Schimmel in der Wohnung | EAT SMARTER
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Green Living
Schimmel in der WohnungDurchschnittliche Bewertung: 5153
26. Januar 2016

Der ungebetene Hausgast

Schimmel in der Wohnung

Schimmel in der Wohnung ist kein gern gesehener Gast und eine ziemlich unangenehme Angelegenheit. Sein dunkles und hässliches Auftreten kann sogar Erkrankungen der Atemwege und Kopfschmerzen hervorrufen. Wie Schimmel entsteht und was Sie dagegen tun können, erkläre ich heute im Green Living-Blog.

Schimmel an der Wand

Das ewige Schimmelproblem

Sie gehören zur natürlichen Umgebung und sind überall vorhanden: Schimmelsporen und -keime. Doch erst wenn genügend Feuchtigkeit zu einem guten Nährboden wie Staub oder Tapeten hinzukommt, beginnen die Schimmelpilze zu wachsen.

Nicht nur hässliche dunkle Flecken an den Wänden kommen dann zum Vorschein – einige Menschen reagieren auch mit gesundheitlichen Problemen. Etwa 41 Prozent der Bevölkerung mussten sich schon einmal mit einem Schimmelproblem in der Wohnung herumschlagen, wie aus einer repräsentativen Studie der Humboldt-Universität Berlin aus dem Jahr 2013 hervorgeht. Doch wie entsteht der ungebetene Hausgast überhaupt?

So entsteht Schimmel in der Wohnung

Organische Materialien sind der perfekte Nährboden für Schimmelpilzsporen. Dazu gehören zum Beispiel Holz, Tapeten, Staub, Kleister oder Kunstharz. Zusammen mit ausreichend Feuchtigkeit, aus beispielsweise einem Bauschaden oder aus Kondenswasser, sind die Voraussetzungen für das Wachstum des Schimmels ideal. 

"Schimmel bildet sich vorwiegend an kalten Außenwänden und besonders leicht in den Ecken. Er bildet schwarze Flecken oder einen pelzigen Belag", erklärt Andrea Grimm der Verbraucherzentrale Hamburg. Im Zusammenspiel mit anderen Bakterien und Mikroorganismen kann nun ein vielfältiger Schimmelbelag in der Wohnung entstehen.

Schimmel an der Wand

Wie wirkt das Schimmelgift auf den Menschen?

Ein gesundes Immunsystem lässt sich normalerweise nicht von Sporen, Keimen und Stoffwechselprodukten der Schimmelpilze und anderen angreifen. Wenn jedoch eine Vielzahl der Sporen eingeatmet wird, könne eine Gesundheitsgefahr ausgehen, wie das Umweltbundesamt informiert.

Ob Schimmel in der Wohnung allerdings tatsächlich krankmacht, wird derzeit immer noch erforscht. Bislang gibt es nämlich keine verlässlichen Angaben, ob und ab welcher Konzentration sich die Schimmelpilze auf die Gesundheit auswirken. Allergische Reaktionen können jedoch durch jeden Schimmelbelag bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem auftreten.

Schimmel in der Wohnung entfernen

Zu Beginn ist wichtig, dass die Ursache der Feuchtigkeit in der Wohnung erkannt und beseitigt wird. Nur so ist die Schimmelsanierung erfolgreich und vor allem nachhaltig. Sind nur kleine Flächen von bis zu einem halben Quadratmeter an der Oberfläche betroffen, kann der Schimmel in der Wohnung auch selbst entfernt werden. Dabei sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • Handschuhe tragen
  • Mundschutz mit Feinstaubfilter (mind. P2) tragen
  • Schutzbrille aufsetzen
  • bei Bedarf einen Einweg-Overall tragen

Achtung: Menschen mit Allergien oder chronischen Erkrankungen sollten sich während der Schimmelentfernung nicht in den Räumlichkeiten aufhalten bzw. den Schimmel nicht selbst entfernen!

Der Schimmel in der Wohnung muss stets vollständig entfernt werden. Bei glatten und geschlossenen Materialien wie Glas, Lack, Kunststoff oder lackiertem Holz kann die Fläche einfach mit einem Haushaltsreiniger abgewischt werden. Poröse Materialien wie Tapeten, Gipskarton- oder Spanplatten können nicht gereinigt, sondern müssen komplett entsorgt werden. Gleiches gilt für Textilien und Polstermöbel.

Die Tipps im Überblick:

  • Bei Eigensanierung von Schimmel: Befallene Tapeten oder Silikonfugen entfernen. Um die Schimmelsporen zu binden, müssen die Tapeten vorher angefeuchtet werden
  • Waschen Sie oberflächlich befallene Stellen, z. B. auf Metall, Keramik, Glas oder lackiertem Holz mit einem Haushaltreiniger ab
  • Die gereinigten Flächen mit 80-prozentigem Ethylalkohol abreiben und gut durchtrocknen lassen. Vorsicht Explosionsgefahr!
  • Anschließend die sanierten Flächen feucht reinigen, damit auch der verteilte Feinstaub entfernt wird
  • Möglichst keine chemischen Spezialmittel verwenden. Sie enthalten oft Chlorverbindungen, die die Gesundheit beeinträchtigen können
  • Überlassen Sie größere Schimmelpilzschäden einem Fachunternehmen, das auf Schimmelpilzsanierung spezialisiert ist

Lüften

Schimmel vermeiden

Die Ursachen für Schimmel in der Wohnung sind ganz vielfältig: So können unzureichendes Lüften und Heizen sowie undichte Fenster und Dächer zu Feuchtigkeit in der Wohnung und somit zu Schimmel führen. Auch das Wohnverhalten sorgt für Feuchtigkeit in den Räumen: Durch Duschen, Baden, Kochen oder Wäsche trocknen gelangen so mehrere Liter Wasser in die Luft. "Sie sollten ausreichend heizen und reichlich Lüften!", rät Andrea Grimm.

Thermo-HygrometerAuch kleine Hilfsmittelchen sind erlaubt: "Zunächst einmal sollte man sich ein Hygrometer kaufen, um die Luftfeuchtigkeit zu messen. Die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen sollte zwischen 40 und 60 Prozent betragen. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, sollte gut und kräftig gelüftet werden. Ich empfehle drei bis fünf Mal mal am Tage querlüften", so die Expertin. Tipps zum richtigen Lüften finden Sie außerdem hier in meinem letzten Blog-Eintrag.

 

(jbo)

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Sehr gute Tipps, wie man dem Schimmel in der Wohnung den Kampf ansagen kann!! Doch hilft jedes noch so gute Allheilmittel nicht bei der Beseitigung des Schimmels, muss unter Umständen doch der Vermieter über den Zustand informiert werden: https://www.testsieger-berichte.de/2016/03/22/wie-geht-man-am-besten-bei-schimmel-in-der-wohnung-vor/. Dieser kann die Beseitigung des Schimmels durchführen lassen. Für den Fall, dass er keine Reaktion zeigt, können Mieter je nach Gefahrenstufe eine Metminderung zwischen 5 und 20 Prozent durchsetzen. Sieht der Vermieter danach noch immer keinen Handlungsbedarf, muss zwangsläufig ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet werden, welches sich um die offizielle Feststellung des Mangels kümmert.