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26. November 2014

Das Grün-Gen

Das Grün-Gen

Am Wochenende habe ich mit meinem Sohn für eine Biologie-Klausur gelernt: Es ging um DNA, Transkription, Translation, Chromosomen, Vererbung. Mittendrin fragte der Junge mich: „Sag mal Mama, wie kann es sein, dass bei einer Mutter wie dir, die ständig gesundes Zeug isst, ein Kind raus kommt, welches nichts Grünes isst? Ist das Gen dafür nicht vererbt worden oder wie?“

Tja, eine berechtigte Frage und eine Anspielung auf seine Schwester. Außer Brokkoli mag das Mädel nämlich tatsächlich nichts Grünes. Sie isst orange Möhren und orangen Kürbis, weißen Kohlrabi, gelben Mais, sogar rote Beete. Aber wehe, auf dem Teller befindet sich ein Fitzelchen Petersilie ...

Das Grün-GenMehr noch: Wenn man ihr einen Löffel Gemüsesuppe bei geschlossenen Augen in den Mund schiebt, schiebt ihre Zunge ein paar Sekunden später alles Grüne wieder raus – ohne dass sie vorher wusste, was sie überhaupt im Mund hatte. Und so wandern tagtäglich Zucchinistückchen, Lauchzwiebelringe, Rosenkohl, Basilikum, Salatblätter und andere grüne Pflanzenteile ungegessen an den Tellerrand.

Was also ist das für ein Phänomen? Wird das „Grünes-Gemüse-ist-lecker-Gen“ rezessiv vererbt? Hat ein anderes Gen meines Mannes an dieser entscheidenden Stelle die Oberhand gewonnen? Wir wissen es nicht. Und leider stand dazu auch nichts im Biologiebuch. Fakt ist jedoch, dass unsere Tochter Grünes verabscheut seit sie „grün“ halbwegs verständlich aussprechen und mit ihren kleinen Fingerchen im Essen rumpopeln konnte.

Das Grün-GenMeine erste Reaktion war natürlich: Gelassenheit – schließlich bin ich ja vom Fach. Und deshalb weiß ich, dass sich die Geschmacksknospen von Kindern alle 10 – 14 Tage erneuern. Neue Knospen = erneuerter Geschmackssinn = alle zwei Wochen eine neue Chance, dass Feldsalat & Co. akzeptiert werden. Ergebnis nach 12 Jahren: Das Kind isst inzwischen Erbsen – hurra!   

Meine zweite Reaktion: mehr Gelassenheit – Kinder müssen „Geschmack“ schließlich erst lernen. Der Glaube, dass wir bestimmte Geschmäcker einfach mögen, weil wir sie mögen, ist Quatsch. Das meiste, was wir mögen, mögen wir, weil wir es gewöhnt sind. Weil wir es als Kind oft und immer wieder zu essen bekommen haben. Also tat ich immer wieder Zucchini in die Suppe. Und natürlich Petersilie. Ergebnis nach 12 Jahren: Inzwischen ist meine Tochter zwar nicht an den Geschmack, wohl aber ans prompte Aussortieren des Grünzeugs gewöhnt.

Deshalb ist meine heutige Reaktion: totale Gelassenheit. Denn eins ist ja wohl klar: Wer Möhren, Kürbis, Kohlrabi, Mais und rote Beete mag, dem wird das Nicht-mögen von Zucchini, Lauch, Rosenkohl und Petersilie nicht wirklich etwas schaden. Und falls doch mal Zweifel aufkommen, gibt´s ja immer noch die Tomatensauce und den Pürierstab. :)

Herzlichst, Ihre Alexa Iwan

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