Fruchtsaft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk: Die Qual der Wahl? | EAT SMARTER
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Die Getränkeprüferin
Fruchtsaft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk: Die Qual der Wahl?Durchschnittliche Bewertung: 4154
27. März 2014

Fruchtsaft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk: Die Qual der Wahl?

Fruchtsaft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk: Die Qual der Wahl?

Wussten Sie eigentlich, dass die Deutschen Weltmeister im Fruchtsaftkonsum sind? Laut dem Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande mehr als 33 Liter pro Jahr. Dabei ist die Auswahl an fruchthaltigen Getränken in Deutschland riesig, das kann ich Ihnen als Getränkeexperte bestätigen. Wie soll die Nation da den Überblick behalten? Gerne gebe ich Ihnen ein paar Entscheidungshilfen. Wir vom SGS Institut Fresenius analysieren nämlich Fruchtsäfte von A wie Aromastoffen bis hin zu Z wie Zink.

Häufig werde ich in meinem Bekanntenkreis gefragt, was eigentlich der Unterschied zwischen Fruchtsaft, Nektar und Fruchtsaftgetränken ist. Eigentlich ist es ganz einfach: Echter Fruchtsaft besteht zu 100 Prozent aus Frucht. Im Supermarkt ist er entweder als Direktsaft oder als Fruchtsaftkonzentrat erhältlich. Doch bevor die Flaschen im Regal landen, hat der Saft – besonders der aus exotischen Früchten – einen  langen Weg zurückgelegt. Meist werden in den Herkunftsländern die Früchte gepresst, dem Saft wird anschließend das Wasser entzogen und er wird als Konzentrat eingefroren. Dann geht es per Schiff nach Europa. Zum Schluss wird im Verkaufsland das Konzentrat mit der entzogenen Menge Wasser wieder aufgefüllt. Übrigens: Jeder zweite Liter Fruchtsaft, der weltweit konsumiert wird, ist Orangensaft.

Doch zurück zu unserem Produktvergleich: Anders als bei Fruchtsaft beinhaltet Fruchtnektar nur 25 bis 50 Prozent Frucht. Er wird mit Wasser gemischt und kann bis zu 20 Prozent Zuckerzusatz enthalten. Warum? Nun, einige Früchte wie Sauerkirschen oder Johannisbeeren enthalten zu viel Säure oder auch zu viel Fruchtfleisch wie beispielsweise Bananen. Das ist der Grund für die Beimischung von Wasser und Zucker. Bei Fruchtsaftgetränken reduziert sich dann je nach Sorte der Fruchtanteil auf sechs bis 30 Prozent. Neben Wasser und Zucker können hier auch Vitamine, Fruchtsäuren oder Aromastoffe zugesetzt werden.

 

Über den Autor dieses Beitrags

Guido Eggers ist Diplom-Braumeister und kennt die Getränkebranche seit Jahrzehnten. Als Getränke-Experte beim renommierten Lebensmittellabor SGS Institut Fresenius, das zum weltweit führenden Warenprüfkonzern SGS gehört, testen er und sein Team täglich, ob Mineralwasser, Bier, Wein oder Softdrinks das halten, was sie versprechen. Dass diese Getränke, ihre Verpackungen und auch die Herstellungsprozesse einwandfrei sind, interessiert vor allem Hersteller und Händler, die die SGS zum Beispiel mit Produktprüfungen auf Schadstoffe und Nährwerte oder mit Lieferantenkontrollen und dem Qualitätsmanagement beauftragen.

Mehr über die Dienstleistungen der SGS erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

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