Die häufigsten Sportverletzungen – und wie Sie vorbeugen können | EAT SMARTER
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Prof. Dr. Froböse der Fitness-Doktor
Die häufigsten Sportverletzungen – und wie Sie vorbeugen könnenDurchschnittliche Bewertung: 5153
22. Februar 2014

Die häufigsten Sportverletzungen – und wie Sie vorbeugen können

Die häufigsten Sportverletzungen – Verletzungen am Sprunggelenk gehören dazu. © Maxisport - Fotolia.com Die häufigsten Sportverletzungen – Verletzungen am Sprunggelenk gehören dazu. © Maxisport - Fotolia.com

„Sport ist Mord“ – so lautet ein vielzitierter Satz, der immer dann bemüht wird, wenn sich ein Sportler eine schwerere Verletzung zugezogen hat. Doch ist an dem Sprüchlein wirklich etwas dran? In seinem neuen Blog-Beitrag geht Prof. Ingo Froböse dieser Frage nach, benennt die häufigsten Sportverletzungen und verrät, wie man aktiv vorbeugen kann.

Knöchel verstaucht, Rippe geprellt, Arm gebrochen – all das und noch viel mehr kann die Folge sportlicher Aktivität sein, liebe EAT SMARTER-Leser. Aktuellen Erhebungen zufolge werden die häufigsten Sportverletzungen insbesondere den verschiedenen Ballsportarten zugeschrieben. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Bei Fußball, Handball, Volleyball und Co. handelt es sich um sogenannte dynamische Sportarten, bei denen es viele schnelle und abrupte Richtungswechsel gibt. Diese erhöhen das Risiko für Verletzungen. Darüber hinaus gibt es in vielen Ballsportarten Kontakt mit einem Gegenspieler. Und wir wissen: Sportarten mit viel Körperkontakt bergen ebenfalls ein höheres Verletzungsrisiko als sogenannte Individualsportarten.

Die häufigsten Sportverletzungen in Europa werden dem Fußball zugeschrieben

Jährlich werden in den stationären und ambulanten Krankenversorgungseinrichtungen der Europäischen Union schätzungsweise rund 4,5 Millionen Sportverletzungen behandelt. Rund 40 Prozent davon sind mit einer der wohl beliebtesten Sportarten weltweit assoziiert: dem Fußball.

Bewegung ist Trumpf

Doch keine Angst: Die Stollenschuhe müssen Sie jetzt nicht automatisch an den Nagel hängen. Im Gegenteil: Von einer solchen Maßnahme würde ich Ihnen sogar dringend abraten. Denn unser Körper ist auf Bewegung ausgelegt, und jegliche Inaktivität hätte weitreichende, negative Folgen!

Inaktivität kann Krankheiten auslösen

Inaktivität – der sogenannte „sitzende“ Lebensstil – ist beispielsweise die zweithäufigste Todesursache in den USA und auch in Europa sterben jährlich 1,2 Millionen an den Folgen des Nichtstuns! Sie kann zu Herzversagen, Schlaganfall, einigen Krebsarten, Osteoporose, Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 führen. Die sitzende Lebensweise ist zu einem eigenständigen Risikofaktor geworden. Zwei Stunden still sitzen führt dazu, dass der Stoffwechsel im Koma liegt. Sämtliche Funktionen des Körpers sind heruntergefahren, Körperzellen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Muskeln schwinden, und nur das Gehirn schafft es noch „wach“ zu bleiben. Durch diese Risikofaktoren ist die Sterberate bei stark inaktiven Personen höher als bei aktiven Menschen. Im Rahmen einer Studie aus dem Jahr 2010 fanden Forscher heraus, dass Männer, die mehr als 23 Stunden pro Woche im Sitzen verbrachten, ein um 64 bis 82 Prozent höheres Risiko besitzen an Gefäßerkrankungen zu sterben als Männer, die weniger als elf Stunden pro Woche sitzend verlebten. Sie sehen also, liebe Leser: Bewegung lohnt sich! Und aus diesem einfachen Grund haben natürlich auch all jene Sportarten einen Sinn und Nutzen, die ein erhöhtes Verletzungsrisiko bergen.

So beugen Sie Verletzungen vor

Abgesehen davon gibt es selbstverständlich auch Mittel und Wege, Sportverletzungen vorzubeugen. Wer beispielsweise Muskelverletzungen vermeiden möchte, sollte Wert auf ein richtiges Aufwärmtraining legen – und das gilt auch an wärmeren Tagen! Viele Menschen wärmen sich – wenn überhaupt – nur kurz auf, sodass die Muskulatur gar nicht auf „Betriebstemperatur“ kommen kann. Die Folge sind häufig Zerrungen und Risse in der Muskulatur, besonders bei „explosiven“ Sportarten. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, überhaupt genügend Muskulatur aufzubauen – denn auch sie hilft, Verletzungen vorzubeugen. Durch eine starke Muskulatur werden Gelenke besser gesichert, und Stöße etc. können leichter vom Gelenk „abgewehrt“ werden. Wer dies berücksichtigt, minimiert sein Verletzungsrisiko.

Bleiben Sie aktiv

Zusammenfassend bleibt mir zu sagen: Lassen Sie sich von einem etwaigen Risiko für Sportverletzungen nicht abschrecken, selbst Sport zu treiben. Unglücklich umknicken kann man auch beim Einkaufen oder bei der Shoppingtour in der Stadt. Ich rate Ihnen deshalb dringend: Bleiben Sie aktiv, bewegen Sie sich – und sollte Sie doch einmal eine Sportverletzung erwischen: Keine Sorge! Jede Verletzung ist besser als infolge von Inaktivität vorzeitig und vor allem „chronisch“ krank zu werden.

Protokoll: Janina Darm

 

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