Slow Food pflegt die Kultur von Essen und Trinkens | EAT SMARTER
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Slow Food pflegt die Kultur verantwortungsvollen Essens und TrinkensDurchschnittliche Bewertung: 1.5152

Ernährungslehre

Slow Food pflegt die Kultur verantwortungsvollen Essens und Trinkens

Slow Food Slow Food

Der Italiener Carlo Petrini gründet 1986 Slow Food als Gegen
bewegung zum Fast Food. Inzwischen hat der Verein mehr als 100.000 Mitglieder.

Wofür steht Slow Food?

Während Fast Food – gerade die Ketten – überall auf der Welt das gleiche Essen anbietet, es überall gleich schmeckt, setzt sich Slow Food für die Vielfalt und den Genuss der regionalen Esskultur ein. Die Produkte, ihre Herstellung und ihre Erzeuger sollen wieder geschätzt und respektiert werden. „Gut, sauber und fair“ lautet daher der Leitsatz von Slow Food. Es muss nachhaltig, artgerecht und sozial fair produziert und verarbeitet werden – und zwar so, dass die Produkte für die regionalen Erzeuger auch zu fairen Preisen verkauft werden können.

Die Schnecke – wer wird mit dem Slow-Food-Logo ausgezeichnet?

Slow Food will die Sinne für die regionale Vielfalt der Lebensmittel als Teil unserer Kultur schärfen. Mit der „Arche des guten Geschmacks“ hat Slow Food ein Projekt zum Schutz der biologischen Vielfalt ins Leben gerufen, damit wertvolle Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen, aber auch Zubereitungsarten nicht vergessen werden. Die sogenannten Arche-Passagiere sind zum Beispiel das Hinterwälder Rind, das bunte Bentheimer Schwein oder unter den Lebensmitteln der Weißlacker Käse, der nur im Allgäu hergestellt wird. Erzeuger, Anbieter und Gastronomen, die diese Idee unterstützen, sich für die Verbreitung dieser Lebensmittel einsetzen, zeichnet Slow Food mit einem Gütezeichen aus, der roten Schnecke, dem Slow-Food-Logo.

Die Geschichte einer Bewegung – Slow Food

Aus Protest gegen die Eröffnung eines Fast-Food-Restaurants mitten in Rom rief der Journalist und Soziologe Carlo Petrini gemeinsam mit Freunden 1986 zu einer Gegenbewegung auf – damals noch unter dem Namen „Arcigola“. Schnell wuchs die Zahl der Mitglieder und nur drei Jahre später war die Geburtsstunde von Slow Food als internationaler Verein. Inzwischen ist er in über 150 Ländern mit mehr als 100000 Mitgliedern vertreten. Auch in Deutschland gibt es Slow Food seit über zwanzig Jahren mit inzwischen 80 regionalen Gruppen.

Slow Food – eine elitäre Einrichtung?

Immer wieder musste sich Slow Food in der Vergangenheit der Kritik stellen, dass es den Mitgliedern hauptsächlich um Genuss ginge, um Lebensmittel, die sich Normalverdiener auf Dauer gar nicht leisten könnten. Auch Gründer Carlo Petrini sah die Gefahr, dass Slow Food zu einem Verein für Gourmets wird. Mit dem Projekt „Terra Madre“, einem weltweiten Netzwerk von verantwortlichen Bauern, Fischern und Tierzüchtern hofft Petrini dieses Vorurteil aufzuheben, da Slow Food jetzt auch in ärmeren Ländern engagiert ist – zum Nutzen der Esskultur, der Umwelt und der unabhängigen Kleinbauern.

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Hanni Rützler
In Wien stehen derzeit bekennende Gourmets jeweils an drei Tagen der Woche Schlange vor einem Pop-Up-Fast-Food-Restaurant. Innerhalb kürzester Zeit ist die sogenannte „Fisherei“ in einem kleinen Gasthaus im Zentrum meiner Wahlheimat zum Mekka für Liebhaber klassischen britischen Fast-Foods geworden: Michael Vesely und Adelheid Reisinger servieren hier nichts anderes als Fish and Chips. Freilich, wie der österreichische Gourmet-Kritiker Severin Corti schreibt, „in einer Qualität, wie sie auch die legendärsten unter den Londoner Vorbildern wie die Golden Union Fish Bar, das Nautilus oder selbst das kitschig-köstliche Poppies in Spitalfields nur an guten Tagen bieten.“ Kabeljau in einer Frische wie er sonst nur in der Hyper-Luxusgastronomie zu haben ist, eingepackt in einen simplen Bierteig, so krachend knusprig, dass man ihn mit Worten kaum beschreiben kann.
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