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Expertenrat Dr. Monika Toeller

Ernährung bei Diabetes mellitus

Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus ist auf dem Vormarsch: Immer mehr Erwachsene und zunehmend junge Menschen sowie Kinder entwickeln aufgrund ihres Lebensstils ein Typ-2-Diabetes. Die richtige Ernährung kann das Volksleiden zum Teil heilen – bei Diabetes Typ 1 kann die richtige Lebensmittelwahl Folgeschäden vorbeugen. Wie die spezielle Ernährung bei Diabetes mellitus aussieht, erklärt EAT SMARTER.

Ernährung bei Diabetes mellitus Typ 2

Zur Kurzfassung ►

Der honigsüße Durchfluss im Allgemeinen, wie Diabetes mellitus zu deutsch heißt, ist eine erbliche Stoffwechselkrankheit, die auf einem Insulinmangel beruht. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie), Harnzucker (Glukosurie), eine erhöhte Urinausscheidung (Polyurie) sowie starker Durst (Polydipsie) gehören zu den Hauptkennzeichen der Zuckerkrankheit. Sie ist eine der häufigsten ernährungsbedingten Krankheiten in Wohlstandsländern und wird in zwei Typen unterteilt, die im Folgenden genauer erklärt werden.

Diabetes mellitus Typ 1

Als insulinabhängiger Diabetes mellitus wird Typ 1 bezeichnet. Er ist eine Autoimmunerkrankung, die oft schon im Kindes- und Jugendalter auftritt. Hierbei zerstört das Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, wodurch der Blutzuckerstoffwechsel nicht mehr einwandfrei funktioniert. Betroffene von Typ-1-Diabetes sind daher auf das lebenslange Spritzen von Insulin angewiesen.

Etwa fünf bis zehn Prozent der Diabetiker in den westlichen Industriestaaten sind Typ 1 zuzuordnen – unabhängig der ethischen Gruppe. Die übrige Prozentzahl entfällt auf Typ-2-Diabetiker sowie ein verschwindend geringer Anteil auf Betroffene von Schwangerschaftsdiabetes. Letzterer verschwindet zwar üblicherweise nach der Geburt des Kindes, sollte aber dennoch als Warnzeichen gesehen werden, da fast die Hälfte aller betroffenen Schwangeren im Laufe von zehn Jahren nach der Geburt einen Typ-2-Diabetes entwickeln.

Wird die Stoffwechselerkrankung nicht behandelt, kann es zu einem Verhungern der Zellen im Überfluss kommen, da der Blutzucker (Glukose) nicht in die Zellen aufgenommen werden kann. Hieraus kann sich daraufhin eine Ketose entwickeln, die mit dem Übergang in das ketoacidotische Koma zum Tode führen kann.

MERKE !

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine meist im Kindes- und Jugendalter diagnostizierte Autoimmunerkrankung. Da dabei die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden, müssen Typ-1-Diabetiker ein Leben lang Insulin spritzen.

Diabetes mellitus Typ 2

Der insulinunabhängige Diabetes mellitus Typ 2 trat bislang hauptsächlich bei älteren Menschen auf und wurde daher umgangssprachlich auch als Altersdiabetes bezeichnet. Doch heutzutage entwickeln bereits immer mehr Kinder und Jugendliche die Stoffwechselerkrankung, der ein ungünstiger Lebensstil, wenig Bewegung sowie eine ungesunde Ernährungsweise und ein daraus resultierendes Übergewicht zugrunde liegen.

Durch den Bewegungsmangel verbrauchen die Muskeln kaum Blutzucker als Energie, was die Insulinresistenz schnell voranschreiten lässt. Betroffene von Adipositas im Allgemeinen haben eine geringe Glukosetoleranz und einen erhöhten Insulinspiegel zu beklagen.

Ist Letzterer über einen längeren Zeitraum hinweg erhöht, entwickelt sich eine Insulinresistenz, wodurch die Empfindlichkeit der Zellen für den Botenstoff nachlässt. Eine vermehrte Insulinausschüttung ist die Folge: Die Bauchspeicheldrüse wird permanent beansprucht und dennoch können die Zellen den Zucker aus dem Blut nicht mehr richtig aufnehmen. 

MERKE !

Diabetes mellitus Typ 2 ist insulinunabhängig und tritt heutzutage bereits im Kindes- und Jugendalter auf. Die Hauptgründe der Entstehung sind ein ungesunder Lebensstil und infolgedessen Übergewicht.

Blasenschwäche und Diabetes

Diabetes erkennen

Ein klinisch manifester Diabetes liegt dann vor, wenn der im Blut gemessene Nüchternblutzucker 126 Milligramm pro Deziliter übersteigt – zwei Stunden nach einer Glukosebelastung gilt ein Wert von über 200 Miligramm pro Deziliter als Indikator.

Diabetes mellitus führt bei Betroffenen oft zur Verengung der Blutgefäße, zu Nervenschädigungen sowie zu Netzhauterkrankungen. Folgende Symptome können ebenfalls auf eine Erkrankung beider Diabetes-Typen hinweisen:

  • erhöhte Urinausscheidung (Polyurie)
  • starker Durst (Polydipsie)
  • Wachstumsstörungen, Gewichtsabnahme (bei Kindern)
  • Verschlechterung der Sehkraft
  • Muskelkrämpfe
  • Menstruationsstörungen
  • Psychische Veränderungen (Aggressivität)
  • schlechte Wundheilung

Wird Diabetes nicht richtig oder gar nicht behandelt, kann das zu schweren Folge- und Spätschäden führen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenversagen, Erblindung sowie Nervenstörungen können auftreten, wie Dr. Monika Toeller, Ärztin für Innere Medizin sowie forschende Diabetologin und Leiterin des Bereichs Ernährung am Deutschen Diabetes-Zentrum der Universität Düsseldorf erklärt.

MERKE !

Symptome wie eine erhöhte Urinausscheidung, starker Durst, Muskelkrämpfe, Verschlechterung der Sehkraft sowie eine schlechte Wundheilung können auf Erkrankung Diabetes mellitus hinweisen.

Wie Diabetes mellitus behandeln?

Eine bedarfsgerechte Therapie von Diabetes mellitus umfasst die Diagnostik, Überwachung und Behandlung der Stoffwechselerkrankung durch einen Facharzt. Es gibt drei Therapieformen, die zur Behandlung der Stoffwechselstörung angewandt werden:

  • nur Diät
  • Diät und orale Antidiabetika
  • Diät und Insulin

Rund 40 Prozent der neu erkrankten Diabetiker können mit einer Diät allein behandelt werden (gilt nur für Typ-2-Diabetiker). Weitere 30 Prozent können mit oralen Antidiabetika sowie die übrigen 30 Prozent mit Insulin behandelt werden. Oralen Antidiabetika fördern die noch vorhandene körpereigene Insulinproduktion oder führen zu einer Verbesserung der Wirkung des körpereigenen Insulins.

Eine Ernährungstherapie soll die Zufuhr aller wichtigen Nährstoffe sicherstellen sowie die Stoffwechselstörung ausgleichen. Hierbei werden den Diabetikern keine speziellen Lebensmittel empfohlen: Sie bedienen sich der gleichen Lebensmittelauswahl wie stoffwechselgesunde Menschen.

MERKE !

Diabetes mellitus kann je nach Typ und Schwere der Stoffwechselstörung mittels einer Diät, einer Diät in Kombination mit Antidiabetika sowie mithilfe einer Diät und Insulin behandelt werden.

Diabetes: Ernährung ist der Schlüssel zur Besserung

Eine deutliche Verbesserung der Symptome einer Typ-2-Diabetes ermöglicht die richtige Ernährung und ein damit verbundener Gewichtsverlust. Je nach Zusammensetzung und Kombination der Nahrungsmittel sowie Art der Zubereitung wird der Glukosespiegel im Blut beeinflusst. So verschlechtert beispielsweise eine fettreiche, ballaststoffarme Ernährung die Glukosetoleranz.

Als Ernährungstherapie wird empfohlen, die Fettzufuhr zu begrenzen (etwa 30 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr) und auf langsam verdauliche Kohlenhydrate zu setzen (rund 55 Porzent der täglichen Kalorienzufuhr), wie sie etwa in Vollkornprodukten enthalten sind. Proteine sollten nicht mehr als dem Bedarf entsprechend verzehrt werden (15 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr): 0,8 x Kilogramm Körpergewicht (1).

Werden orale Antidiabetika eingenommen, empfiehlt es sich, pro Tag drei bis sechs kleine Mahlzeiten zu verzehren. Wird eine feste Insulindosis verabreicht, werden die Mahlzeiten auf drei bis sechs Gerichte mit fester Kohlenhydratmenge verteilt. Wichtig: Die persönlichen Indikationen bei Diabetes mellitus sind unbedingt nach Rücksprache mit einem Arzt zu verabreichen, da sie sich individuell unterscheiden können.

Ernährung bei Diabetes mellitus:

  • 3 Mahlzeiten pro Tag essen
  • Zwischenmahlzeiten weglassen – im Notfall auf Gemüserohkost, eine Handvoll Nüsse oder ein hart gekochtes Ei zurückgreifen
  • Portionsgrößen an das Handtellerprinzip anpassen
  • Viel Gemüse verzehren
  • komplexe Kohlenhydrate verzehren (Vollkornprodukte)
  • ballaststoffreiche Produkte verzehren
  • Proteine zu jeder Mahlzeit verzehren, etwa fettarme Milch und Milchprodukte, Eier, Geflügel, Fisch, Nüsse und Hülsenfrüchte
  • täglich zwei Liter ungesüßte Tees oder Wasser trinken
  • Tägliche Bewegung: 30 Minuten leichter Sport wie etwa ein Spaziergang genügen schon
  • Zucker größtenteils meiden
  • Tabu sind außerdem Fertigprodukte, Fast Food sowie ein übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen

MERKE !

Eine Ernährungsumstellung in Kombination mit mehr Bewegung sind der Schlüssel, um Diabetes mellitus wieder in den Griff zu bekommen. Hierbei sollte auf eine ausgewogene Mischkost mit viel Gemüse und langsam verdaulichen Kohlenhydraten gesetzt werden – ebenso Eiweiß. Auf eine übermäßige Fettzufuhr sowie der Verzehr von Zuckerhaltigem oder Alkohol sollte verzichtet werden.

Zur Kurzfassung ►

Ernährung bei Diabetes mellitus im Video:


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Hallo, ich bin seit 25 Jahren Diabetiker Typ1. Es wäre mal ganz schön, auch mal Rezepte für Diabetiker bei Ihnen zu finden!!!! Ich lese regelmäßig ihre Rezepte und Kommentare.
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Lenßner, Rezepte für Diabetiker findest du hier: http://eatsmarter.de/rezepte/rezeptsammlungen/diabetiker-fotos#/0 Viele Grüße, dein EAT SMARTER-Team