Hoffnung oder Illusion? Der Kampf gegen das Übergewicht | EAT SMARTER
30
1
Drucken
1
Neues aus der Forschung Blog
Hoffnung oder Illusion? Der Kampf gegen das ÜbergewichtDurchschnittliche Bewertung: 41530
03. Juni 2014

Hoffnung oder Illusion? Der Kampf gegen das Übergewicht

Der Kampf gegen das Übergewicht ist nicht immer einfach. © aboikis - Fotolia.com Der Kampf gegen das Übergewicht ist nicht immer einfach. © aboikis - Fotolia.com

Die Zahl ist erstaunlich und beängstigend zugleich: Rund ein Drittel der Weltbevölkerung ist zu dick. In Deutschland hat sogar jeder Zweite zu viel auf den Rippen. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die Forscher vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der Universität von Washington vorgelegt haben. Die US-Wissenschaftler werteten Daten aus mehr als 180 Ländern aus und erklärten den sogenannten Body-Mass-Index (BMI), der sich aus Körpergröße und Gewicht eines Menschen ableiten lässt, zur Grundlage ihrer Untersuchung. Wer einen BMI zwischen 25 und 29,9 hat, ist übergewichtig, bei Werten von 30 oder höher spricht man von Fettleibigkeit beziehungsweise Adipositas. Das Fazit der Wissenschaftler: „Fettleibigkeit ist ein Problem, das Menschen jeden Alters und Einkommens betrifft – überall“.

Das Problem: Wer unter Übergewicht leidet, besitzt ein erhöhtes Risiko, Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Probleme zu erleiden. Wogen 1980 noch 857 Millionen Menschen weltweit zu viel, so waren es 2013 bereits 2,1 Milliarden – Tendenz steigend. Der Anteil der Übergewichtigen habe sich sowohl in den Industrie- als auch den Entwicklungsländern erhöht, wobei in den industrialisierten Nationen mehr Männer und in den ärmeren Ländern mehr Frauen betroffen seien, betonen die Forscher. Mehr als die Hälfte der besonders stark übergewichtigen Menschen lebt in zehn Ländern: den USA, China, Indien, Russland, Brasilien, Mexiko, Ägypten, Pakistan, Indonesien sowie Deutschland. Der stärkste Anstieg der Adipositas-Rate sei zudem in Ländern des Nahen Ostens – etwa Saudi-Arabien oder Oman – zu verzeichnen, erklärten die Wissenschaftler.

Doch was tun? Wie kann der Kampf gegen die „Adipositas-Epidemie“ nachhaltig gelingen? Zahlreiche Experten haben sich mit der Frage nach den Handlungsoptionen auseinandergesetzt, nach Lösungsansätzen gesucht, um die Gesellschaft dazu zu animieren, sich gesund zu ernähren und fit zu bleiben. Tatsache ist jedoch, dass unser Bewegungsradius in den vergangenen Jahrzehnten merklich geschrumpft ist und an jeder Ecke schnelle, meist ungesunde Snacks locken, denen man längst nicht immer widerstehen kann. Wer sich nicht bewusst mit dem Thema Ernährung auseinandersetzt und es versäumt, regelmäßig Sport zu treiben und sich im Alltag gezielt zu bewegen, gerät schnell in die „Kilo-Falle“, aus der man sich nur mit viel Disziplin und großem Engagement wieder befreien kann.

Ansätzen, so glauben Ernährungsexperten, müsse man bereits bei den Kleinsten: Wird ihre Leidenschaft für Bewegung geweckt und investiert man genügend Zeit darin, sich aktiv mit ihnen zu beschäftigen, sinkt das Risiko, dass Jungen und Mädchen bereits in jungen Jahren Diätcamps aufsuchen und auf ihr Gewicht achten müssen – so lautet die These. Und auch für die Erwachsenen heißt es: Nehmen Sie sich Zeit für einen Sport, der Ihnen wirklich Freude bereitet. Gehen Sie tanzen, spielen Sie Golf, finden Sie selbst heraus, was Ihnen Spaß macht! Verzichten Sie darauf, joggen zu gehen, wenn Sie dieser Sport nicht fasziniert. Nur, weil alle Welt vorgibt, Laufen sei das Schönste auf der Welt, brauchen Sie nicht in dieses Lied mit einstimmen, sollten Sie es nicht selbst so empfinden. Wichtig ist, dass Sie eine Leidenschaft für eine bestimmte Art der Bewegung entwickeln – nur so werden Sie langfristig aktiv sein und sich regelmäßig auspowern können. Zugegeben: Es kann etwas dauern, bis Sie Ihre ganz persönliche Sportart gefunden haben. Aber wenn es soweit ist, werden Sie es merken. Und wenn Sie dann auch noch etwas auf Ihre Ernährung achten, steht dem Idealgewicht nichts mehr im Wege.

Erwähnt sei an dieser Stelle allerdings auch, dass nicht der BMI, sondern vor allem der Bauchumfang entscheidend für die eigene Gesundheit und mögliche Krankheitsrisiken ist. Bei Frauen sollte er nicht mehr als 88 cm, bei Männern nicht mehr 102 cm betragen. Die US-Forscher haben diesen Aspekt in ihrer Untersuchung gänzlich unberücksichtigt gelassen. Insofern besteht auch in dieser Hinsicht Handlungsbedarf, damit man ein wirklich aussagekräftiges Ergebnis zu den möglichen Gesundheitsrisiken übergewichtiger Menschen ableiten kann...

Janina Darm

Hier geht es zur Blog-Seite „Neues aus der Forschung“

Ähnliche Artikel
Diskriminiert: Traurige Frau mit einer Waage
EAT SMARTER stellt die Studie vor
Übergewichtige Kinder
Übergewichtige Kinder leiden schon an Bluthochdruck. Die Folge: Sie haben ein erhöhtes Risiko an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.
Ostasiatische Heilpflanze greift Fettdepots an
Forscher entdecken die Schlankmacher-WIrkung der Wilfords Dreiflügelfrucht.
Schreiben Sie einen Kommentar
 
Beängstigend kann die Anzahl doch nur für selbsternannte Gesundheitshüter sein. Was geht die das an, wieviel ich wiege?! Ich kenne diese Leute, die rufen auch die Polizei, wenn jemand in falscher Richtung parkt. Armselig.