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Gesünder backen Blog
Brotbacken: 10 Tipps für EinsteigerDurchschnittliche Bewertung: 4.51537
26. Oktober 2014

Brotbacken: 10 Tipps für Einsteiger

Im Supermarkt, beim Bäcker oder im Backshop um die Ecke: Frisches Brot ist heute überall, jederzeit und billig erhältlich. Trotzdem lohnt es sich mehr denn je, Brot selber zu backen. 10 Tipps, mit denen auch Anfänger gleich loslegen können.

Frisch gebackenes Brot duftet unwiderstehlich. Kein Wunder, dass Backshops, Backstationen in Supermärkten oder Tankstellen ihre Aufbacköfen rund um die Uhr laufen lassen. Was herauskommt, hat allerdings oft mehr mit Chemie als mit natürlichen Zutaten zu tun. Wer wirklich wissen will, was in seinem täglich Brot steckt, muss zu einem der übriggebliebenen Handwerksbäcker gehen – oder sein Brot selber backen. Das spart vielleicht nicht unbedingt Geld, aber macht Spaß. Und Sie werden definitiv stolz sein, wenn Sie Ihr erstes selbstgebackenes Brot in den Händen halten! 

Allerdings können Begriffe wie Sauerteigansatz und Gärkörbchen, Anstellgut und Klopfprobe erst einmal ziemlich verwirren. Doch keine Angst, man kann ja auch klein beginnen. Für alle, die sich bislang noch nicht ans Brotbacken getraut haben, habe ich zehn Tipps für den Anfang zusammengestellt. Die wichtigsten Ratschläge: Nummer 1 und 10! 

1. Nehmen Sie sich Zeit für Ihr erstes Brot!
Gutes Brot braucht Zeit. Beginnen Sie mit ihrem ersten Brot nicht unbedingt nach einem stressigen Arbeitstag oder gehetzt zwischen zwei Terminen. Während ein leckerer Kuchen innerhalb einer Stunde auf dem Tisch stehen kann, muss man für Brot deutlich mehr Zeit einplanen. Das heißt nicht, dass Sie stundenlang an der Küchenmaschine stehen müssen. Doch der Teig muss lange ruhen und gehen. Für manche Rezepte muss man mehrere Tage einplanen. So bekommt das Brot sein ganz eigenes Aroma, eine leckere Struktur und Konsistenz.

2. Informieren Sie sich über Mehlsorten und deren Unterschiede
Während man für Kuchen und Kekse meist auf das klassische Weizenmehl aus dem Supermarkt zurückgreift, lohnt es sich fürs Brotbacken, auch mal einen Blick auf andere Mehlsorten zu werfen. Die so genannte Type des Mehls zeigt an, wie viele Mineralstoffe darin stecken. Je niedriger die Type, desto heller das Mehl. Zum Brotbacken verwendet man oft Mehle mit einer höheren Typenzahl; bei Weizen also zum Beispiel 1050. Roggen ist das klassische Brotgetreide; andere Sorten wie Hafer, Gerste oder Amaranth schmecken nicht nur ebenfalls lecker, sondern sind auch eine gute Alternative für Allergiker. 

3. Besorgen Sie sich eine Basisausstattung fürs Brotbacken
Für Ihr erstes selbstgebackenes Brot müssen Sie nicht extra einkaufen gehen. Wichtig ist nur, dass Sie einen leistungsfähigen Ofen zuhause haben, der mindestens 250 Grad Temperatur erreichen kann, eine Haushaltswaage, eine Teigschüssel, ein Küchentuch und ein Backblech. Eine Küchenmaschine kann die Knetarbeit erleichtern.

4. Suchen Sie sich ein erprobtes, einfaches Brotrezept
Halten Sie sich zu Beginn an erprobte Rezepte. Experimentieren können Sie mit der Zeit immer noch. Dennoch lassen sich Brotrezepte immer auch leicht anpassen. Wer zum Beispiel kein klassisches Brotgewürz mit Anis und Kümmel mag, kann dies durch andere Gewürze ersetzen. Erfahrene Brotbäcker machen ihren Sauerteig natürlich selber. Für den Anfang - oder wenn es mal schnell(er) gehen soll - tut es aber auch fertiger Sauerteig vom Bäcker oder Trockensauerteig aus dem Supermarkt bzw Naturkostladen.

5. Wiegen Sie alle Backzutaten genau ab
Wie beim Kuchenbacken ist das genaue Abwiegen der Zutaten auch beim Brotbacken sehr wichtig. Schon kleine Mengen zuviel an Wasser, Hefe oder Salz können das Ergebnis stark verändern. Verwenden Sie also immer eine Küchenwaage, statt auf Ihr Augenmaß zu vertrauen.

6. Gut kneten und lange gehen lassen
Kneten und gehen lassen sind die wichtigsten Schritte beim Brotbacken. Durch das Kneten wird der Teig lockerer. Mit den Händen lässt sich der Teig am besten bearbeiten; allerdings braucht man dafür viel Kraft und Zeit – bis zu einer halben Stunde. Ich lasse meine Brotteige meist von der Küchenmaschine kneten und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Beim Gehen dürfen Brote aus Hefe- und Sauerteig nicht in Zugluft stehen. Daher sollten sie mit einem Küchentuch abgedeckt werden. Je kühler das die Küche, desto länger braucht der Teig zum Gehen.

7. Wählen Sie die richtige Backtemperatur und -feuchtigkeit
Der Ofen sollte fürs Brotbacken immer auf sehr hoher Temperatur (250 Grad) vorgeheizt sein. Meist wird die Temperatur dann wieder etwas zurückgeschalten. Ein gutes Brot muss zudem bedampft werden. Dafür ein leeres Backblech oder ein anderes ofenfestes Behältnis auf den Herdboden stellen und darauf ein Glas heißes Wasser gießen, sobald das Brot in den Ofen kommt.

8. Prüfen Sie, ob das Brot fertig ist 
Wenn die im Rezept angegebene Backzeit vorbei ist, sollten Sie prüfen, ob das Brot wirklich fertig ist. Am besten macht man dies mit der Klopfprobe: Nehmen Sie das Brot aus dem Ofen. Klopfen Sie mit den Fingerknöcheln auf den Brotboden. Ist das Geräusch hohl, ist das Brot fertig – sonst sollten Sie noch etwas Backzeit zugeben. Alternativ können Sie mit einem Bratenthermometer auf die Kerntemperatur des Brotes messen.

9. Genießen Sie Ihr Brot erst einmal pur
Wahrscheinlich können Sie es kaum abwarten, ihr erstes selbstgebackenes Brot zu probieren. Vielleicht schmeckt es ganz anders als das Einheitsbrot aus Supermarkt und Co.. Genießen Sie das Brot  erst einmal pur, ohne es gleich mit Käse oder Wurst zu erdrücken. Wie schmeckt die Kruste? Ist der Teig locker genug? Wollen Sie das nächste Mal lieber Kürbiskerne statt Sonnenblumenkerne verwenden? Braucht der Teig etwas mehr Salz?

10. Geben Sie nicht auf: Übung macht den Meister!
Vielleicht ist Ihr erstes Brot noch nicht ganz so geworden, wie Sie es sich vorgestellt haben – das wäre meiner Erfahrung nach auch die Regel, nicht die Ausnahme. Mein erstes Sauerteigbrot, für das ich eine Woche lang gebraucht habe, wurde zum Beispiel viel zu kompakt, sauer und feucht. Die Enttäuschung war groß. Aber inzwischen liebe ich es, Roggenbrot zu backen, französisches Baguette zu machen, Brötchen in den Ofen zu schieben. Brotbacken braucht Übung. Geben Sie nicht auf – es lohnt sich!

Kathrin Runge
www.backenmachtgluecklich.de

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Es fehlen leider die Angaben über die Machart sowie die genaue Menge für ein Brot zu backen. Lebe in Thailand uns möchte gerne ein schönes Roggenbrot backen. Sauerteig kann man den selber machen, denn soetwas gibt es hier nicht. Hefe ja! Fred