Die Sache mit den Kohlenhydraten | EAT SMARTER
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Der Good-Food-Blog
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05. August 2015

Die Sache mit den Kohlenhydraten

Kohlenhydrate sind in Alexa Iwans Familie neuerdings ein großes Thema: Wo stecken die überall drin? Eine kleine Nachhilfestunde in Sachen Ernährung.

Die Männer in meiner Familie interessieren sich neuerdings für Kohlenhydrate... Sie wissen schon: diese Nummer, dass man abends keine Kohlenhydrate mehr isst, damit nachts die Fettverbrennung auf Hochtouren laufen kann.

Vorneweg: in der Wissenschaft ist man sich nach wie vor uneins, ob dieser abendliche Effekt tatsächlich so gewaltig ist, wie uns manche Experten glauben machen wollen. Trotzdem schadet es nicht, insgesamt auf seine Kohlenhydratzufuhr zu achten, denn immer mehr Studien belegen, dass die Ursachen für unliebsame Polster & Pölsterchen nicht beim Fett, sondern in einer zu hohen Kohlenhydratzufuhr zu suchen sind.

Seit ein paar Tagen diskutieren wir nun also bei jedem Essen: sind Nudeln Kohlenhydrate? Enthält Reis Kohlenhydrate? Pilze? Mais? Lachs? Haferflocken? Und was ist eigentlich mit Bier....? Ich sitze dann immer etwas verblüfft daneben und frage mich, wieso das Thema „woraus bestehen unsere Lebensmittel“ offenbar im Biologieunterricht in der Schule nicht stattfindet... 

Deshalb hier und jetzt mal eine Mini-Biologie-Stunde. Kohlenhydrate heißen Kohlenhydrate, weil das Molekül, aus dem sie bestehen einen Ring aus Kohlenstoffatomen (chemisch „C“ – der Chemielehrer lässt grüßen) als Grundgerüst hat. Wenn man Kohlenhydrate komplett zerlegt, bleibt am Ende immer ein Zuckermolekül übrig (z.B. Glukose = Traubenzucker oder Fruktose = Fruchtzucker). Trotzdem sind nicht alle Kohlenhydrate Zucker. Wenn man ganz, ganz viele Traubenzucker-Moleküle wie eine Perlenkette aneinanderhängt, dann ergibt das Stärke. Und die schmeckt zunächst mal nicht süß. Erst wenn man lange draufrumkaut (z.B. auf einem Stück Brot), dann wird die Stärke durch die Speichelenzyme zerlegt und dann schmeckt man plötzlich die Süße.

Zurück zu den Lebensmitteln: Alles, was süß schmeckt und Zucker enthält, enthält also zwangsläufig Kohlenhydrate. Das ist nicht schwer zu beurteilen. Aber auch andere Lebensmittel kann man sich durch logische Überlegung erschließen: Haferflocken sind Getreide, Getreide hat einen Stärkekern, Stärke ist ein Kohlenhydrat. Reiskörner haben ebenfalls einen Stärkekern. Kartoffeln enthalten Kartoffelstärke (damit hat die Oma immer den Sandkuchen gebacken). Nudeln werden aus Getreide (u.a. Weizen) hergestellt, Getreide hat... na, Sie wissen schon. Mais ist übrigens auch Getreide! Pilze dagegen sind Gemüse und Gemüse enthält zwar auch einige Kohlenhydrate, allerdings in Form von unlöslichen Faserstoffen (Ballaststoffen) und die kann unser menschlicher Körper nicht verwerten. Die können wir also vernachlässigen. Fisch und Fleisch gehören zur Eiweißfraktion, kein nennenswerter Kohlenhydratanteil.

Und Bier? Tja, woraus wird Bier gemacht? Wasser, Hopfen, Hefe und Malz. Und was ist Malz? Malz ist gekeimte und getrocknete Gerste (oder im Fall von Weizenbier halt Weizen). Gerste und Weizen sind Getreidesorten, Getreide hat einen Stärkekern usw. – insofern ist klar, dass Bier Kohlenhydrate enthält. Heißt in letzter Konsequenz: wer abends auf Kohlenhydrate verzichten möchte, der darf vor, während und nach dem Abendessen kein Bier trinken. Und an dieser Stelle hören Spaß & Konsequenz beim Kohlenhydratverzicht bei vielen Menschen dann auf.
Die gute Nachricht: „low carb“ hat weniger mit der Zusammensetzung einer einzelnen Mahlzeit (in diesem Fall Abendessen) zu tun als mit der gesamten Aufnahme an Kohlenhydraten über den Tag verteilt sowie mit der Qualität der Kohlenhydrate. 

Dazu mehr im nächsten Blogpost – jetzt höre ich gerade die Pausenglocke ☺  

Herzlichst, Ihre
Alexa Iwan
(Dipl. Ökotrophologin)

Hier erfahren Sie mehr über Alexa Iwan!

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