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06. März 2014

Neue Studie: Sind Vegetarier häufiger krank?

Neue Studie: Vegetarier sind häufiger krank

Normalerweise liest man fast immer von Studien, die zeigen, dass Vegetarier gesünder sind, weniger krank werden und länger leben als Fleischesser. Doch letzte Woche überraschte eine österreichische Untersuchung mit völlig anderen Ergebnissen.

Um herauszufinden, welche Essgewohnheit die gesündeste ist, haben Wissenschaftler der Medizinischen Universität Graz die Studienteilnehmer in vier Gruppen eingeteilt: Vegetarier, Menschen, die eine ausgewogene Mischkost mit Fleisch und hohem Obst- und Gemüseanteil bevorzugen, Menschen, die nur wenig Fleisch essen und Menschen, bei denen Fleisch häufig auf dem Teller landet. Dann haben die Forscher verglichen: In welcher Gruppe gab es die meisten Erkrankungen – von Krebs, über Asthma bis zur Depression? Das überraschende Ergebnis: Vegetarier haben fast doppelt so oft eine Allergie wie die Menschen, die viel Fleisch essen (30,6 zu 16,7 Prozent). Bei Krebs das gleiche Bild: Während 4,8 Prozent der untersuchen Vegetarier an Krebs litten, waren es bei den Fleisch-Fans nur 1,8 Prozent. Auch bei den psychischen Krankheiten lagen die Vegetarier vorne (9,4 zu 4,5 Prozent). Wer möchte, kann sich hier alle Ergebnisse anschauen.

Mich hat das Resultat überrascht. Eigentlich leben Vegetarier gesünder als Fleischesser – das zeigen zahlreiche andere Studien. Selbst Studienleiterin Nathalie Burkert hat nicht mit diesen Ergebnissen gerechnet. „Also insgesamt fanden wir die Ergebnisse schon sehr spannend. Deshalb haben wir die Studie ja auch publiziert“, sagt die Epidemiologin und Sozialmedizinerin im Interview mit der WELT.

Doch sie warnt auch davor, die Ergebnisse falsch zu interpretieren: „Aufgrund unserer Ergebnisse ziehen wir die Schlussfolgerung gar nicht, dass viel Fleisch gesund sei. Wir konnten zeigen, dass Vegetarier in Österreich an bestimmten Krankheiten wie Asthma, Krebs und psychischen Erkrankungen häufiger leiden als Fleischesser. Wir können aber nicht sagen, was hier Ursache und was Wirkung ist.“ Das altbekannte Problem vieler Studien: Ein Zusammenhang ist noch lange kein Grund. Oder im Forscher-Latein: Korrelationen sind keine Kausalitäten.

Muss ich mir jetzt Sorgen um meine Gesundheit machen? Ich habe Heuschnupfen, mein fleischessender Freund nicht – ein Beweis, dass die Studie doch in die richtige Richtung weist? Ich weiß es nicht. So lange Wissenschaftler aber nicht BEWEISEN können, dass die vegetarische Ernährung die Entstehung vieler Krankheiten begünstigt, bleibe ich erst einmal entspannt und verbanne weiterhin Fisch und Fleisch von meinem Speiseplan.

Katharina Borgerding

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So ein Unsinn. Du hast doch den Heuschnupfen nicht erst bekommen, nachdem du angefangen hast vegetarisch zu leben? Hätte von einer Veggie-Bloggerin jetzt erwartet, dass sie tiefer in die Materie einsteigt und in der Lage ist, positivere Schlussfolgerungen für die Veggie-Lebensweise zu ziehen. Deine Posts klingen manchmal ein bisschen so, als stündest du gar nicht wirklich hinter dem, was du verkörprn sollst, sorry. Die Epidemiologin sagt doch klar und deutlich, dass unklar sei, was hier Ursache und was Wirkung ist. Ist es nicht viel mehr so, dass Menschen plötzlich anfangen, mehr auf ihre Gesundheit zu achten und auch die Ernährung umzustellen, nachdem sie eine Krankheitsdiagnose bekommen haben? Die kriegen doch nicht alle Krebs und Allergien, nachdem sie Veggies geworden sind - was zuerst war, Krankheit oder Vegetarismus, wird gar nicht in der Studie berücksichtigt! Steht doch sogar drin: "This might indicate that the vegetarians in our study consume this form of diet as a consequence of their disorders, since a vegetarian diet is often recommended as a method to manage weight [10] and health".
 
Ich bin der Meinung das Vegetarier oft Menschen mit einem empfindlichen Gemüt sind. Leute die viel Mitleid und Schuld empfinden haben eventuell auch leichter Depressionen. Außerdem weiß ich von mehreren Beispielen das Menschen mit Lebensmittelintoleranzen oft gesagt bekommen auf eine Pflanzliche Nahrung umzusteigen. -> Die Allergien sind schon vorher da. Immerhin sind sich die Autoren dieses Problems bewusst aber wie die Medien mit der Studie umgehen werden wird sehr vereinfacht sein...
 
Für mich weist die Studie in die Richtung: Wer entspannt isst, lebt gesünder, als diejenigen, die sich zu viele Gedanken machen. Da tierische Produkte sehr häufig in den Zutatenlisten auftauchen, muss der Vegetarier sehr genau hinschauen, um nicht "konterminiert" zu werden. In jedem Fall weist der Körper den Weg, man muss "nur" auf ihn hören und starre Regeln mal loslassen. Erinnert mich an die weisen Worte des Beatles-Songs "Let it be" ... lass es fließen oder neudeutsch: Get the Flow ;-))
 
Mich nicht... Der Mensch ist ein Raubtier und kein Pflanzenfresser. Entzieht man ihm ein Teil seiner Nahrung wird sich das früher oder später bemerkbar machen.
 
Der Mensch, ein Raubtier? Das erklärt auch, warum wir so schnell rennen können, so scharfe Reißzähne, mit denen wir jedes Tier erlegen können und uns nicht mir hohen Cholesterinwerten herumschlagen müssen. Abgesehen davon steht diese Studie hunderten Studien gegenüber, die genau das Gegenteil gezeigt haben.

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