Essstörungen, die man kennen sollte | EAT SMARTER
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Diese Essstörungen sollten Sie kennenDurchschnittliche Bewertung: 5153
05. Januar 2016

Diese Essstörungen sollten Sie kennen

Essstörungen sind keine Seltenheit und sollten deshalb in unserer Gesellschaft auch kein Tabuthema sein. Wir geben einen Überblick, welche Formen von Essstörungen es gibt und wie diese erkannt werden können.

Essstörungen

Zu den Essstörungen gehören Magersucht, Bulimie, Bing-Eating-Disorder und Orthorexia Nervosa. Es handelt sich hierbei um seelische Erkrankungen, die körperliche Schäden nach sich ziehen und die alleine oder in Kombination auftreten können.

Als Ursachen für Essstörungen können häufig innere Konflikte, ein geringes Selbstwertgefühl und Stress genannt werden. Die Betroffenen entwickeln dann ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper. Auch die Medien haben häufig Einfluss – besonders auf junge Mädchen und Frauen – denn sie vermitteln ein Schönheitsideal, dem die Betroffenen hinterhereifern und dem sie gern entsprechen würden. Denn immer noch wird „Dünnsein“ mit Erfolg gleichgesetzt.

Doch welche Essstörungen gibt es genau?

Latente Essstörung

Diese Form der Essstörung kann den sogenannten manifesten Essstörungen vorausgehen. Zu den charakteristischen Merkmalen zählen Kalorienzählen und die Angst vor einer Gewichtszunahme. Betroffene wechseln häufig zwischen übermäßigem Essen und Diäten halten. Außerdem schrecken sie auch nicht davor zurück, für das Schlankwerden oder -bleiben Appetitzügler und Abführmittel einzunehmen.

Magersucht (Anorexia nervosa)

An Magersucht erkranken vor allem junge Mädchen und Frauen, zunehmend aber auch immer mehr Männer. Generell gelten Betroffene als sehr leistungsorientiert und perfektionistisch veranlagt. Magersüchtige verweigern die Nahrungsaufnahme entweder komplett oder halten eine sehr strikte Diät ein. Da Magersucht aufgrund der Unterversorgung mit Nährstoffen durch die fehlende Nahrungsaufnahme schwerwiegende, sogar tödliche, Folgen haben kann, ist eine medizinische Betreuung sehr wichtig und oft unumgänglich.

Ess-Brech-Sucht (Bulimie)

Anders als bei der Magersucht essen Menschen mit Bulimie. Aber während sie in der Öffentlichkeit sehr kontrolliert essen, verschlingen Sie zu Hause häufig große Mengen Nahrungsmittel. Meist handelt es sich dabei um echte Fett- und Kalorienbomben. Anschließend wird die gegessene Nahrung wieder erbrochen. Auch das Einnehmen von Abführmitteln oder Entwässerungstabletten ist bei dieser Essstörung keine Seltenheit.

Außerdem zählen Hungern, strenge Diäten und starke körperliche Betätigung in Form von exzessivem Sport zu den Methoden um das Körpergewicht zu kontrollieren. Da Erkrankte häufig eine perfekte Fassade aufrechterhalten können, bemerken Angehörige und Freunde die Erkrankung mitunter sehr spät. Denn anders als Magersüchtige, die oft starkes Untergewicht haben, sind Bulimiker meist normalgewichtig oder schlank.  

Binge-Eating-Disorder

Diese Essstörung ist noch relativ neu und daher weniger erforscht als Magersucht und Bulimie. Binge Eating ist Englisch und bedeutet übersetzt „schlingendes Essen“. Bei dieser Erkrankung essen Betroffene große Mengen an Lebensmitteln. Sie schlingen regelrechte Massen in sich hinein, da ihre Wahrnehmung von Sättigungs- und Hungermechanismen gestört zu sein scheint. Gegenmaßnahmen, die eine Gewichtszufuhr verhindern sollen, bleiben aus. Erkrankte erbrechen nicht und hungern anschließend auch nicht tagelang oder machen übermäßig viel Sport. Daher sind Menschen, die an Binge-Eating-Disorder leiden meist übergewichtig. Nicht selten fressen sie sprichtwörtlich Wut, Enttäuschung, Trauer und Ärger in sich hinein.

Orthorexia nervosa

Diese Essstörung ist ebenfalls noch sehr neu, nimmt aber in Zeiten von Veganismus, Superfoods und Co. einen immer größeren Stellenwert ein. Orthorexia nervosa setzt sich aus den griechischen Wörten „orthos“= richtig und „orexis“= Appetit zusammen. Betroffene achten penibel darauf nur gesunde Lebensmittel zu sich zu nehmen. Im Gegensatz zu den anderen vorgestellten Essstörungen ist hier nicht die Menge, sondern ausschließlich die Qualität entscheidend.  Es erfolgt eine Einteilung in „gesunde“ und „ungesunde“ Lebensmittel. Erkrankte legen sich selbst strenge Regeln auf, zu welcher Gruppe welche Lebensmittel gehören. Sie fühlen sich dabei jedoch selbst nicht eingeschränkt, sondern haben gegenüber anderen sogar ein Überlegenheitsgefühl. Wenn Betroffene gegen ihre eigenen Regeln verstoßen fühlen sie sich schuldig und bestrafen sich selbst mir noch strikteren Regeln. Zu dieser Form der Essstörung gibt es bisher jedoch nur recht wenige wissenschaftliche Daten.

(chil)

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