Warum Muskeln so wichtig sind | EAT SMARTER
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Prof. Dr. Froböse der Fitness-Doktor
Warum Muskeln so wichtig sindDurchschnittliche Bewertung: 4.21515
03. Juli 2015

Ohne Muskeln kein Gewichtsverlust

Warum Muskeln so wichtig sind

Fitness-Doktor Ingo Froböse erklärt Ihnen heute, warum Sie ohne effektives Muskeltraining nicht abnehmen werden, und bringt Ihnen die faszinierende Welt des menschlichen Muskulatur-Apparates näher.

Das lateinische Wort „Musculus“ heißt übersetzt „Mäuschen“. Das ist ein niedliches Wort für diese Kraftbündel, ohne die wir absolut unbeweglich wären. Normale Sportler besitzen ungefähr 40 Prozent Muskelmasse, was ja nach Körpergewicht 20 bis 30 Kilogramm entspricht. Bei gut trainierten Muskeln kann die Muskulatur bis zu 65 Prozent des gesamten Körpergewichtes erreichen. Solche Muskelpakete im wahren Wortsinn lassen uns aber nicht nur muskulös aussehen: Muskeln übernehmen in unserem Organismus viele wichtige Funktionen und Rollen, die weit über die reine Bewegung hinausgehen und die sie meist unbemerkt, aber äußerst effizient für uns erfüllen:

  • Muskeln beeinflussen den Stoffwechsel
  • Muskeln verbrennen Nährstoffe und erzeugen Energie für alle Bewegungen
  • Muskeln wärmen
  • Muskeln produzieren Botenstoffe
  • Muskeln regulieren die Gehirnfunktion
  • Muskeln fördern die Immunabwehr
  • Muskeln schützen die inneren Organe

Mehr als 640 Skelettmuskeln besitzt jeder menschliche Körper. Sie sind alle recht unterschiedlich in Form, Größe und Faserarchitektur. Einige Muskeln sind besonders lang, wie etwa der „Schneidermuskel“ des Oberschenkels, der eine Länge von 40 Zentimetern erreichen kann.

Besonders breit dagegen ist der Musculus Latissimus am Rücken, während unser Gesäßmuskel, der Musculus gluteus maximus, kräftig und fleischig ist. Unser kleinster Muskel ist winziger als ein Millimeter und befindet sich im Innenohr – der Musculus stapedius.

Komplexes Zusammenspiel

Diese Muskeln bewegen die etwa 250 gelenkigen Verbindungen des menschlichen Skeletts. Damit das funktioniert, bestehen Muskeln aus lang gestreckten, faserähnlichen Muskelzellen – Muskelfasern genannt – , die sich zusammenziehen können und so die Bewegung ermöglichen und Kräfte entwickeln. Ausgelöst werden diese sogenannten Kontraktionen der Muskeln durch Impulse des Nervensystems, die bis zu den Muskeln reichen.

Dabei dürfen wir uns die Muskeln niemals alleine oder losgelöst vorstellen, sondern ein Muskel agiert immer mit anderen im Team: So üben die Muskeln über ihr zugehöriges Bindegewebe, die sogenannten Faszien, Druck und Zug auf die verbundenen Strukturen aus, also auf Knochen und Gelenke. Muskeln erzwingen Bewegungen, indem sie Zug auf Sehnen ausüben, die diesen wiederum auf die Knochen übertragen, an die sie angeheftet sind.

An der harmonischen Ausführung von Bewegungen sind meist viele Muskeln beteiligt, deren „Verhalten“, also Anspannung oder Entspannung, exakt aufeinander abgestimmt sein muss. Wie eine Straßenkarte durchziehen die Bahnen des Muskel-Faszien-Systems den gesamten Körper und sorgen dafür, dass Ganzkörperbewegungen möglich sind, Kräfte absorbiert und abgegeben werden und sich die Kommunikation des Körpers mit seinen unterschiedlichen Anteilen reibungslos, still und ohne Verzögerungen abläuft. Muskeln sind also nicht nur Beweger, sondern mit all ihren Verbündeten Garant für unser Leistungen und für unser Wohlergehen. Ohne Muskeln und Faszien gäbe es keine Bewegungen, eine Aktivitäten und auch keine Fettverbrennung, denn Muskeln sind nun mal unser größtes Stoffwechselorgan.

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Bei vielen Menschen liegt der Ruheumsatz durchschnittlich zwischen 1.200 und 1.400 kcal liegt. Davon werden Organe, Atmung und Gehirn mitversorgt. Wie soll dann allein die Muskulatur in Ruhe 1.500 kcal verbrauchen? Das haut nicht hin.
 
An dieser Stelle handelt es sich um ein Missverständnis: Sowohl der Grundumsatz als auch der Leistungsumsatz sind von den jeweiligen individuellen Voraussetzungen jedes Menschen abhängig. Dazu zählen neben dem Körpergewicht, der Größe und dem Alter auch der Trainingszustand, in dem sich die Person befindet. Je besser der Trainingszustand und der Anteil der Muskulatur im Verhältnis zum Körpergewicht, desto höher auch der Umsatz der Muskulatur.