Küche der Zukunft | EAT SMARTER
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Food-Trends
Die Küche von morgenDurchschnittliche Bewertung: 5151
29. September 2015

Die Küche von morgen

Zeig mir deine Küche und ich sage, dir wer du bist! Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die Küche immer mehr Funktionen erhalten – zusätzlich zu ihrer namensgebenden Bestimmung. Und daran wird sich in nächsten Zeit auch kaum etwas ändern. Auch wenn sich in diesem Ort vieles ändern wird.

Futuristische Küche aus dem Philips-Designstudio

(Foto: Philips) War bis in die 1990er Jahren das Wohnzimmer der Ort der Repräsentation und Selbstdarstellung, so drücken wir heute unsere Identität vor allem durch die Küche aus. Sie ist der Ort, der erzählt, wer wir sind. Ihre Gestaltung erschöpft sich daher längst nicht mehr darin, einen funktionellen oder gemütlichen Raum zu schaffen, der der Zubereitung von Speisen unter Berücksichtigung möglichst effektiver Arbeitsabläufe dient. Sie soll heute auch zum Ausdruck unserer Persönlichkeit taugen.

Dazu kommt: Die Küche wird zum Multi-Tasking-Space der Wohnung, wo gearbeitet und telefoniert wird, wo Hausaufgaben gemacht und Projekte besprochen werden. In Zeiten steigender Wohnungskosten werden die zur Verfügung stehenden Quadratmeter eher weniger; deshalb wird die Küche noch mehr zu einem multifunktionalen, gemeinsam genutzten Raum werden: zum Wohnzimmer, zum Arbeitsraum und zum Spielzimmer. Und dafür braucht es auch ganz andere „Küchenmöbel“, die nicht nur zum Kochen taugen.

Der neue Multifunktions-Küchentisch

Entwurf: Cooking Table von Moritz Putzier

Und so wird der Küchentisch gerade neu erfunden. Innovative Technik ermöglicht die Integration der Kochstelle in den Schreibtisch oder die Verwandlung des Schreibtisches in einen Herd (hier der Entwurf von Moritz Putzier). Flexiblere Möbel schaffen zudem im Handumdrehen Platz für andere Tätigkeiten, und intelligente neue Küchengeräte sparen nicht nur Platz, sondern machen das Kochen einfacher und produktiver, sodass nebenbei auch am Laptop gearbeitet, den Kindern beim Hausaufgabenmachen geholfen oder gespielt werden kann. 

Neue Küchen für neue Ernährungsstile

VookingNatur und Technologie schließen sich in Zukunft nicht aus. Die neue Küche bietet und braucht beides: natürliche Lebensmittel (frisch am Markt gekauft, per Delivery Service zugestellt oder selbst gezogen und gezüchtet) und intelligente Küchengeräte, mit denen man sie nährstoffschonend, einfach und wohlschmeckend zubereiten kann.

Auch geänderte Essgewohnheiten und Ernährungsweisen beeinflussen in Zukunft die Gestaltung und Ausstattung von Küchen. Sind Mikrowelle und Fritteuse die adäquaten Küchentechniken der Convenience-Küche, so stellt die vegetarische und vegane Küche ganz andere Anforderungen an Ausstattung, Arbeitsbereiche und Geräte: es müssen meist mehr Zutaten gereinigt, gewaschen und zerkleinert werden, es braucht Platz für Keimgefäße und mehr und bessere Aufbewahrungsbehälter für Gewürze. Und natürlich sollte auch Platz für eine Getreidemühle sein sowie für einen Klimaschrank, in dem saisonunabhängig frische Kräuter und Salate gezogen werden können.

Trend "Living Kitchen"

Loving Kitchen des US-amerikanischen Designstudios Studio GormDie Living Kitchen der Zukunft (dieser Entwurf stammt vom Studio Gorm) wird Natur und Technik noch symbolischer integrieren. Sie wird zu einem Ort, an dem Lebensmittel nicht nur möglichst gut gelagert, zubereitet und gegessen werden, sondern auch gezüchtet und die organischen Abfälle zu Kompost oder zu Biogas umgewandelt werden.

Und dafür sprechen viele gute Gründe: Ökologische und gesundheitliche ebenso wie eine – zumindest gefühlte – geringere Abhängigkeit von der Lebensmittelindustrie. Vor allem aber die Freude am Gärtnern und die Anbindung an die Natur. Und weil besonders bei der vegetarischen Küche viel organischer Abfall anfällt, machen sich Techniker und Designer auch auf die Suche nach effizienten und ressourcensparenden Lösungen für das „Abfallproblem“.

So funktioniert die LIving Kitchen von Studio Gorm: 

Die Küche der Zukunft produziert ihre Energie selbst 

Futuristische Küche mit Kompostier-Funktion aus dem Philips-Designstudio

Wohin die Entwicklung gehen könnte, deutet ein „Far-Future Design Concept“ von Philips an: Eine Biokonverter-Kücheninsel, die das Gas zum Kochen selbst aus dem in der Küche produzierten Bio-Abfall erzeugt. Noch Zukunftsmusik, aber eine, die in den Ohren von ressourcenbewussten Hobbyköchen sehr gut klingt.

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