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Actionfilme verleiten zum NaschenDurchschnittliche Bewertung: 4.6159
09. September 2014

Actionfilme verleiten zum Naschen

Actionfilme verleiten zum Naschen. © gstockstudio - Fotolia.com Actionfilme verleiten zum Naschen. © gstockstudio - Fotolia.com

Die Leidenschaft für bestimmte Film-Genres kann bekanntermaßen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Während das weibliche Publikum allzu gerne Hugh Grant oder Matthias Schweighöfer anschmachtet und Rosamunde-Pilcher-Filme guckt, „weil ja sonst nichts Anständiges im TV läuft“, fiebern die Herren der Schöpfung vorzugsweise mit Actionstars wie Bruce Willis und Daniel Craig mit, die ein ums andere Mal die Welt retten und den Bösewichten dieser Erde den Garaus machen.

Eines allerdings sollten sich die Actionfans unter uns im Hinblick auf den nächsten Fernsehabend oder Kinobesuch dringend vergegenwärtigen: Einer Studie der Cornell University in Ithaca, New York, zufolge, sind es vor allem spannende Blockbuster-Streifen, die uns dazu verleiten, unentwegt Snacks in uns hineinzufuttern und auf diese Weise viele zusätzliche Kalorien aufzunehmen. Je mehr Action, desto höher die Gefahr, an den Hüften zuzulegen – so lautet das Fazit der Wissenschaftler, die für ihre Untersuchung das Snacking-Verhalten von insgesamt 94 Probanden unter die Lupe nahmen.

Die Studienteilnehmer durften sich im Rahmen der Untersuchung entweder 20 Minuten des Actionfilms „The Island“ (mit oder ohne Ton) oder aber ein Interview-Format, die sogenannte „Charlie Rose Show“, ansehen und dabei nach Herzenslust naschen. Für alle standen Kekse, Schokolinsen, Möhren und Weintrauben bereit.

Das Ergebnis der Untersuchung: All jene, die das Interview verfolgten, nahmen im Schnitt „nur“ 104 Gramm Snacks zu sich (rund 215 Kilokalorien). Wer hingegen „The Island“ ohne Ton sah, snackte 142 Gramm der vorgesetzten Speisen (315 Kilokalorien). Und diejenigen, die den Streifen mit Ton verfolgten, knabberten im Schnitt sogar ganze 207 Gramm Snacks (354 Kilokalorien) – die mit Abstand größte Menge.

Die Forscher führen den starken Snack-Konsum bei Actionstreifen darauf zurück, dass die Filme die Zuschauer stärker in den Bann ziehen. „Je mehr Ablenkung ein Fernsehprogramm liefert, umso weniger achtet man auf das Essen, und umso mehr isst man in weiterer Folge“, resümiert Aner Tal, einer der Wissenschaftler.

Wer während des TV-Abends hingegen ein paar Kalorien verbrennen möchte, sollte auf das Höchstmaß an Spannung setzen. Ausgerechnet Horrorfilme stehen nämlich im Verdacht, den Kalorienverbrauch anzukurbeln. Das zumindest behaupten Forscher der University of Westminster, die 2012 eine entsprechende Untersuchung durchführten, an der jedoch nur zehn Probanden teilnahmen. Ganze 184 Kalorien könne man verbrennen, wenn man einen Horrorfilm schaue, bemerkten die Wissenschaftler damals. Wichtig sei allerdings, dass man bei den Schockmomenten nicht wegschaue.

Als besonders effektiv im Hinblick auf den Kalorienverbrauch gilt demnach der Streifen „The Shining“ mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. Ich persönlich empfehle jedoch „Mirrors“ mit Kiefer Sutherland. Ich bin wirklich nicht zimperlich und schaue mir ab und an gerne einen Gruselschocker an. Aber schon die Anfangsszenen von „Mirrors“ haben mich dazu verleitet, mir kurzerhand die Decke über den Kopf zu ziehen, um den Pulsschlag zumindest einen Moment lang herunterzufahren...

Für welchen Film auch immer Sie sich entscheiden: Das sicherste Mittel, Kalorien zu sparen, ist ohnehin, gar keine fett- und zuckerreichen Snacks in Reichweite stehen zu haben und stattdessen auf Paprika, Möhren und Gurken zu setzen. Gemüse, so viel steht fest, darf man schließlich ganz ohne schlechtes Gewissen knabbern...

Einen Auszug aus der US-Studie gibt es hier.

Janina Darm

Hier geht es zur Blog-Seite „Neues aus der Forschung“

10 Horrorfilme, die Kalorien verbrennen

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