Das Schlaraffenland der Vegetarier | EAT SMARTER
2
0
Drucken
0
Veggie-Blog
Das Schlaraffenland der VegetarierDurchschnittliche Bewertung: 3.5152
13. März 2014

Das Schlaraffenland der Vegetarier

Vegetarier-Schlaraffenland

In den Bächen fließt Schokolade, an den Bäumen hängen Bonbons und aus dem Gras sprießen Zuckerstangen – so stellen sich vor allem Kinder das Schlaraffenland vor. Das Schlaraffenland der Vegetarier sieht hingegen so aus: Es liegt hoch in den Bergen mit Blick auf Galiläa, die Häuser aus Holz oder Lehm und kein Bewohner isst Fleisch oder Fisch. Klingt nicht wirklich fantasievoll? Das liegt daran, dass die Vegetarier – im Gegensatz zu Kindern – ihr Paradies auf Erden schon gefunden haben. Es ist das israelische Dorf Amirim. Einziger Wermutstropfen: Tofu wächst hier nicht auf den Bäumen...

Amirim (hebräisch für Baumkrone) wurde 1958 im Norden Israels von Holocaust-Überlebenden gegründet. Sie wollten einen Ort schaffen, der für eine gesunde Lebensweise steht und an dem kein Lebewesen leiden soll. 55 Jahre später hat Amirim 600 Einwohner, 160 Familien leben dort. Und es könnten eigentlich noch viel mehr sein. Der Ansturm ist zwar groß, aber es ist gar nicht so einfach, ein vollwertiges Mitglied der Dorfgemeinde zu werden. Denn nur wer auch ein eigenes Grundstück besitzt, gehört dazu. Doch die Preise dafür haben es in sich – bis zu einer Million Dollar! Jeder kann jedoch eine Wohnung oder ein Haus mieten – ist dann aber nur „geduldet“.

Viele Vegetarier kommen nach Amirim, um Urlaub zu machen. Die Bewohner haben sich auf die (meist internationalen) Touristen eingestellt. Sie bieten alternative Behandlungen (zum Beispiel Akupunktur) und Naturkosmetik an, veranstalten Freiluftkonzerte und Kunstausstellungen und leiten Wanderungen durch die idyllische Landschaft rund um das Vegetarier-Dorf. Doch die größte Attraktion – wie sollte es auch anders sein – sind die ansässigen Restaurants. Das berühmteste ist Dalia’s. Dort gibt es keine Karte, die Besitzerin und Köchin Dalia Cohen entscheidet täglich neu, welche Gerichte sie zubereiten wird.

Leider sind diese, wie in den meisten anderen Restaurants im Vegetarier-Dorf, nicht außergewöhnlich gut – wie man es eigentlich erwarten würde. So beschreibt Karen Chernik vom „Green Prophet“ das kulinarische Angebot in Amirim wie folgt: „Den Standard für ihr Essen haben die Bewohner seit den 1950er Jahren nicht verändert. Ich kann es einem gewöhnlichen italienischen Restaurant verzeihen, dass es kein Tempeh auf der Karte hat, aber nicht einem vegetarischen Dorf.“

Schade, denn sonst wäre Amirim wirklich mein Schlaraffenland gewesen – zwar ohne Tofubäume, dafür aber mit dem besten vegetarischen Essen der Welt. Doch diesen Ort muss ich wohl weiter suchen...

Katharina Borgerding

Hier geht es zum Veggie-Blog.

Ähnliche Artikel
Vegetarier werden
Ob aus moralischen, gesundheitlichen oder aus modischen Gründen: Immer mehr Menschen entscheiden sich, Vegetarier oder Veganer zu werden. Dabei ist der Jahresanfang ein beliebter Zeitpunkt, um seine Ernährung umzustellen. Ich gebe Ihnen Tipps, wie Sie diesen guten Vorsatz auch dauerhaft durchhalten können.
Vegetarische Eiweißquellen
Mit diesen Lebensmitteln ernähren Sie sich auch bei wenig Zeit ausgewogen vegetarisch.
Kürbisrezepte
Die Kürbissaison hat endlich begonnen! Auch wenn das gleichzeitig bedeutet, dass der Sommer wohl nun leider endgültig vorbei ist. Da sind leckere Kürbisgerichte genau der richtige Trost. Welche Rezepte – vegetarisch und vegan – ich Ihnen besonders empfehlen kann, verrate ich Ihnen jetzt!
Schreiben Sie einen Kommentar