Wie Veränderung gelingt | EAT SMARTER
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Der Profi-Coach
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19. September 2014

Wie Veränderung gelingt

Wie Veränderung gelingt

Alles ist Information: Wir alle lassen uns durch In-FORM-ation in FORM bringen. Die Art der Informationen, die wir zu uns nehmen, bestimmt maßgeblich die Qualität unseres Lebens. Wie ist das gemeint? Wir Menschen sind energetische Wesen, die darauf angewiesen sind, Informationen in uns aufzunehmen und zu verarbeiten. Als wir klein waren, waren das die Äußerungen unserer Eltern und das, was sie uns vorgelebt haben. Dann unsere Lehrer, später unsere Chefs, Kollegen, Partner, Freunde, die Medien. Alle diese Informationen nehmen wir überwiegend unbewusst auf. Dennoch werden sie gespeichert. Und alles Abgespeicherte wirkt. Unser Bewusstsein hat – gestatten Sie mir hier den Vergleich mit einem Lebensmittel – die Größe eines Toastbrotes. Unser Unbewusstes dagegen hat die Größe eines Fußballfeldes voller Toastbrote. Und genau dieses Fußballfeld hat enormen Einfluss auf unsere tägliche Befindlichkeit.

Ein Fußballfeld voller Toastbrote

In unserem Unbewussten sind Gefühle verborgen, die wir in der Regel gar nicht gerne wahrnehmen wollen. Angst, Scham, Schuld, Groll und Wut sind dort, verborgen in einem scheinbar unbekannten Zusammenhang. Gut abgespeichert und hoch wirksam. So ist es nicht der bewusste Umgang mit unseren Mitmenschen, sondern eher das unbewusste Verhalten im sozialen Zusammenspiel, das uns in Form von tief liegenden Bewegungen und verborgenen Anteilen unsere Probleme bereitet.

Diese Anteile strapazieren uns oft dermaßen, dass wir aus lauter Verzweiflung resignieren, weil wir keinen Zugang zu ihnen finden – und schon gar keine Lösung. Dann sind wir auf die Verhaltensweisen anderer angewiesen, die wir annehmen oder ablehnen, um uns selbst einzuschätzen und unser Selbst kennenzulernen. Auf der Basis eigener, erfahrener Reaktionen – entstanden durch die Reflexionen anderer – müssen wir uns unsere Überzeugungen für das eigene Leben mühsam zusammenbauen.

Vertrauen kommt vor Selbst-Vertrauen

Die Erfahrungen, die uns zu den entsprechenden Überzeugungen bringen, bilden sich zunächst in unserer Kindheit aus und begleiten uns – wenn sie nicht überprüft werden – ein Leben lang. Ein einfaches Beispiel mag dies verdeutlichen. Ein Junge, der irgendwo in den Slums der Welt zuhause ist, wird sehr früh mit Gewalt und Armut konfrontiert. Er wird sich Strategien überlegen, die ihn am Leben erhalten. Er wird wachsamer sein als andere Kinder, er wird früher mit Gewalt antworten, er wird sich wahrscheinlich stärker um sich kümmern, als um andere. Was auch immer. Nehmen wir jetzt einfach einmal an, dieser kleine Junge gelangt in den Hafen einer großen Stadt. Er spielt dort, fällt versehentlich in den Container eines Schiffes, das gerade nach New York ausläuft. Nehmen wir weiter an, dass dieser kleine Junge nun die berühmte amerikanische Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär durchläuft – er wird reich. Verändert Geld den Charakter? Ich meine, dass sich der nun große Junge zwar äußerlich verändert hat, in sich aber noch die Prägungen seiner Kindheit trägt. Er ist wachsam, vielleicht eher gewaltsam, kümmert sich in erster Linie um sich selbst und so weiter.

So klischeehaft dieses Beispiel sein mag, es verdeutlicht die Macht unserer Prägungen. Sie haben uns Muster und Mechanismen entwickeln lassen, die uns immer wieder in die selben Situationen manövrieren. Schwer ist die Veränderung, nur schwer lassen wir uns überzeugen.

Alternative in Aussicht?

Für unsere heutigen Blockaden sind wir allerdings selbst verantwortlich. Wenn aus dem kleinen Jungen ein erwachsener Mann geworden ist, „der es geschafft hat“, könnte er sich ja nun in Sicherheit fühlen. Sehr wahrscheinlich wird er es nicht tun. Was ihn in seiner Kindheit geprägt hat, wirkt weiter. Warum ist das so? Hirnforscher und Wissenschaftler haben eine ganz einfache Erklärung dafür. Wir verändern uns erst, wenn wir eine bessere Alternative in Aussicht haben. Ein starker Raucher wird das Rauchen nicht aufgeben, wenn er es nicht gegen etwas Besseres eintauschen kann. Zum Beispiel gegen seine Gesundheit. Ein Mensch, der sich wirklich um seine Gesundheit bemüht, kann gar nicht mehr rauchen. Nur die möglichen positiven Alternativen sind es, die uns zur Veränderung veranlassen. Bewähren sich die Veränderungen, geht es uns besser, dann verfahren wir weiter in dieser Richtung.

Um bei unserem Tellerwäscher zu bleiben: Die bessere Alternative und somit der Anreiz für Veränderung für ihn wäre Vertrauen. Dafür muss er allerdings etwas riskieren, denn Vertrauen ist etwas, was er nicht noch nicht kennt. Und wir Menschen haben eine starke Tendenz dazu, bei dem zu bleiben, was wir kennen, weil wir uns damit sicher fühlen – ob es uns gut tut oder nicht. Es könnte ja womöglich noch schlechter kommen – und so harren wir aus in dem, was wir als Komfortzone bezeichnen. In unserer Komfortzone haben wir uns eingerichtet mit dem, was wir kennen, wir haben es dort bequem – doch der Preis dafür ist oft hoch: Unbeweglichkeit, Trägheit, Energieverlust. Erst wenn der Leidensdruck groß genug ist, oft ausgelöst durch Krankheit, denken viele Menschen über ein Verlassen der Komfortzone nach.

Veränderung ohne Leidensdruck ist wesentlich komfortabler!

Um neue, positive Erfahrungen zu sammeln, die ihm bestätigen, dass Vertrauen eine Alternative ist, muss unser Tellerwäscher bzw. Millionär seine Komfortzone verlassen und unbekanntes Terrain betreten.

Stellen Sie sich die Komfortzone wie einen eingezäunten Garten vor. Wenn Sie den Zaun versetzen oder vielleicht sogar öffnen, erweitern Sie diesen Bereich – im übertragenen Sinne: Wenn Sie neue Erlebnisse und Erfahrungen in Ihr Leben einladen, wird Ihr Blickwinkel größer und Sie immer vollständiger.

Gehen Sie es spielerisch an, denn letztendlich ist das Leben ein Spiel. Erweitern Sie die Einzäunung Ihres Gartens, in dem Sie sich so oft wie möglich Tätigkeiten und Situationen schaffen, bei denen Sie im Flow sind. Im Flow sein bedeutet, völlig im Moment sein, voller Hingabe und zu 100 Prozent bei dem sein, was Sie gerade tun. Flow ist ein Zustand des Glücks, der uns beflügelt und den wir immer wieder haben möchten. Er entsteht, wenn wir es wagen, Neuland zu betreten und dabei feststellen, dass wir gerade genau das Richtige tun, dass es einen Riesenspaß macht, und wir erleben dabei, wie sich Unsicherheit in Sicherheit wandelt.

Sie sind der Held in Ihrer Welt!

Nur Sie sind der Held in Ihrer Welt. Nur Sie können erkennen, wo der Zaun Ihrer Komfortzone verläuft – und nur Sie können diesen Bereich verlassen. Alle Blockaden setzen wir uns selbst. Tief im Inneren. Wenn Sie sich und Ihren inneren Mitarbeitern Ihrer ICHselbstAG keine Alternativen außerhalb Ihrer Komfortzone aufzeigen, dann das wird es nichts mit dem „feinen Leben“. Wenn wir uns nicht auch Spielräume zum Versagen schaffen, machen wir uns klein und unbedeutend. Ja, ganz recht, „versagen“ gehört auch dazu. Fehler machen ist menschlich, das nennt man Erfahrungen sammeln. Wir haben alle Kraft, die wir brauchen. Nelson Mandela sprach in seiner berühmten Rede davon, dass wir nicht vor dem Angst haben, was wir nicht könnten. Wir haben eher Angst davor, wie groß und stark wir doch in Wirklichkeit sind!

Also werfen Sie den einen oder anderen alten, ausgedienten Glaubenssatz einfach über Bord. Probieren Sie Neues aus, freuen Sie sich über das Gelingen, und lachen Sie herzlich über sich selbst, wenn es einmal nicht so läuft! In jeder Sekunde können Sie entscheiden, was Sie ändern möchten. Ist das nicht ein Glück? Starten Sie jetzt! Die Gelegenheit wird nie günstiger sein. Jetzt gerade beginnt der Rest Ihres Lebens. Sie bestimmen wie!

Ihr Uwe Pettenberg

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Danke, ich habe einen totalen Motivations-Schub erhalten durch diesen Artilkel.