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Food-Trends
Soft Health – gesund essen ohne DiätplanDurchschnittliche Bewertung: 4158
09. Dezember 2014

Soft Health – gesund essen ohne Diätplan

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Wer gesund leben will, achtet nicht länger nur auf Kalorientabellen, sondern genießt bewusst. Gesunde Kost sei sexy, resümiert Trendforscherin Hanni Rützler und erklärt, was es mit der Soft-Health-Bewegung auf sich hat.

„Die Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ Schon Arthur Schopenhauer wusste, dass Gesundheit zwar eine wesentliche Voraussetzung für ein gutes Leben ist, dass wir aber auch nicht glücklich werden, wenn wir unser gesamtes Handeln nur auf unsere Gesundheit fokussieren. Besonders beim Essen ist das einleuchtend. Wir wissen, dass unser Essverhalten einen entscheidenden Einuss auf unsere Gesundheit hat, zugleich aber auch, dass strikte Ernährungspläne und die alleinige Orientierung an physiologisch „richtiger“ Ernährung mit unseren Vorstellungen von gutem Leben nicht kompatibel sind.

Lange Zeit bestanden die Gesundheitszeichen beim Essen vor allem aus Verbotsschildern. Nun aber setzt sich immer mehr die Überzeugung durch, dass der Weg zur Gesundheit nicht über Verbote, Unterlassungen und den genussfeindlichen Fokus auf abstrakte Nährwerte und Kalorientabellen führt, sondern über positive Impulse, über Geschmack, Vielfalt, Qualität und bewussten Genuss. Eine Überzeugung, die im Trend zu Soft Health soziale Gestalt annimmt.

Die Entwicklung des Trends ist ausgesprochen dynamisch, weil sie nicht nur einen Push-Faktor hat (die Angst vor – auch ernährungsbedingten – Krankheiten und das schlechte Gewissen), sondern auch einen Pull-Faktor: Gesundes Essen wird sexy. Nicht nur der anhaltende Boom veganer und vegetarischer Kochbücher belegt, dass der Spaß am Kochen und einer ebenso gesunden wie wohlschmeckenden Küche zunehmend an Attraktivität gewinnt. Auch konsequente neue Produktentwicklungen und lustvolle Angebote in der innovativen Systemgastronomie und im alternativen Fast-Food-Bereich (jenseits von Pommes, Mayo, Currywurst und Burger) treten aus der Nische. Sie eröffnen den Konsumenten mehr und mehr Möglichkeiten, das „Gesundheits-Wollen“ mit dem „Gesundsein-Können“ ohne Abstriche beim Genießen zu verbinden.

Die Basis dieser Entwicklungen bildet ein neues Verständnis von gesunder Ernährung. Sie ist nicht mehr abstrakt und primär nährstoffbezogen im Sinne von fett- und kalorienärmer, vitamin- und ballaststoffreicher etc.. Heute ist vor allem von mehr Obst, mehr Gemüse und einem abwechslungsreichen Speiseplan die Rede, der aus unserer ganzen Lebensmittelvielfalt schöpft.

Statt der Fokussierung auf einzelne, „gesunde“ Lebensmittel nehmen immer mehr Konsumenten die Ausgewogenheit und die Vielfalt an Lebensmitteln als den entscheidenden Schlüssel für gesunde Ernährung wahr. Und das bedeutet in fleischzentrierten Esskulturen wie in Deutschland und Österreich vor allem, mehr Gemüse und Getreideprodukte zu essen und sich dabei auch nicht durch die jetzt so populären Warnungen vor Gluten verwirren zu lassen, das nur ganz wenige Menschen nicht vertragen. Zahlreiche vegetarische und vegane Kochbücher unterstützen Konsumenten dabei, diesem Weg auch im Alltag zu folgen. Die meist einfach nachzukochenden Gerichte vereinen das „gelernte Gesunde“ (esst mehr Obst und Gemüse!) und den „ersehnten Genuss“ (es muss gut schmecken!) mit dem wachsenden „distinktiven Wissen“ über Lebensmittelqualität, Herkunft, Handwerk und diverse Inhaltsstoffe.

Hanni Rützler

 

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