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Ernährung bei Fettstoffwechselstörung

Fettstoffwechselstörungen sind äußerst heimtückisch: Über einen langen Zeitraum hinweg verursachen sie kaum Beschwerden und bleiben so oft im Verborgenen. Mithilfe einer gezielten Ernährungstherapie können die erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerte jedoch positiv beeinflusst werden. EAT SMARTER stellt die richtige Ernährung bei Fettstoffwechselstörung vor.

Ernährung bei Fettstoffwechselstörung

Zur Kurzfassung ►

Fettstoffwechselstörung – was ist das?

Grundsätzlich unterscheidet man die primären von den sekundären Fettstoffwechselstörungen. Bei Letzteren ist oft eine Stoffwechselerkrankung die Ursache, wie etwa Diabetes mellitus, Endokrinopathie (Hormonstörungen), Leber-, Schilddrüsen- sowie Nierenprobleme oder bestimmte Medikamente.

Einer primären Fettstoffwechselstörung liegen meist genetische Komponenten in Kombination mit einem stark ungesunden Lebensstil (Bewegungsmangel, Übergewicht) sowie einer ebenso ungesunden Ernährungsweise zugrunde. Insgesamt unterscheidet man fünf klinische Aspekte:

  1. LDL-Hypercholesterinämie
  2. Hypertriglyceridämie
  3. gemischte Hyperlipoproteinämie
  4. HDL-Erniedrigung
  5. Lipoprotein(a)-Erhöhung

Die richtige Ernährung bei Fettstoffwechselstörung inklusive einer von einer Fachkraft durchgeführten Beratung bilden die Grundvoraussetzung, um eine effiziente Behandlung der Erkrankung zu ermöglichen.

MERKE !

Einer Fettstoffwechselstörung liegt meist ein erblicher Stoffwechseldefekt in Kombination mit einem stark ungesunden Lebensstil und einer ungesunden Ernährungsweise zugrunde. Die richtige Ernährung bei Fettstoffwechselstörung kann die Erkrankung jedoch positiv beeinflussen.

Wie äußert sich eine Fettstoffwechselstörung?

Gerät der Stoffwechsel der Fette durcheinander, bemerkt der Betroffene dies nicht sofort – das ist gleichzeitig das Tückische an der Erkrankung. Meist wird eine Fettstoffwechselstörung eher zufällig nach einer Routineuntersuchung diagnostiziert.

Die erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerte im Blut können zu Gefäßverengungen und als Folge dessen im schlimmsten Fall zu Spätfolgen wie einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt führen.

Weitere mögliche Hinweise auf eine Fettstoffwechselstörung können gelbe, kleine Knoten an Augenlidern, Achillessehnen, Ellenbogen oder Knien sein sowie krampfartige Beinschmerzen bei längerem Gehen oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.

MERKE !

Eine Fettstoffwechselstörung zeigt sich meist nicht durch akute Beschwerden. Im Gegenteil: Häufig werden die erhöhten Blutfettwerte nur zufällig bei einer Routineuntersuchung festgestellt. Mögliche Symptome können gelbe Knötchen an Augenlidern, Ellenbogen oder Knien sein sowie Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.

Wie entsteht eine Fettstoffwechselstörung?

Fette, sogenannte Lipide, sind lebenswichtig. Zu den bedeutendsten Blutfetten gehören Cholesterin und Triglyceride. Letztere sind wichtige Energielieferanten und werden, falls im Überfluss vorhanden, im Fettgewebe gespeichert. Als Grundbaustein für Hormone und Zellmembranen wird wiederum das Cholesterin gebraucht.

Gekoppelt an bestimmte Eiweiße werden die Blutfette an die benötigten Stellen im Körper transportiert und heißen dann Lipoproteine. Ein Übermaß an diesen Fett-Eiweiß-Verbindungen im Blut kann zu Entzündungen dieser Gefäße führen: Eine zunehmende Verengung der Blutgefäße ist die Folge. Die an den Entzündungsstellen gebildeten Plaques könnte dann mitunter abreißen und kleinere Gefäße verstopfen. Hieraus könnte ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt resultieren.

MERKE !

Ein Übermaß an Lipoproteinen kann zu Entzündungen der Blutgefäßwände und infolgedessen zu Gefäßverengungen führen. Die zur Linderung bestimmten Plaques kann mitunter abreißen und kleinere Gefäße verstopfen – Schlaganfall und Herzinfarkt können die Folge sein.

Was hilft gegen Fettstoffwechselstörung?

Zu Beginn der Diagnose einer Fettstoffwechselstörung wird die familiäre Vorbelastung genauer unter die Lupe genommen. Sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen schon einmal vorzeitig bei einem Verwandten ersten Grades aufgetreten, weist das auf eine genetisch bedingte Form der Fettstoffwechselstörung hin. Diese kann zusammen mit Ernährungs- und Lebensstilmaßnahmen sowie individuell abgestimmten Medikamenten behandelt werden.

Neben der besonderen Ernährung bei Fettstoffwechselstörung, die im nächsten Punkt genauer erläutert wird, ist es wichtig, auf weitere Faktoren seines Lebensstils zu achten und diese zu optimieren. Dazu gehören eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht, regelmäßige körperliche Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol. Durch diese Änderungen wird außerdem das Risiko für Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt.

MERKE !

Eine Fettstoffwechselstörung wird am besten mit einer Kombination aus ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und dem Verzicht auf Rauchen sowie Alkohol behandelt.

Fettstoffwechselstörung – was essen?

Die richtige Ernährung bei Fettstoffwechselstörungen kann die Krankheit positiv beeinflussen. Dazu gehören ein ausgewogener, ballaststoffreicher Speiseplan mit ungesättigten Fettsäuren, weniger Zucker und Alkohol. Die Basis der Lebensmittelwahl sollten Gemüse und zuckerarmes Obst wie etwa Beeren bilden.

Vollkorn und daraus hergestellte Produkte wie Nudeln, Reis oder Brot sollten häufig auf dem Speiseplan stehen, da sie für die Verdauung wichtige Ballaststoffe liefern. Mindestens 25 bis 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag sollten verzehrt werden sowie ein Vollkornanteil von 50 Prozent der zugeführten Getreideprodukte. Am Abend sollte jedoch möglichst auf Kohlenhydrate verzichtet werden, da diese bei Überschuss zu Triglyceriden verstoffwechselt werden.

Mageres Fleisch von Hühnern oder Pute sollte bis zu zweimal pro Woche aufgetischt werden – ebenso fettreicher Fisch. Der Sattmacher Eiweiß sollte in jeder Mahlzeit des Tages zu finden sein, beispielsweise Nüsse, Hülsenfrüchte oder fettarme Milchprodukte. Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee und achten Sie auf den regelmäßigen Verzehr von ungesättigten Fettsäuren.

Diese Tabelle liefert eine schnelle Übersicht über die Lebensmittel, die eine Fettstoffwechselstörung positiv und negativ beeinflussen können:

Lebensmittel

Gut verträglich

Schlecht verträglich

Getränke Wasser, ungesüßter (grüner) Tee, Filterkaffee, natriumarmes Mineralwasser Trinkschokolade, Fruchtnektar, Softdrinks, Alkohol
Obst Apfel, Beeren, Clementine, Kiwi, Nektarine, Pfirsich, Pflaume, Sauerkirsche, Wassermelone Obstmus, kandiertes Trockenobst, Bananen, Weintrauben
Gemüse Aubergine, Brokkoli, Bohne, Erbse, Fenchel, Gurke, Kartoffel, Kohl, Linse, Mangold, Pilz, Rote Bete, Salat, Sauerkraut, Spargel, Spinat, Tomate, Zucchini Mais, Süßkartoffel
Nüsse & Samen Mandel, Cashew, Pinienkern, Sonnenblumenkern, Kürbiskern, Haselnuss- und Walnusskerne Macadamia, Erdnuss, gesalzene Nüsse, Kokosnuss
Fette & Öle Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl, Butter Butterschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl, Kokosfett, Frittierfette
Getreide & Beilagen Hafer, Gerste, Dinkel, Roggen, Haferflocken, Pellkartoffeln, Vollkornprodukte, Hirse, Buchweizen Weißbrot, Zwieback, Croissant, geschälter Reis, Hartweizennudeln, Pommes, Fast Food, Fertiggerichte, eihaltige Teigwaren
Fleisch & Wurst Aspik, Corned Beef, Kassler, Lachsschinken, Hühner- und Putenfleisch, Rinderfilet, Kaninchen, Kalb Bauchspeck, Bockwurst, Bratwurst, Fleischkäse, Leberkäse, Leberwurst, Mettwurst, Mortadella, Salami, paniertes Fleisch
Fisch & Meeresfrüchte Forelle, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Lachs, Makrele, Sardine, Scholle, Thunfisch, Flunder, Steinbutt, Zander, Barsch Garnelen, Hummer, Krabben, Shrimps, Auster, Aal, Kaviar, panierter Fisch
Eier, Milch & Käse Kochsahne, Saure Sahne, fettarme Milch (1,5% Fett), Buttermilch, Naturjoghurt (1,5% Fett), Schafskäse, Mozzarella, Harzer Käse, Hüttenkäse, Eiweiß Hühnereier, Sahne, Schmand, Fruchtbuttermilch, Creme fraiche, Fruchtjoghurt, Milchreis, Pudding, Sahnequark, mehr als 3 Eigelb/Woche

MERKE !

Die richtige Ernährung bei Fettstoffwechselstörung kann die Erkrankung positiv beeinflussen. Es wird auf ballaststoffreiche Vollkornprodukte und sättigendes Eiweiß gesetzt sowie auf hochwertige Fett wie Raps- oder Leinöl.

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