Warum wir mögen, was wir mögen | EAT SMARTER
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Der Good-Food-Blog
Warum wir mögen, was wir mögenDurchschnittliche Bewertung: 3.5154
24. Juni 2015

Warum wir mögen, was wir mögen

Der eine mag keine Tomaten, dem nächsten ist Kaffee ein Graus. Oder Früchtetee. Oder Oliven. Oder Nusseis. Wie sieht es bei Ihnen aus? Jeder hat seine persönlichen Vorlieben und Abneigungen. Und das ist ja auch gut so, denn es macht jeden von uns einzigartig.

Wenn Sie jetzt aber denken, dass Sie bestimmte Lebensmittel oder Speisen nicht mögen, weil Ihnen ihre Geschmackspräferenzen in die Wiege gelegt worden sind – dann stimmt das nur zum Teil. Tatsächlich ist die Vorliebe für Süßes genetisch festgelegt, denn süß waren in grauer Vorzeit ungiftige, reife Früchte. Und daran erinnern sich unsere Gene noch heute. Der größte Teil des Geschmacks wird aber heutzutage erlernt. Und das heißt: Menschen lehnen bestimmte Geschmäcker nicht ab, weil sie sie nicht mögen, sondern weil sie sie nicht gewöhnt sind. Ich weiß, den Satz muss man zweimal lesen.

Das Geschmacksgedächtnis entwickelt sich dabei sehr früh – nämlich schon in den ersten Lebensjahren. Heißt: Wer als Kleinkind keinen frischen Brokkoli zu essen bekommt, wird sich später damit eher schwer tun. Und an dieser Stelle kommen die Eltern ins Spiel: Wer seinem Kind nur Möhrenbrei aus dem Gläschen füttert, darf sich nicht wundern, wenn das Kind später frisches Möhrenmus ablehnt. Denn den Geschmack kennt es ja nicht. Er ist ihm nicht vertraut und wurde nicht im Geschmacksgedächtnis abgespeichert.

Meine Mutter hat zum Beispiel früher immer H-Milch gekauft, weil die länger haltbar ist. Ich bin also mit H-Milch groß geworden. Und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich frische Milch mochte. Ich musste mich wirklich erst an den anderen Milch-Geschmack gewöhnen. Und das ist die gute Nachricht: Man kann seinen Geschmack ändern. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes mit Geduld und Spucke! Was häufig gegessen wird, wird irgendwann auch gemocht. Wer den Naturreis beim ersten Mal nicht so lecker findet, sollte ihn einfach öfter auf den Tisch bringen. Natürlich gibt es Ausnahmen: Ich persönlich werde mich ganz sicher niemals an Kaffeegeschmack gewöhnen. Aber dass meine Tochter ihr ganzes restliches Leben lang Tomaten verabscheuen wird, wage ich zu bezweifeln. Wir arbeiten jedenfalls dran.

Herzlichst,
Ihre Alexa Iwan

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