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25. August 2014

Die Sache mit dem BMI

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Body-Mass-Index, Waist-to-height ratio, Bauchumfang: Es gibt unterschiedliche Methoden, um das Körpergewicht und eventuelle gesundheitliche Risiken (Stichwort: Bauchfett!) besser einschätzen zu können. Ich verrate Ihnen, wie Sie Ihre Waist-to-height ratio berechnen, ab wann Bauchfett kritisch wird – und warum der BMI eigentlich Quatsch ist.

Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ist wohl immer noch der bekannteste Wert, wenn es um die Beurteilung vom Körpergewicht geht. Er setzt unsere Körpergröße ins Verhältnis zu unserem Gewicht (Formel: Körpergewicht in kg / (Körpergröße in Metern)2; oder online berechnen) – aber ist inzwischen durchaus umstritten.

Denn: Beim BMI wird die Fett- und Muskelverteilung nicht berücksichtigt. Muskeln wiegen mehr als Fett – und so kann es kommen, dass ein durchtrainierter, gesunder Körper nach der BMI-Tabelle als übergewichtig gilt. 

Die BMI-Werte im Überblick:

< 18,5: Untergewicht
18,5 – 25: Normalgewicht
25,0 – 30: Übergewicht
30 – 35: Adipositas Grad I    
35 – 40: Adipositas Grad II
> 40: Adipositas Grad III

Wenn es aber darum geht, ob man abnehmen sollte, sind Taillen- und auch Hüftumfang die viel entscheideneren Faktoren. Denn insbesondere zu stark ausgeprägtes Bauchfett (viszerales Bauchfett) kann gesundheitsgefährdend sein und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes und Arteriosklerose erhöhen. Der BMI hat, was das angeht, aber keine Aussagekraft. 

Möglichkeit eins: Messen Sie Ihren Bauchumfang, und zwar mit einem flexiblen Maßband, an breitester Stelle. Mehr als 87 cm bei Frauen und mehr als 100 cm Bauchumfang bei Männern gelten als kritisch.

Möglichkeit 2: Berechnen Sie Ihre Waist-to-height ratio (WHtR) – das Verhältnis zwischen Taillenumfang und Körpergröße. Die Waist-to-height ratio gibt im Gegensatz zum BMI auch Aufschluss über die Verteilung des Körperfettes. 

Die Formel: WHtR = Taillenumfang in cm geteilt durch Körpergröße in cm. (Messen Sie den Taillenumfang circa drei Zentimeter über dem Bauchnabel, dabei nicht einatmen). Kritische Werte sind:

Unter 40 Jahre: WHtR über 0,5
40 – 50 Jahre: WHtR über 0,53
Über 50 Jahre: WHtR  über 0,55

Nicole Benke

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Da kann ich nur zustimmen. Ich habe schon vor über 40 Jahren die Erfahrung gemacht und seither häufig darauf hingewiesen, dass der BMI (nicht nur) für mich absolut unbrauchbar ist. Ich war damals aktiver Leistungssportler (Ringer) und trainierte an drei Abenden in der Woche mit einem hohen Anteil an Lauf- und Hanteltrainng. Zu beinahe täglich jeweils in Folge 20 Klimmzügen und 30 Liegestützen lief ich zwei bis drei Mal die Woche 5000 m in etwa 20 Minuten und machte drei bis vier Serien im Bankdrücken mit jeweils zehn Wiederholungen bei einer Last von 80 kg. Mein Körpergewicht betrug 87 kg, der Oberarmumfang 48cm bei einer Grö0e von 1,81m und einer Taillenweite von 83 cm. Im Rahmen einer Gesundheitsaktion der Krankenkasse wurde mein BMI ermittelt. Wie leicht nachzurechnen ist, lag der bei einem Wert von 26,55. Man teilte mir mit, ich sei stark übergewichtig und es sei höchste Zeit, dass ich mich mal wieder bewege ! Ich bin inzwischen über 70 Jahre alt, treibe regelmäßig Sport, bin 180 groß und wiege 80 Kg. Mein BMI ist also immer noch knapp an der Grenze zum Übergewicht. Bei meinem Lebenswandel, Fitnesszustand und einer Taille von 87cm bin ich jedoch überaus beruhigt. Aber so wie meine häufigen Hinweise wird auch Ihr Artikel nichts ändern, der BMI wird selbst von namhaften Institutionen weiter verwendet, selbst angesichts der Tatsache, dass die WHtR einfacher im Kopf auszurechnen ist, als der BMI. Es ist in Deutschland eben mal so; unsinnige Regelungen und falsche Ansichten halten sich hartnäckig, etwas, was sinnvoll ist, gut funktioniert oder sich bewährt hat, wird sofort reformiert.