Gemüse und Obst pflanzen - das geht auch auf dem kleinsten Balkon | EAT SMARTER
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Veggie-Blog
Gemüse und Obst selbst anbauen – das geht auch auf dem kleinsten BalkonDurchschnittliche Bewertung: 4.91520
23. April 2015

Gemüse und Obst selbst anbauen – das geht auch auf dem kleinsten Balkon

Gemüse und Kräuter, erntefrisch vom eigenen Balkon! Gemüse und Kräuter, erntefrisch vom eigenen Balkon!

Wenn ich im Sommer nach der Arbeit nach Hause komme, führt der erste Weg auf den Balkon: Vielleicht ist ja schon wieder eine Erdbeere reif, die ich naschen könnte? Und was machen die Cherrytomaten? Dem eigenen Gemüse beim Wachsen zuzusehen und zu ernten, entspannt ungemein – auch wenn man, wie ich, keinen eigenen Garten hat.

Auf meinem Altbau-Balkon beginnt die Pflanz-Saison im März: Dann säe ich im Balkonkasten Radieschen aus. Das geht am einfachsten mit einem Saatband, für das ich eine Furche ziehe, das Band hineinlege und locker mit Erde bedecke. Die Pflanzen stecken auch den ein oder anderen Nachtfrost weg, und schon ab Mai können Sie Ihre selbst angebauten Radieschen aus der Erde ziehen!

Während die Radieschen draußen dem Aprilwetter trotzen, strecken auf der Fensterbank meiner Küche die ersten Tomatenpflänzchen die Köpfe aus der Erde. Tomaten ziehe ich lieber vor, als Pflanzen zu kaufen, denn bei Saatgut habe ich ungleich mehr Auswahl als beispielsweise im Baumarkt: Im Internet gibt es spezielle Börsen, die alte und besonders wohlschmeckende Tomatensamen vertreiben. Für das Ziehen der Samen nehme ich ein Stück Papprolle, zum Beispiel vom Küchen- oder Toilettenpapier, und fülle es bis auf einen Rand von einem Zentimeter mit Erde. Je ein Samen wird in die Erde gesteckt, das ganze gut bewässert und locker mit Frischhaltefolie bedeckt. Ab Mitte Mai können Sie die Tomatenpflanzen nach draußen pflanzen. Tomaten lieben es warm, trocken und sonnig, weshalb Sie ihnen am besten ein Dach über den Kopf setzen. Kleine Gewächshäuschen, die es günstig beispielsweise bei Ikea gibt, schützen die Pflanzen vor Regen und Wind. 

Gemüsepflanzen kaufen: am besten auf dem Wochenmarkt

Ab Mai, wenn die Tage wieder wärmer werden, streife ich am Wochenende über den Markt und kaufe Pflanzen von Gärtnereien aus der Hamburger Umgebung: Erdbeeren, Pflücksalat, Erbsen. Mit einem Sack guter Blumenerde geht es dann ans Pflanzen.

Erdbeerpflanzen setze ich am liebsten in eine Hängeampel und kombiniere sie mit buschigen, üppig blühenden Pflanzen wie Minipetunien. So werden die roten Früchte besonders schön in Szene gesetzt. Als sehr robust haben sich Walderdbeeren (Fragaria Vesca) erwiesen – sie tragen bis in den Oktober hinein kleine, aromatische Früchte und überstehen sogar den Winter draußen im Balkonkasten. 

 Für Garten-Anfänger eignet sich Pflücksalat hervorragend, zum Beispiel Lollo Bionda oder Eichblattsalat. Lösen Sie die Pflanzen aus ihren Töpfen, setzen Sie sie mit etwas Abstand zueinander in den Balkonkasten. Mit Blumenerde auffüllen, gut andrücken, ordentlich gießen – fertig ist Ihr persönliches Salatbeet, an dem Sie sich den ganzen Sommer bedienen können. 

Als exotischen Farbklecks stelle ich auf meinen Balkontisch eine Chili-Pflanze. Selbst auf meinem nach Osten zeigenden Balkon, der bis zum späten Mittag Sonne hat, gedeiht die Pflanze hervorragend: 25 kleine Chilischoten konnte ich im letzten Herbst ernten und freue mich jedes Mal, wenn ich eine meiner eigenen Schoten zum Kochen aus dem Tiefkühlfach hole.

Dieses Jahr will ich mich an Mini-Auberginen, Zucchini und Erbsen versuchen – mal schauen, ob es klappt! Ich halte Sie auf dem Laufenden. 

Basics für Balkon-Pflanzen 

Balkonkästen

Im Baumarkt finden Sie Kästen aus Kunststoff, Metall und Terrakotta. Kunststoff ist leicht und unverwüstlich, doch die Optik der Kästen ist Geschmackssache. Terrakotta sieht natürlich aus, doch durch die offene, poröse Oberfläche müssen Sie viel gießen. Metallkästen schließlich sehen schick aus, aber werden bei Sonneneinstrahlung sehr heiß, was empfindlicheren Pflanzen nicht gefällt. Für welches Material Sie sich auch entscheiden, wichtig ist, dass die Kästen im Boden Löcher haben, damit keine Staunässe entsteht.

Erde und Ton

Bevor Sie Balkonkästen und -kübel bepflanzen, streuen Sie am besten eine dünne Lage Blähton hinein. So vermeiden Sie Staunässe an den Wurzeln der Pflanzen. 

Dünger

Alle zwei Wochen möchten Ihre Pflanzen ein paar Mineralstoffe bekommen. Im Baumarkt oder Blumenladen finden Sie speziellen Obst- und Gemüsedünger. 

Gießen

Wässern Sie Ihre Pflanzen am besten morgens oder abends und nicht in der prallen Mittagssonne – und versuchen Sie, möglichst nah an der Blumenerde zu gießen. Einige Pflanzen wie Tomate mögen direkten Kontakt mit Wasser überhaupt nicht. 

 

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