Erste Hilfe bei Sportverletzungen | EAT SMARTER
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Prof. Dr. Froböse der Fitness-Doktor
Erste Hilfe bei SportverletzungenDurchschnittliche Bewertung: 3.81525
31. März 2014

Erste Hilfe bei Sportverletzungen

Erste Hilfe bei Sportverletzungen kann entscheidend sein. © Dirima - Fotolia.com Erste Hilfe bei Sportverletzungen kann entscheidend sein. © Dirima - Fotolia.com

Ein kurzer Moment, schon ist es passiert – Sie knicken um – und das Sprunggelenk schmerzt. Was nun? Prof. Froböse erklärt in seinem neuen Blog-Beitrag, worauf es bei der Ersten Hilfe bei Sportverletzungen ankommt und wie Sie das Leiden lindern.

Liebe EAT SMARTER-Leser, wo gehobelt wird, fallen auch Späne. Für den Sport bedeutet dies: Natürlich können Sie sich auch einmal eine Verletzung zuziehen – vor allem, wenn Sie sich nicht richtig aufgewärmt haben und überstürzt Höchstleistungen bringen wollen. Heute möchte ich Ihnen Tipps geben, wie Sie häufige Sportverletzungen kurieren bzw. Schmerzen etc. unmittelbar nach einer Verletzung lindern können. Der wichtigste Ratschlag lautet jedoch: Suchen Sie bei schwereren Verletzungen in jedem Fall einen Arzt auf. Er kann eine Diagnose stellen und die richtige Behandlungsmethode bestimmen.

1. Muskelfaserriss in der Wade

MuskelfaserrissDer Muskelfaserriss gehört zu den häufigsten Sportverletzungen. Er trifft Fußballer genauso wie Tennisspieler oder Jogger. Wird der Muskel plötzlich stark belastet oder über eine längere Zeit intensiv beansprucht, können Muskelfasern bei einer Überdehnung reißen. Besonders gefährdet sind Sportler, die sich nicht richtig aufwärmen oder ihre Muskulatur überlasten. Die Verletzung äußert sich in plötzlich auftretenden, stechenden Schmerzen im Muskel. Was hilft? Druckverbände und Kühlung. Später kann auch Krankengymnastik eine Option sein. Lassen Sie die Diagnose auf jeden Fall vom Arzt bestätigen.

2. Muskelzerrung am Oberschenkel

MuskelzerrungBei Ballsportarten sowie beim Joggen wird die Muskulatur im Oberschenkel häufig überdehnt. Wer dabei eine Muskelzerrung erleidet, spürt fast immer krampfartige Schmerzen. Die Verletzung resultiert meist aus der Tatsache, dass der Muskel nicht richtig aufgewärmt wurde. Manchmal ist auch eine Übermüdung der Muskulatur ausschlaggebend für die Verletzung. Behandelt wird abermals mit einem Druckverband. Kühlen und eine Entlastung der betroffenen Stelle beschleunigen den Heilungsprozess. Um auszuschließen, dass es sich um einen Muskelfaserriss handelt, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

3. Tennisarm

TennisarmSchmerzen im Bereich des Ellenbogens – zum Beispiel beim Anheben eines Glases oder dem Öffnen eines Schraubverschlusses – deuten meist auf einen sogenannten Tennisarm hin. Die Verletzung wird durch ständige Bewegung des Ellenbogens bei geschlossener Faust ausgelöst, was – wie der Name verrät – beim Tennisspielen, aber auch beim Golfen, Surfen oder Bowlen häufig der Fall ist. Die Muskeln zwischen Hand und Ellenbogen sind überlastet, es kommt zu kleinen Rissen in den Sehnen. Der Ellenbogen selbst ist dann häufig gerötet, geschwollen und schmerzt. Meist helfen Eis, Ultraschall und Spritzen. Spezielle Massagen und Stretching können die Heilung fördern. Eine Operation ist nur selten notwendig.

4. Prellung am Schienbein

PrellungBallsportler kennen das: Ein Schubser hier, ein Rempler dort – und schon stürzt man oder bekommt einen Schlag ab. Prellung lautet dann häufig die Diagnose am Spielfeldrand. Der Muskel wird gegen den Knochen gedrückt, und Lymph- und Blutgefäße werden beschädigt. Die Stelle schwillt an, schmerzt, und es entsteht ein Bluterguss. Kühlen Sie mit Eis, so wird die Entzündungsreaktion gehemmt, und die blauen Flecken bleiben örtlich begrenzt. Das Hochlagern des Beins beschleunigt den Heilungsprozess.

5. Bänderriss am Sprunggelenk

BänderrissWer beim Sport unglücklich umknickt oder sich den Fuß verdreht, kann sich schnell einen Bänderriss am Sprunggelenk zuziehen. Besonders häufig wird die Verletzung bei Aktiven diagnostiziert, die Tennis, Handball, Basketball, Fußball oder Volleyball spielen. Ein Bänderriss ist sehr schmerzhaft, das Gelenk schwillt in der Regel stark an und ist instabil, sodass das Auftreten nahezu unmöglich ist. Auch bei dieser Verletzung wird gekühlt und der Fuß hochgelagert. Das Gelenk muss meist geschient oder getapt werden. Auch hier gilt: Lassen Sie die Verletzung in jedem Fall von einem Arzt begutachten.

Falls Sie eine dieser Sportverletzung erwischt hat: Machen Sie sich keine Sorgen! Die Schmerzen gehen vorbei, und Sie werden neues Vertrauen in Ihren Körper gewinnen. Bis dahin wünsche ich Ihnen gute Genesung!

Protokoll: Janina Darm

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