Wie Sie Aufschieberitis bekämpfen | EAT SMARTER
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Der Profi-Coach
Wie Sie der Aufschieberitis entkommenDurchschnittliche Bewertung: 4.3157
02. Oktober 2015

Wie Sie der Aufschieberitis entkommen

Tipps gegen Aufschieberitis vom Profi-Coach Uwe Pettenberg: So erledigen Sie Dinge effizient und mit Freude!

Aufschieberitis: Frau im Business-Dress sitzt am Schreibtisch und lässt Papierflieger steigen

Aufschieberitis – Kennen Sie das auch? Sie haben einen wichtigen Abgabetermin für eine Projektarbeit und stellen fest, dass Sie jetzt erst einmal das Haus sauber machen und in Ordnung bringen müssen, bevor Sie sich an den Schreibtisch setzen können? Oder Sie gehen voller Motivation und Tatendrang mit einer langen To-Do-Liste morgens ins Büro mit dem festen Vorsatz, dass Sie heute alles abarbeiten wollen – und dann kommt ständig etwas dazwischen, zuerst die Mails, dann die Kollegen, dann der Chef, der etwas von Ihnen will. Abends haben Sie noch nicht einmal den Bruchteil dessen, was Sie sich vorgenommen haben, geschafft.

Auf den letzten Drücker

Für unser sogenanntes Pflichtprogramm warten wir häufig bis zur allerletzten Minute, um dann in totalem Stress und auf den letzten Drücker die Sache mehr schlecht als recht zu erledigen, oder es gar ganz sein zu lassen. Und für das, was wir uns wirklich wünschen, nehmen wir zwar manchmal einen Anlauf, aber oft verläuft die Sache dann doch im Sand, da wir einfach nicht dazu kommen – oder meinen, nicht dazu zu kommen.

Die Gründe für die Aufschieberitis sind vielfältig, und es geht nicht einfach nur darum mehr Disziplin an den Tag zu legen oder schlechte Gewohnheiten zu ändern. Die Wurzel für die Probleme eines an Aufschieberitis leidenden Menschen liegen in der Art und Weise, wie und warum er handelt beziehungsweise nicht handelt – und das kann man ändern.
 
Aber was wären denn gute Angewohnheiten? Was muss ich verändern, um die Dinge nicht länger aufzuschieben, und wo liegen genau meine Probleme? Es sind zwei Komponenten, die uns Dinge auf gesunde und wirksame Art und Weise erledigen lassen: Zum einen das Planen und zum anderen das Tun. Das klingt sehr offensichtlich, tatsächlich aber hat ein Aufschieben hier seine größten Schwachstellen. Aufschieber lieben es zu planen, ganz einfach, weil planen bedeutet, dass er noch nichts tun muss. Aber ins Tun kommen ist des Aufschiebers großes Dilemma…
 
Wenn ein Aufschieber plant, tut er es häufig eher vage und kümmert sich wenig um die Details oder die Realität. Auf diese Weise muss er nichts wirklich fertig stellen. Eines Aufschiebers Planungssitzung ist der Alptraum jeden Machers: Eine Riesenliste voller überwältigender und entmutigender Aufgaben und Vorhaben. Die Krux an der Sache ist, dass das Bewusstsein des Aufschiebers erst einmal beruhigt ist, er sogar denkt - perfekt, ich habe alles, wirklich alles aufgeschrieben, was zu erledigen ist und muss es nur noch abarbeiten - während das Unterbewusstsein ganz genau weiß, dass es das alles niemals schaffen wird – weil die Absicht dazu gar nicht besteht.

Freude ist das Zauberwort

Effektives Planen hingegen richtet den Fokus auf erfolgreiches Umsetzen und Handeln, darauf, dass Taten folgen.

Um bei meinem Vorhaben nicht von der Fülle und Unwichtigkeit meiner Aufgaben überwältigt zu werden, brauche ich eine ganz klare Prioritätenliste. Auf dieser Liste stehen lediglich die allerwichtigsten Aufgaben, und an erster Stelle sollte das Vorhaben stehen, das mir am meisten am Herzen liegt und was mich am glücklichsten macht – und nicht, was am dringendsten erledigt werden muss.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Wenn gerade Ihre Steuererklärung ansteht, müssen Sie diese natürlich zuerst machen. Aber sie sollte so schnell wie möglich vom Tisch sein, dass Sie sich auf das konzentrieren können, was Sie lieben, denn das ist das Geheimnis, dran zu blieben und ins Tun zu kommen. Ein Aufschieber nimmt die unwichtigen und dringenden Angelegenheiten gerne als Entschuldigung dafür her, dass er nicht zu den wichtigen Sachen kommt. Um bei dem Beispiel mit der Steuererklärung zu bleiben: Wenn diese beizeiten erledigt wird, haben wir Zeit für die wesentlichen Dinge, die uns Freude bereiten.
 
Machen Sie sich klar, dass Sie letzten Endes immer die Wahl haben, und sorgen Sie dafür, dass Sie die Erfahrung machen, Aufgaben durchaus erledigen zu können, und zwar nicht erst in letzter Minute. Gehen Sie dafür in Minischritten vor. Beginnen Sie mit ganz  kleinen Vorhaben und feiern Sie jeweils Ihre Erfolge. Ihr Unterbewusstsein wird das alles abspeichern, und Step by Step können Sie sich dann an größere Aufgaben heranwagen. Wie gesagt, ganz wichtig ist die Freude: Ganz oben auf der Prioritätenliste sollte immer unsere allergrößte Herzensangelegenheit stehen.
 
Herzlichst,
Ihr Uwe Pettenberg

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