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Vorsicht – höheres Herzinfarkt-Risiko zur WM!Durchschnittliche Bewertung: 4.61512
10. Juni 2014

Vorsicht – höheres Herzinfarkt-Risiko zur WM!

Die Welt zu Gast in Brasilien! © razihusin - Fotolia.com Die Welt zu Gast in Brasilien! © razihusin - Fotolia.com

Zwei Tage noch: Dann startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Sind Sie auch schon im WM-Fieber, liebe Blog-Leser? Ich muss sagen: Ich bin es voll und ganz. Seit Jahren beobachte ich das Geschehen in der Bundesliga und freue mich, wenn die Underdogs gewinnen, der HSV sich mal wieder maßlos überschätzt und der FC Bayern – wenigstens ab und an – eine Niederlage verkraften muss. Am besten lässt sich die Faszination für den Sport wohl mit einem Zitat von Stürmer-Ass Lukas Podolski beschreiben, der einst verkündete: „So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere.“

Wer in den kommenden Wochen bei der WM in Brasilien „der Bessere“ ist, muss sich allerdings erst zeigen. Fußballexperten und solche, die sich dafür halten, diskutieren wie immer leidenschaftlich, ob es denn nun für „Jogis Jungs“ endlich zum Titel reichen wird. In der EAT-SMARTER-Redaktion gehen die Meinungen darüber auseinander. Für den Fall der Fälle haben wir jedoch schon einmal einen kleinen Schrein gebastelt und natürlich auch unser eigenes Tippspiel initiiert.

Am kommenden Montag trifft die deutsche Nationalmannschaft dann im ersten Gruppenspiel auf Portugal und seinen schaurig-schönen Nationalhelden Cristiano Ronaldo. Bei manch einem Fußballfan dürfte der Puls beim Anpfiff schlagartig in die Höhe schnellen – so groß ist die Vorfreude bei vielen Anhängern der Nationalmannschaft. Mehr als zwei Drittel der Deutschen wollen so viele Spiele wie möglich schauen, besagt eine Studie des Lehrstuhls für Marketing I der Universität Hohenheim. Für manche von ihnen stellt die WM-Zeit jedoch ein echtes Risiko dar.

Bei Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems kann es nach Angaben der Deutschen Herzstiftung bei aufregenden Spielszenen schnell zu Herzrhythmusstörungen oder anderen Herzproblemen kommen. In Extremfällen drohe sogar ein Herzinfarkt oder ein plötzlicher Herztod, warnt die Organisation.

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität in München bestätigten diese Annahme im Rahmen einer Untersuchung zur Fußball-WM 2006. Während der sieben Einsätze der deutschen Nationalmannschaft mussten fast dreimal so viele Patienten wegen akuter Herzprobleme in die Klinik als an anderen Tagen, so das Ergebnis der Studie. Bei Menschen mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße war das Risiko sogar fast viermal höher.

Eine weitere Untersuchung dürfte den deutschen Fußballfans allerdings Mut machen: Das Leben ist durch die Länderduelle in der Regel nicht bedroht. Das zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Halle-Wittenberg und des Deutschen Diabetes-Zentrums der Universität Düsseldorf, die Daten zur Sterblichkeit an Spieltagen der deutschen Fußballnationalmannschaft im Zeitraum von 1995 bis 2009 auswerteten. Demnach zeigte sich kein relevanter Anstieg der Sterblichkeit an Länderspieltagen. Im Gegenteil: Die Forscher entdeckten viel mehr einen Trend für eine leichte Abnahme von Todesfällen, wenngleich dieser Effekt sehr gering ausfiel.

Bleibt also festzuhalten: All jene, die Probleme mit dem Herzen haben, sollten im Vorfeld der Deutschland-Spiele vielleicht mit ihrem Arzt sprechen, sofern sie dazu neigen, allzu emotional auf spannende Duelle zu reagieren. Alle anderen können den WM-Partien ein wenig gelassener entgegensehen und die deutsche Mannschaft frenetisch bejubeln – vor allem dann, wenn das Finale in Reichweite rückt. Bis dahin ist es allerdings ein langer Weg. Und so wünsche ich der deutschen Nationalmannschaft erst einmal gutes Gelingen und schließe diesen WM-Beitrag mit ein paar motivierenden Worten, die natürlich abermals von Lukas Podolski stammen: „Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch.“

Janina Darm

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