Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen | EAT SMARTER
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07. April 2015

Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen

Vorsorgeuntersuchungen

Wir werden immer älter – ob wir dabei aber auch fit und gesund bleiben, hängt vor allem von unserem Lebenswandel ab. Wer vorsorgen möchte, kann zahlreiche Untersuchungen durchführen lassen. Doch welche Checks sind wirklich wichtig?

Nach einem langen und gesunden Leben strebt jeder. Doch nur wenige Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen: So nutzen zum Beispiel gerade einmal 23 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen und 22 Prozent der Männer nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung das Angebot des sogenannten Gesundheits-Check-ups, einer Untersuchung zur Früherkennung von Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck – und das, obwohl sie ab dem Alter von 35 Jahren alle 24 Monate Anspruch auf die kostenlose Untersuchung haben.

Das deutsche Vorsorgeprogramm ist vorbildlich: Neben Impfungen und Check-ups werden verschiedene Krebs-Screenings empfohlen. Welche Untersuchungen Sie unbedingt wahrnehmen sollten, lesen Sie hier im Überblick:

U- und J-Untersuchungen

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist Vorsorge ein wichtiges Thema. Denn für viele Krankheiten und Verhaltensweisen, die die spätere Gesundheit beeinflussen, wird bereits im Kindesalter der Grundstein gelegt. Je eher interveniert wird, desto größer sind die Heilungschancen. Dafür sind die sogenannten U- und J-Untersuchungen da. Mit ihrer Hilfe lassen sich Erkrankungen sowie eine gestörte Entwicklung (geistig, sozial und körperlich) schon früh zu erkennen, sodass man rechtzeitig mit einer entsprechenden Behandlung beginnen kann.

Standard- und Auffrischimpfungen

Ob Säugling oder Senior: Impfungen sind wichtig! Sie sorgen dafür, dass es gar nicht erst zu einer Erkrankung kommt. Zudem haben sie eine weitere Funktion: Wenn genügend Menschen geimpft sind, schützt das die Allgemeinheit und verhindert Epidemien. Welche Impfungen sinnvoll sind, können Sie auf tk.de nachlesen.

Medizinische Zahnvorsorge

Auch für die medizinische Zahnvorsorge gibt es keine Altersbegrenzung. Bei der optimalerweise halbjährlich stattfindenden Untersuchung wird die Mundhöhle genau inspiziert, um Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten festzustellen. Und diese Art der Vorsorge zahlt sich nicht nur für die Gesundheit aus, sondern auch für den persönlichen Geldbeutel. Denn wer in den vergangenen zehn Jahren vor der Versorgung mit Zahnersatz die zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen nachweisen kann, bei dem erhöht sich der Festzuschuss um 30 Prozent. Bei fünf Jahren sind es 20 Prozent.

Gesundheits-Check-up

Ab einem Alter von 35 Jahren kann jeder diese Gesundheitsuntersuchung in Anspruch nehmen – und zwar alle zwei Jahre. Der Check-up soll helfen, besonders Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) rechtzeitig zu erkennen oder sogar zu vermeiden. Dafür wird man nicht nur körperlich untersucht, auch das Blut und der Urin werden unter die Lupe genommen. Diese Körperflüssigkeiten und die in ihnen enthaltenen Stoffe (zum Beispiel Cholesterin, Glukose oder rote und weiße Blutkörperchen) können Aufschluss über den individuellen Gesundheitszustand geben.

Hautkrebs-Screening

Hautkrebs ist die am häufigsten auftretende Krebserkrankung weltweit. Umso wichtiger ist, regelmäßig seine Haut untersuchen zu lassen, um erste Anzeichen von Hautkrebs (zum Beispiel Hautveränderungen) sofort zu erkennen. Denn bei einer frühen Erkennung sind die Heilungschancen sehr gut. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf das Hautkrebs-Screening. Die TK zahlt diese Leistung jedoch schon für jüngere Versicherte.

Darmkrebsfrüherkennung

Ab einem Alter von 50 Jahren sollte man regelmäßig Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung wahrnehmen. Das beinhalten vor allem den Schnelltest für die jährliche Analyse auf nicht sichtbares Blut im Stuhl. Mit 55 Jahren empfiehlt es sich, eine Darmspiegelung vorzunehmen. Verläuft diese ohne Befund, braucht man die Spiegelung erst nach zehn Jahren zu wiederholen.

Vorsorgeuntersuchungen nur für Frauen

Genital- und Brustuntersuchung:

Für Frauen beginnt die Krebsfrüherkennung schon mit 20 Jahren: Der Gynäkologe sollte jährlich die Genitalorgane untersuchen: Dafür entnimmt er Zellmaterial aus dem Gebärmutterhalskanal, das auf Krebs untersucht wird. Ab einem Alter von 30 Jahren werden zusätzlich die Brust und die Lymphknoten abgetastet.

Mammographie-Screening:

Ab 50 Jahren (bis zu einem Alter von 69 Jahren) hat jede Frau einen Anspruch, sich alle zwei Jahre im Rahmen eines Mammographie-Screening untersuchen zu lassen. Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme, um Brustkrebs möglichst frühzeitig erkennen zu können. Dafür werden die Brüste geröntgt. Sollte sich aus diesen Aufnahmen der Verdacht auf eine Krebserkrankung ergeben, erfolgen zur Abklärung weitere Untersuchungen.

Vorsorgeuntersuchungen nur für Männer

Prostatauntersuchung:

Ab dem 45. Lebensjahr steht jedem Mann zu, sich jährlich die Prostata und äußeren Genitalorgane untersuchen zu lassen.

Achtung: Auch bei jungen Männern zwischen 20 und 35 Jahren können sich Hodentumore entwickeln. Die jährliche Zahl der Neuerkrankungen beträgt etwa sieben pro 100.000 männlichen Einwohnern. Daher ist es ratsam, dass sich Männer ab dem 18. Lebensjahr einmal im Monat selbst untersuchen: Verhärtungen, Knoten, Vergrößerungen oder Verkleinerungen und ausgeprägte Druckunempfindlichkeit der Hoden sind Gründe, einen Arzt aufzusuchen.

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