Kaffeesüchtig | EAT SMARTER
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Der Profi-Coach
Vom Genuss des VerzichtensDurchschnittliche Bewertung: 5152
22. Januar 2016

Vom Genuss des Verzichtens

Warum es gut ist, für eine Zeit auf Kaffee zu verzichten, erklärt Uwe Pettenberg. Plus: 5 Anzeichen dafür, dass Sie kaffeesüchtig sind

Zwei Frauen trinken Kaffee und essen Kuchen

Ich liebe Kaffee. Der Duft, der Geschmack, das wohlige Gefühl, wenn Sie an einem kalten Wintermorgen die dampfende Tasse in Händen halten ... Kaffee ist für die meisten von uns ein unverzichtbarer Genuss.

Wir haben zahlreiche Rituale mit dem Kaffeetrinken etabliert, morgens nach dem Aufstehen gehört er zum Beginn unseres Tages, nachmittags zum Kuchen, oder um einen Energiepush für die zweite Tageshälfte zu bekommen, zum ersten Date verabreden wir uns oft auf einen Kaffee, abends nach dem Essen, nachts, wenn wir noch arbeiten. Gerade jetzt bevor ich mich für diese Zeilen an meinen Computer gesetzt habe, habe ich einen köstlichen Espresso getrunken.

Kaffee macht uns und produktiv und lässt uns dazugehören 

Abgesehen vom Genuss und natürlich auch nicht zuletzt vom Gefühl des Dazugehörens, wenn wir gemeinsam Kaffee trinken, verlassen wir uns auf das braune Getränk in stressigen Zeiten, um uns wach und produktiv zu halten. Für viele von uns sind große Mengen Kaffee die Indikatoren für unsere Produktivität und soziale Verbundenheit. Einen halben Liter Kaffee trinken die Deutschen durchschnittlich pro Tag – viele trinken sogar mehr Kaffee als Mineralwasser oder Säfte. Aber brauchen wir denn wirklich soviel Kaffee, um unsere Dinge erledigt zu bekommen?

Jeder Kaffeeliebhaber wird Ihnen bestätigen, dass eine Tasse am Morgen nicht schaden kann, dass der Start in den Tag mit Kaffee einfach nur schön und magisch ist; vermutlich wird er sogar Argumente haben, dass Kaffee in einem gewissem Maß sogar gesund ist. Und das stimmt, solange wir es nicht übertreiben. Koffein ist eine bisschen wie ein bedürftiger, anspruchsvoller Freund. Ein wenig Zeit mit ihm zu verbringen ist wunderbar, aber wir sollten ihn nicht zu oft mit zusammen sein ... Verstehen Sie, was ich meine?

Deshalb tut es ab und zu tut gut, eine Kaffeepause einzulegen – und zwar eine Pause vom Kaffee. Diese Pause sollten Sie einlegen, wenn die folgenden Symptome auftreten:

Sichere Zeichen, wenn Sie eine dringende Pause vom Koffein brauchen

Sie haben das Gefühl, dass Sie spätestens am Nachmittag noch einen Kaffee brauchen. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Energielevel am Nachmittag nach unten sinkt und das erste woran Sie denken ein Kaffee ist, ist es höchste Zeit, eine Pause vom Koffein zu machen. Auf eine Koffein-Berg- und Talbahn zu gelangen kann zu Problemen mit den Nebennieren und in Abhängigkeit führen.

Darüber hinaus, wenn Sie keine körperliche Wirkung mehr verspüren. Kaffee ist eine Droge und wenn wir hier keine Wirkung mehr verspüren, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass wir es übertrieben haben. Schließlich wollen Sie Ihren Kaffee morgens doch genießen und nicht als Krücke missbrauchen.

Auch wenn Sie ständig kalte und Hände und Füße haben und generell schnell frieren, wenn Sie ständig müde sind, vielleicht auch an Gewicht zugelegt haben, mit Stress immer schlechter umgehen können, große Gelüste auf sehr salzige oder süße Speisen haben, wenn Ihr Immunsystem schwach ist ... sind das alles Anzeichen dafür, dass Ihr Körper nun viel Ruhe und so wenig wie möglich Stress braucht. Hier könnten auch Nebennieren- oder Schilddrüsenprobleme dahinter stecken, und dann macht es großen Sinn, für eine Weile auf Koffein zu verzichten. 

Nehmen Sie sich eine 30-tägige Auszeit und danach wird er Ihnen wieder köstlich wie nie zuvor schmecken. Seien Sie achtsam mit sich und verzichten Sie auf jegliche stimulierende Substanzen, es gibt wunderbare Alternativen. Am Besten tut uns übrigens immer noch Wasser. Experimentieren Sie ein bisschen und suchen Sie sich ein Wasser aus, dass ganz Ihrem Geschmack entspricht.

Genießen Sie den Verzicht

Abhängig vom Kaffee werden wir dann, wenn wir unbedingt weiterarbeiten und produktiv sein wollen, dies aber unsere Kondition nicht zulässt. Dann muss der Kaffee pushen. Aber damit ist natürlich ein Teufelskreis geschaffen, ganz schnell sind wir in dem Loop von Aufschieberitis, noch mehr Kaffee und "alles in letzter Minute erledigen" gefangen.

Sollten Sie für sich feststellen, dass bereits eine kleinere oder gar größere Abhängigkeit da ist, fangen Sie an Ihren Kaffeekonsum zu reduzieren, ersetzten Sie immer öfter durch (koffeinfreien) Tee und Wasser und gönnen Sie sich dann auch mal eine längere Pause, die komplett frei ist von Koffein. Nach wenigen Tagen werden Sie feststellen, dass es Ihnen viel besser geht, Sie werden besser schlafen, einen klareren Kopf haben und gelassener durch Ihren Tag gehen können. Sie werden entdecken, welch ein Genuss Verzicht sein kann.

Ihr Uwe Pettenberg

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Ich genieße zur Zeit, meinen Morgentee, ohne Musikbegleitung. Verzichten auf etwas , ist ein gutes Training und vorbildlich für die eigenen Kinder.