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten erschließen sich uns nicht, wenn wir uns an den „richtigen“ Weg klammern. Der Weg, auf dem wir oft so verzweifelt sein wollen, ist ganz oft nicht der wertvollste oder fruchtbarste. Sich von Kontrolle loszusagen und loszulassen bringt Freude, Freiheit, Frieden, Verbindung und Unterstützung.
 
Gerade komme ich mit meiner Familie aus einem zauberhaften Urlaub zurück, während dem es ganz wunderbar mit dem Sorglossein und der Leichtigkeit geklappt hat. Was mich zu der Schlussforderung bringt: Wenn mir Leichtigkeit im Urlaub gelingt, dann kann ich das auch im Alltag. Was mich da blockieren könnte, wären Ängste vor einem möglichen negativen Resultat; die (Vor)Sorge vor dem, was schief gehen könnte.
 
Wenn ich merke, dass der Kontrolleur in mir das Zepter in die Hand nehmen möchte, nutze ich gerne die Kraft innerer Bildern, um ihn zu beruhigen. Ich stelle mir zum Beispiel jetzt nach dem Urlaub vor, dass ich die guten Gefühle in einen Koffer in meinem Inneren packe und sie jederzeit abrufen und auf alltägliche Situationen übertragen kann.
 
Hier sind ein paar weitere Tipps, die nach meiner Erfahrung beim Loslassen helfen:
 
Was sehr gut hilft ist eine Angstliste. Schreiben Sie alles auf, was Sie ängstigt. Kontrolle hat ihre Wurzeln in Angst. Wir wollen die Dinge kontrollieren, weil wir Angst vor dem haben, was passieren könnten, wenn wir es nicht tun. Doch Angst ist eine Illusion, sie ist eine real erscheinende Falschaussage. Wovor haben wir also wirklich Angst?
 
Aufschreiben ist generell ein wunderbares Tool, um mit etwas ins Reine zu kommen. Schreiben Sie auf, was gegenwärtig zu sein für Sie bedeutet. Gegenwärtig zu sein lässt Sie Dankbarkeit empfinden und Vertrauen haben, dass für Sie in einem größeren Zusammenhang immer gesorgt ist. Und dagegen hat Angst keine Chance.
 
Erden Sie sich. Denn mit dem Fokus auf Kontrolle leben wir in der Zukunft. Wir machen uns jetzt schon abhängig von Erwartungen und programmieren Enttäuschungen geradezu vor. Wen Sie sich regelmäßig erden (in der Natur, beim Spielen, bei kreativen Hobbys) sind Sie im Moment und damit in der Gegenwart.
 
Nehmen Sie Vertrauen und Glauben an. Vertrauen ist Glauben, und Glauben bedeutet, dass Sie sich selbst wertschätzen und respektieren. Mit einem stabilen Selbstwertgefühl brauchen Sie keine Kontrolle mehr.
 
Benutzen Sie Affirmationen. Affirmationen sind sehr hilfreich. Hier ist zum Beispiel eine, die Sie vor dem Spiegel sagen können: „Ich vertraue, dass alles genau so geschieht, wie es geschehen soll. Ich liebe und wertschätze mich. Ich bin dankbar für all die zahlreichen Möglichkeiten, die ich bereits hatte, und für die, die sich mir täglich bieten.
 
Tun Sie Dinge, von denen Sie bereits im Vorhinein wissen, dass Sie sie erfolgreich erledigen können. Denn damit stärken Sie Ihren Selbstwert. Das können so profane Dinge sein wie saubermachen, sich bei jemandem melden, der Ihnen am Herzen liegt, Tagebuch schreiben und vieles mehr.
 
Holen Sie sich Unterstützung. Wir sind nicht dafür bestimmt, alleine zu sein oder uns alleine zu fühlen. Je mehr wir das Gefühl haben, in einem Vakuum festzustecken, umso größer wird der Zwang kontrollieren zu wollen. Wenden Sie sich an jemanden, dem Sie vertrauen, und erzählen Sie ihm wie Sie sich fühlen.
 
Verinnerlichen Sie den Gedanken, dass Sie nicht alleine sind. Dies steht in Verbindung mit der Unterstützung. Sie sind nicht allein. Vertrauen Sie darauf und sagen Sie sich das immer wieder. Es gibt acht Milliarden andere Menschen auf diesem Planeten.
 
Und machen Sie eine Freiheitsliste. Schreiben Sie auf, was Freiheit für Sie bedeutet. Je mehr Sie auf dieser Liste stehen haben, desto weniger muss kontrolliert werden und um so eher gelingt Loslassen. Freiheit in ihrer letzten Konsequenz bedeutet Hingabe. Hingabe an den Moment, an das Jetzt, an alles, was ist, an das Leben selbst, an Ihr Leben. Es bedeutet, dass Sie in Frieden mit sich selbst sind und tiefes Vertrauen leben.
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein Leben in Leichtigkeit!
 
Herzlichst,
Ihr Uwe Pettenberg

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Toller Artikel! Denn genau SO ist es. Er spricht mir quadi aus dem Herzen.