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Die Getränkeprüferin
21. März 2015

Erst rot, dann gelb, jetzt grün: Green Smoothies erobern die Märkte

Green Smoothie mit Kohl

Grün ist die Symbolfarbe des Lebens. Ganz in diesem Sinne präsentieren sich „Green Smoothies“ als schneller und dazu leckerer Vitamin-Kick: Frisches Blattgemüse wie Spinat, Blattsalate und Mangold, aufgepeppt mit den Obstklassikern Apfel, Birne, Banane oder Kiwi dazu Kräuter wie Petersilie, Kerbel oder Sauerampfer – der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch die gesundheitlichen Wirkungsversprechungen des neuen Trend-Lebensmittels sind bisweilen phantastisch. Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

greensmoothies.jpgTatsächlich: Ein grüner Smoothie kann – geschickt kombiniert – eine geballte Ladung Nährstoffe liefern. Denn grünes Blattgemüse und Kräuter sind wie Obst nicht nur reich an Vitaminen wie Folsäure und Vitamin C sowie den Mineralstoffen Kalium, Calcium, Eisen und Magnesium. Punkten können sie außerdem mit einem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, darunter insbesondere Carotinoide, Polyphenole und Chlorophyll. Dem Chlorophyll verdanken sie übrigens auch ihre kräftige grüne Farbe. Ob ihre anderen Inhaltsstoffe allerdings wirklich die oft vollmundig angepriesenen Gesundheitswirkungen bieten, ist dagegen eher fraglich.

Begriffe wie „detox“ oder „anti-aging“ machen die grünen Trendprodukte zu einem hochgelobten Mitglied der Familie der „Superfoods“, einer neuen Generation funktioneller Lebensmittel, die aufgrund ihres hohen Nähr- und Vitalstoffgehaltes gesundheitliches Wohlbefinden und oft noch mehr versprechen. Die Bezeichnung „Superfoods“ ist kein Rechtsbegriff, sondern reines Marketing in Sachen Gesundheit. Bei den „Green Smoothies“ sollen neben Vitamine und Mineralstoffen vor allen antioxidativ wirksame Pflanzenstoffe wie Carotinoide und Polyphenole dazu ihren Beitrag leisten. Etwa, indem sie problematisch Lebensmittelinhaltstoffe wie Nitrat im Körper in Nitrit umwandeln und ausleiten, was im Volksmund als eine Form der Entgiftung oder Entschlackung umschrieben wird. Wissenschaftlich belegt sind derartige Wirkungen jedoch nicht. Auch eine erkennbare verzögernde Wirkung auf die Zellalterung – das vielzitierte „anti-aging“ – ist wissenschaftlich umstritten.

greensmoothies2.jpgDas Immunsystem unterstützen können die Trendprodukte dank ihrer hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalte dagegen durchaus. Ebenso können sie die allgemeine Konzentrations- und Nervenstärke steigern, und sie wirken sich positiv auf Haut und Haar aus. Doch all diese Effekte haben enge Grenzen. So super die frisch gemixten Nährstoffbomben auch sein wollen: Sie sorgen weder dafür, dass ungeliebte Pfunde purzeln, noch können sie etwa Krebs oder Herz-Kreislauferkrankungen heilen. Denn sie sind Lebensmittel. Und keine Arzneimittel.
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Über den Autor dieses Beitrags

Dr. Lars Lobbedey ist beim SGS Institut Fresenius Business Development Manager für den Bereich Health Food. Als promovierter Lebensmittelchemiker berät er zu den Themen Nahrungsergänzungsmittel, Functional Food sowie diätische Lebensmittel und Novel Food. Gemeinsam mit seinem Team im Berliner Labor von SGS Institut Fresenius beantwortet er Herstellern lebensmittelrechtliche Fragestellungen, die bei Produktaufmachung und Werbung beachtet werden müssen, und sorgt mit Analysen von wertgebenden Inhaltsstoffen und Rückstandsanalytik dafür, dass Nahrungsergänzungsmittel qualitativ sicher in den Handel kommen. Mehr über die Dienstleistungen der SGS erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

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