3 Diät-Mythen | EAT SMARTER
57
4
Drucken
4
Der Schlankmacher Blog
3 Diät-Mythen, die ich nicht mehr hören kannDurchschnittliche Bewertung: 4.21557
04. August 2014

3 Diät-Mythen, die ich nicht mehr hören kann

Ich dachte ja, es hätte sich inzwischen herumgesprochen. Die Sache mit der Ananas. Und doch: Kürzlich im Supermarkt diskutierten zwei Frauen vor mir an der Kasse begeistert den Diät-Effekt der Südfrucht. Ein paar Tage später finde ich im Kühlschrank eines befreundeten Pärchens unzählige Light-Joghurts. Ihre Erklärung: „Wir wollen abnehmen!“. Zeit, doch noch mal mit ein paar der offenbar populärsten Diät-Irrtümer aufzuräumen.

Irrtum 1: Ananas macht schlank
Die Südfrucht wird immer wieder als Fettkiller bezeichnet. Hach, das wäre ja auch schön! Ananas schmeckt lecker, enthält ein paar Vitamine, nicht zu viele Kalorien – und soll dann dank dem Enzym Bromelin sogar noch die Fettverbrennung ankurbeln. Ganz so einfach ist das aber leider nicht: Wissenschaftliche Belege für diesen Effekt fehlen, zudem weiß man inzwischen, dass Bromelin spätestens im Darm in so kleine Teile zerlegt wird, dass es im Fettgewebe gar nicht mehr wirken kann.

Irrtum 2: Light-Produkte machen grundsätzlich schlank
„45 % weniger Zucker“, „Nur 0,1 % Fett“, „50 % weniger Kalorien!“ – die Werbesprüche auf Joghurts, Keksen, Getränkeflaschen & Co. versüßen Abnehmwilligen direkt den Einkauf. Offenbar kann man von diesen Dingen ja so viel essen, wie man will – die machen auf keinen Fall dick. Blöd nur: Die künstlichen Light-Varianten sind mitunter trotzdem Kalorienbomben, schlagen teilweise ähnlich ins Gewicht wie ihre nicht als „light“ gekennzeichneten Pendants (ein Blick auf die Nährwertangaben und ein Vergleich lohnt!). Denn häufig ist zwar der Fettanteil reduziert – dafür stecken besonders viel Zucker oder Zuckeraustauschstoffe im Produkt; oder eben umgekehrt. Die Stiftung Warentest hat dazu vor einigen Jahren schon einmal eine interessante Untersuchung durchgeführt). Eine Ausnahme gibt es allerdings für mich: fettarme Milchprodukte (Milch, Joghurt, Quark; nur die Naturvariante, nicht die Sorten mit Geschmack) können tatsächlich helfen, ein paar Kalorien einzusparen. 

Irrtum 3: Wer Sport macht, nimmt garantiert ab
Dieses Thema können wir relativ schnell abhandeln: Sport kann das Abnehmen unterstützen und den Körper formen – keine Frage. Aber von Sport allein wird man nicht wirklich schlank werden. Denn die meisten essen weiterhin zu viel und/oder zu ungesund. Bei einer 30-minütigen Joggingrunde verbrennt man im Schnitt 300 Kilokalorien, bei einer halben Stunde Aerobic circa 190 kcal, bei einer halben Stunde Yoga gerade einmal 75 kcal. Das ist nicht gerade viel – ein Schokoriegel und schon sind 500 Kilokalorien wieder drauf... Es kommt also darauf an, die Ernährung umzustellen und Kalorien zu reduzieren. Das Fitnessprogramm dient dann als Unterstützung auf dem Weg zur Traumfigur. 

Nicole Benke

Ähnliche Artikel
Anti-Diät-Tag
Alle reden vom Abnehmen. Und vom dünn bleiben. Auf seine Figur zu achten ist ja auch gar nicht verkehrt – aber mitunter nimmt der Magerwahn ganz schön ungesunde Formen an. Ich finde: Am heutigen Anti-Diät-Tag können wir uns ruhig mal wieder auf unsere Kurven besinnen.
Fettkiller Ananas: Manche Diät-Tipps klingen zu schön, um wahr zu sein. Und leider sind sie es auch nicht. EAT SMARTER hat die fünf größten Diät-Irrtümer aller Zeiten zusammengestellt.
Wassertrick: Abnehmen mit Wasser
Es ist vielleicht der einfachste Diättrick der Welt: Wer eine halbe Stunde vor dem Essen eine bestimmte Menge Wasser trinkt, nimmt schneller ab. Zu dem Ergebnis kamen jetzt britische Wissenschaftler.
Schreiben Sie einen Kommentar
 
Bei mir auf Platz 1 der Diät-Mythen ist "Kohlenhydrate am Abend machen dick" bzw "Keine Kohlenhydrate am Abend". Klar als wenn man von Brot allein am Abend Fett wird. Außerdem besteht das so genannte "Eiweiß-/Abendbrot" aus so viel Fetthaltigen Saaten dass das totaler Blödsinn ist.
 
Dem Bericht und dem Kommentar von Herrn Heid ist nichts hinzu zu fügen. So isses und nicht anders!
 
Auf die Frage nach der Beeinflussung des Körpergewichts gibt es eine ganz schlichte Antwort: Es handelt sich um ein Bilanzproblem wie bei einem Bankkonto. Wird mehr eingezahlt als ausgegeben, wächst der Kontostand. Überwiegen die Ausgaben die Einnahmen, verringert sich der Kontostand. Auf unsere Fettreserven angewandt bedeutet dies: Eine Reduzierung erfolgt, wenn ich weniger Kalorien zuführe als ich verbrauche. Also weniger essen und trinken (außer Wasser) und mehr Bewegung zum Energieverbrauch. Es handelt sich bei einer beabsichtigten Gewichtsabnahme um eine sachte anzugehende Umstellung der Lebensweise, die sehr individuell zu gestalten ist unter Berücksichtigung der Vorlieben des Einzelnen. Wappnen Sie sich mit Geduld! 1 Kilogramm Körperfett enthalten eine Energiemenge von rund 9000 Kalorien. Das entspricht einer Nulldiät von 3 bis 4 Tagen. Vergessen Sie jede Diät, die Ihnen mehr verspricht! Vergessen Sie die vielen Mittel, die Ihnen tolle Gewichtsverluste versprechen. Die Unzahl der Angebote zeigt, dass das wirksame Mittel noch nicht gefunden wurde. Finden Sie Ihren eigenen Weg auf dem Sie langsam und mit Geduld und Bewegung ihr Ziel ansteuern. Dann bleibt ihnen auch der Jo-Jo-Effekt erspart.
 
Sehr schön erklärt, Herr Heid!