Warum Erste Hilfe so wichtig ist | EAT SMARTER
12
0
Drucken
0
Live Smarter Blog der Techniker Krankenkasse
Warum Erste Hilfe so wichtig istDurchschnittliche Bewertung: 4.41512
24. März 2015

Warum Erste Hilfe so wichtig ist

Erste Hilfe

Ob Verkehrsunfall, Brand oder Kreislaufkollaps: Wissen Sie, was im Notfall zu tun ist? Auch wenn viele von uns mal einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, heißt das nicht, dass man noch immer genau weiß, wie man im Falle eines Unfalls reagieren soll. Dabei ist es wichtig, richtig zu handeln! Wir geben Ihnen einen kleinen Auffrischungskurs in Sachen Erste Hilfe.

Selbst wenn es in Deutschland in den meisten Fällen nur wenige Minuten dauert, bis der Rettungsdienst am Unfallort eintrifft, ist es extrem wichtig, die Verletzten in der Wartezeit adäquat zu versorgen. Diese kurzen Momente können entscheidend sein! Das Problem: Viele Menschen sind unsicher und wissen nicht, was sie tun sollen. Dabei ist nicht zu handeln die schlechteste Alternative. Und zwar nicht nur, weil einen sonst das schlechte Gewissen plagt, sondern auch, weil unterlassene Hilfeleistung strafbar ist. Man braucht keine Angst haben, einen Fehler zu machen. Denn selbst wenn das der Fall sein sollte, muss man keine Konsequenzen fürchten – wenn nach bestem Wissen und Gewissen agiert wurde. Es gibt also keinen Grund, nicht aktiv zu werden!

Was ist Erste Hilfe genau?

Zur Ersten Hilfe gehören alle Maßnahmen, die Menschen bei einem Notfall ergreifen, bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Das Ziel: den Zustand des Verletzten oder Erkrankten so lange zu stabilisieren, bis der Rettungsdienst die Versorgung übernimmt. Dabei ist es wichtig, den Verunglückten an einen sicheren Ort zu bringen, gegebenenfalls lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten und den Rettungsdienst (Notruf 112) zu verständigen.

Jeder kann im Rahmen eines Erste-Hilfe-Kurses erlernen, welche Sofortmaßnahmen helfen können. Und wenn dieser schon mehrere Jahre zurückliegt, lohnt es sich, das Wissen mithilfe eines Kompaktkurses wieder aufzufrischen.

Ersthelfer sollten diese sechs Maßnahmen kennen

1. Verletzte retten

In manchen Situationen (zum Beispiel bei einem Brand) besteht auch nach dem Unfall weiter Gefahr – nicht nur für die Verletzten, sondern auch für die Helfer. Daher sollte man als erstes die Opfer an einen sicheren Ort bringen oder die Unfallstelle abriegeln, jedoch nur, wenn der Ersthelfer sich dabei nicht selbst gefährdet.

2. Die Unfallstelle absichern

Ist der Verletzte aus der Gefahrensituation gebracht, gilt es, die Unfallstelle abzusichern, sodass keine weiteren Menschen gefährdet werden (zum Beispiel bei einem Auto- oder Skiunfall). Aber auch hier gilt: Der Ersthelfer sollte zuerst an die eigene Sicherheit denken. Nur wenn er selbst unversehrt bleibt, kann er dem Verletzten helfen.

3. Lebensfunktionen prüfen

Ist das Opfer in Sicherheit und die Unfallstelle abgesichert, sollte man sich sofort einen Überblick über den Zustand des Verletzten machen. Danach kann der Helfer entscheiden, welche Maßnahmen er ergreifen muss. Am Wichtigsten ist die regelmäßige Kontrolle der lebenswichtigen Funktionen: das Bewusstsein und die Atmung. Da es für Laien schwer ist, den Puls zu ertasten, reicht es, die beiden vorher genannten Faktoren zu überprüfen. Wenn das Opfer auf Ansprache und Anfassen nicht reagiert und nicht regelmäßig atmet, sollte der Helfer sofort den Rettungsdienst rufen und mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

4. Wiederbelebung mit Herzmassage und Atemspende

Eine Wiederbelebungsmaßnahme besteht aus Herzdruckmassage mit einer Frequenz von mindestens 100 pro Minute und Beatmung. Beide Aktionen sollten sich im Verhältnis 30:2 abwechseln. Das bedeutet: 30-mal auf den Brustkorb drücken gefolgt von zweimal beatmen mit Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung. Der Ersthelfer sollte die Wiederbelebung so lange fortsetzen, bis professionelle Hilfe eingetroffen ist oder der Verletzte wieder selbstständig atmet und sein Herz wieder von alleine schlägt.

5. Die richtige Lagerung

Auch die richtige Lagerung einer verletzten Person ist ein wesentlicher Aspekt der Ersten Hilfe. Wie man als Ersthelfer das Opfer optimal lagert, hängt von der Verletzung ab: Bei Bewusstlosigkeit ist die stabile Seitenlage die richtige Wahl, bei einem Kreislaufschock die sogenannten Schocklage (die Beine sollten höher als der Kopf liegen und etwa in einem Winkel von 15 bis 20 Grad schräg gestellt werden) und Verletzte mit Atemnot oder Brustschmerzen sollten am besten mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden.

6. Die Betreuung des Verunglückten

Der Ersthelfer sollte immer mit dem Verletzten sprechen. Dieser soll spüren, dass er in dieser schwierigen Situation nicht alleine ist. Ist vor dem Umsetzen der genannten Maßnahmen noch kein Notruf (über die bundesweite Notrufnummer 112) abgesetzt worden, sollte das nun geschehen. Außerdem ist es sinnvoll, das Opfer über alle Maßnahmen zu informieren und Zuschauer zurückzuweisen. Weitere Helfer können zum Beispiel durch das Hochhalten einer Decke den Betroffenen abschirmen.

Allgemein gilt: Ersthelfer sollten die Unfallstelle und die Verletzten erst verlassen, wenn professionelle Hilfe eingetroffen ist!

Achtung: Diese kleine Einführung dient nicht dazu, einen Erste-Hilfe-Kurs zu ersetzen. Sie ist nur dazu da, einen Überblick über die Vorgehensweise am Unfallort und die wichtigsten lebensrettenden Maßnahmen zu geben!

Ähnliche Artikel
Nichts auf der Welt ist sicher – in vielen Sportarten gibt es leider noch immer Todesfälle.
frobi- umweltgifte
Fitness-Doktor Ingo Froböse erklärt, warum die Selbstreinigung des Körpers irgendwann überfordert ist und wie wir eine Belastung durch Umweltgifte erkennen.
Sportpause - auch der Kopf profitiert von einer Fitnessauszeit
Schreiben Sie einen Kommentar