Glas und PET: viele Milliarden Flaschen unterwegs | EAT SMARTER
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Die Getränkeprüferin
Glas und PET: viele Milliarden Flaschen unterwegsDurchschnittliche Bewertung: 4154
31. Oktober 2014

Glas und PET: viele Milliarden Flaschen unterwegs

Kürzlich hat die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgeschlagen, dass Verbraucher durch Hinweistafeln im Supermarkt Einweg- und Mehrwegflaschen besser voneinander unterscheiden lernen sollen. Denn angeblich hat jeder zweite Bundesbürger Schwierigkeiten damit, Einweg- und Mehrwegflaschen auseinanderzuhalten. Das sagen Umfragen. Schuld für die Verwirrung seien vor allem Flaschen aus Kunststoff, die zwar mit Pfand belegt sind, aber nicht wieder gefüllt werden. Vielleicht kann ich Ihnen die Unterscheidung etwas leichter machen.

Nach Schätzungen des Deutschen Brauerbunds sind derzeit bundesweit rund zwei Milliarden Bierflaschen im Umlauf. Und auch im Mehrwegsystem der deutschen Brunnen – das sind die Glasflaschen mit den Perlen am Hals – sind aktuell mehr als eine Milliarde Mineralwasserflaschen zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen unterwegs. Darüber hinaus gibt es aber noch mehr Anbieter und Verbände, die solche Mehrweg-Systeme anbieten. Die Logistik dahinter ist im Grunde ganz einfach: Getränke werden in eine Flasche abgefüllt, gekauft und getrunken. Danach wird die Flasche zurückgebracht, kontrolliert, gereinigt und wieder befüllt. Im Durchschnitt werden Mehrwegflaschen aus Glas dabei mehr als 50 Mal wieder befüllt, bevor sie recycelt werden. Eine Mehrwegflasche aus Kunststoff, etwa aus Verbundstoffen wie PET (Polyethylenterephthalat), wird in der Regel bis zu 25 Mal gefüllt und an den Handel ausgeliefert, bevor sie schließlich ausrangiert wird.

Einwegflaschen werden dagegen nur ein Mal verwendet, bevor sie entsorgt werden oder – und das ist das eigentlich Interessante – nach dem einmaligen Gebrauch in ihre Grundbestandteile zerlegt, weiterverarbeitet oder wieder aufbereitet werden. Aus PET-Flaschen, die zum Beispiel über das Pfandsystem beim Händler zurückgegeben werden, entstehen so häufig neue Kunststoff-Flaschen.

SGS Institut Fresenius untersucht und optimiert solche Flaschen ebenso wie Lebensmittelfolien und Plastikverpackungen. Polymer-Prüfungen helfen zum Beispiel dabei, chemische Zusammensetzungen von recycelten Kunststoffen, dem sogenannten Recyclat, genau zu bestimmen. Durch unsere Analysen mit modernsten Techniken haben Hersteller und Verbraucher höchste Sicherheit, dass die verwendeten Kunststoffe ihre Qualitätsanforderungen erfüllen und sich darin keine gesundheitsgefährdenden Stoffe befinden.

Dabei ist mir jedoch ein Punkt persönlich wichtig: Flaschen aus PET sollten nur bestimmungsgemäß verwendet und ausschließlich für Getränke eingesetzt werden. Keinesfalls sollte man etwa Pflanzenschutz- oder Düngemittel in die Flaschen einfüllen und diese dann zum Recyceln geben. Denn das so verunreinigte Material muss im PET-Wertstoffkreislauf mühsam identifiziert und wieder aussortiert werden.

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Guido Eggers ist Diplom-Braumeister und kennt die Getränkebranche seit Jahrzehnten. Als Getränke-Experte beim renommierten Lebensmittellabor SGS Institut Fresenius, das zum weltweit führenden Warenprüfkonzern SGS gehört, testen er und sein Team täglich, ob Mineralwasser, Bier, Wein oder Softdrinks das halten, was sie versprechen. Dass diese Getränke, ihre Verpackungen und auch die Herstellungsprozesse einwandfrei sind, interessiert vor allem Hersteller und Händler, die die SGS zum Beispiel mit Produktprüfungen auf Schadstoffe und Nährwerte oder mit Lieferantenkontrollen und dem Qualitätsmanagement beauftragen.

Mehr über die Dienstleistungen der SGS erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

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