Sind Vegetarier wirklich die besseren Menschen? | EAT SMARTER
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Veggie-Blog
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30. Juli 2015

Sind Vegetarier wirklich die besseren Menschen?

Einer Studie der Uni Mainz zufolge neigen Vegetarier weniger zu Vorurteilen und sind freiheitsliebender als omnivor lebende Menschen.

Wir haben es ja schon immer gewusst: Vegetarier behandeln Tiere und auch die Umwelt besser als Menschen, die Fleisch essen. Eine neue Studie der Universität Mainz treibt diese Aussage nun aber noch weiter. Im Pressetext zu der Studie, der mir vor einigen Tagen in die Hände fiel, heißt es: „ Menschen, die Fleisch und andere tierische Produkte essen, neigen eher zu Vorurteilen als ‚Gemüseliebhaber’. Außerdem befürworten sie innerhalb von Gruppen eher autoritäre Strukturen und Hierarchien.“

Die Wissenschaftler der Universität Mainz haben für ihre Studie Daten von rund 1.400 Personen im Alter von 12 bis 66 Jahren hinsichtlich deren Ernährungsgewohnheiten und sozialen Einstellungen erhoben. Jeweils ein Drittel der Befragten ernährte sich omnivor, vegetarisch beziehungsweise vegan.

Wie sehr der Hang zu Vorurteilen laut der Studie innerhalb einer Ernährungsgruppen ist, hängt auch mit Alter und Geschlecht zusammen. Studienleiterin Prof. Dr. Susanne Singer erläutert: „Wir haben in unserer Studie gesehen, dass ältere Personen generell mehr dazu neigen, Vorurteile gegenüber anderen Personen zu haben. In allen Altersgruppen gab es aber einen Unterschied zwischen Vegetariern, Veganern und Omnivoren, das heißt die Ernährungsweise hing, unabhängig vom Alter, mit der Einstellung gegenüber anderen Personen zusammen.“

Verschiedene Zeitschriften machten die Studie zum Anlass, mit Jubel-Überschriften wie „Vegetarier sind die besseren Menschen“ zu titeln. Dieser Schluss jedoch dürfte etwas vorschnell sein, wie auch das Portal www.unstatisitk.de bemerkt, das jeden Monat jüngst erhobene Zahlen und auch deren Interpretation unter die Lupe nimmt. Mit der Aussage, ihre Ernährungsweise mache Vegetarier zu sozialeren Menschen, werde „kein Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität gemacht“ –  zu Deutsch: Da besteht nicht unbedingt ein Zusammenhang. Eher sei zu vermuten, dass „unkonventionelle und antiautoritäre Charaktere auch bei der Ernährung zu eher unkonventionellen Methoden neigen.“

Diese Interpretation gefällt mir persönlich sehr gut. Denn alle Menschen, die sich vegetarisch ernähren, tun dies aus bestimmten Gründen. Sie setzen sich mit ihrer Ernährung auseinander, hinterfragen Althergebrachtes. Dass für sie beim Familiengrillen dann keine Wurst auf den Teller kommt, sondern Tofu oder Gemüse, führt zu Diskussionen – wir kennen sie alle. Insofern hat die Studie eine sehr richtige Aussage: Mit autoritären Strukturen haben wir so unsere Probleme. Es wird eben nicht gegessen, was auf den Tisch kommt. Sondern das, was wir mit unserem Gewissen vereinbaren können und was uns schmeckt. Ob Vegetarier nun mehr oder weniger Vorurteile haben als andere, sei dahingestellt...

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