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Siegertypen machen auch in Sachen Attraktivität das RennenDurchschnittliche Bewertung: 4.5158
11. März 2014

Siegertypen machen auch in Sachen Attraktivität das Rennen

Siegertypen gelten als besonders attraktiv. © Instagram Siegertypen gelten als besonders attraktiv. © Instagram

Sie dachten immer, hübsche Augen, volles Haar oder ein prall gefüllter Geldbeutel würden Männer interessant und attraktiv erscheinen lassen? Falsch gedacht. Wenn es nach dem Schweizer Evolutionsbiologen Erik Postma geht, bevorzugen Frauen instinktiv Männer, deren Gesichter vor allem körperliche Fitness und Ausdauer signalisieren. Das geht aus einer Studie hervor, bei der 800 Probanden (72 Prozent von ihnen waren Frauen) per Onlinefragebogen die Gesichter von 80 ihnen unbekannten Teilnehmern der Tour de France 2012 beurteilen mussten.

Demnach bewerteten die Studienteilnehmer – Frauen wie Männer – diejenigen Radsportprofis am attraktivsten, die bei der Tour auch am erfolgreichsten abgeschnitten hatten. Da die Befragten weder die Fahrer noch ihre sportlichen Leistungen kannten, wie Evolutionsbiologe Postma betont, urteilten sie allein auf Basis der Gesichtszüge sowie der ebenfalls bekanntgegebenen Angaben zu Größe und Gewicht der Radsportler. Dabei zeigte sich: Wangenknochen, Kinn & Co. geben offenbar Hinweise auf den Gesundheitszustand und die körperliche Fitness eines Menschen. Laut Postma registrieren Frauen diese Merkmale bei Männern unterbewusst. Doch auch die männlichen Befragten schätzten die erfolgreichen Radprofis ohne das Wissen um deren Triumphe als äußerst attraktiv ein – was möglicherweise dafür spricht, dass die Wahrnehmung von Fitness und Ausdauer via Gesichtsanalyse geschlechterübergreifend funktioniert.

Und was bedeutet das für unsere reale Welt? Kann man Profisportlern ihren Erfolg vom Gesicht ablesen? Und was ist mit jenen Sportstars, die beim Verteilen der Schönheit offenbar anderweitig beschäftigt waren und trotz mäßiger Attraktivität extrem erfolgreich wurden?

Boris BeckerNehmen wir zum Beispiel Boris Becker. Der Tennisheld vergangener Tage galt – wenn wir ganz ehrlich sind – nie als Sexsymbol. Trotzdem war der gebürtige Leimener zu seiner aktiven Zeit ein Ass auf dem Court. Mit gerade einmal 17 Jahren gewann Becker als erster Deutscher Wimbledon und sorgte in seiner Heimat für einen Tennis-Boom. Insgesamt sechs Grand-Slam-Titel kann Becker vorweisen – doch erfolgversprechende Gesichtszüge sehen laut der Schweizer Studie anders aus. Dass der attraktive Schweizer Roger Federer einmal Tennisgeschichte schreiben würde – kein Wunder! Dass Spaniens Leckerbissen Rafael Nadal nicht nur in Werbespots, sondern auch auf Sand und Rasen eine gute Figur macht – geschenkt! Aber Boris Becker?

RonaldinhoIn die Liste der wenig attraktiven, aber erfolgreichen Sportstars reiht sich auch Brasiliens Fußballwunder Ronaldinho ein. Der Kickergott aus Porto Alegre sagte einmal von sich: „Ich bin hässlich, aber eine sympathische Erscheinung“ – womit er wahrscheinlich nicht ganz falsch liegt. Betrachtet man nur sein Antlitz, hätte man – der These der Schweizer Studie entsprechend – niemals annehmen dürfen, dass er 2004 und 2005 Weltfußballer des Jahres war, 2002 mit Brasilien Weltmeister wurde und mit dem AC Mailand 2006 die Champions League gewann.

Es bleibt also festzuhalten: Sollten auch Sie nicht gerade zu den Schönheitsheitskönigen dieser Welt zählen – keine Panik! Es gibt zahllose Athleten, die trotz des ein oder anderen optischen Makels sehr erfolgreich geworden sind. Den vermeintlichen Zusammenhang zwischen Attraktivität und körperlicher Leistungsfähigkeit darf man angesichts dessen durchaus hinterfragen, zumindest aber diskutieren. Und dabei wünsche ich an dieser Stelle viel Spaß!

Janina Darm

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