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Ernährungslehre

Steinzeiternährung: Essen wie früher

Zivilisationskrankheiten stehen oft mit einer falschen Ernährung im Zusammenhang – könnte die Steinzeiternährung ein Ausweg sein?

Steinzeiternährung Steinzeiternährung

Die Grundidee der Steinzeiternährung

Die Steinzeiternährung  empfiehlt Nahrungsmittel, die vermutlich dem Menschen in der Altsteinzeit zur Verfügung standen – vor allem ein großes Angebot an Fleisch und Fisch macht dieses Ernährungskonzept aus. Der Trend kam in den 90er Jahren in den USA auf und fand bald auch in Deutschland und anderen Ländern Befürworter. Die Grundidee der Steinzeiternährung ist die, dass der Mensch genetisch optimal auf das Nahrungsangebot der Altsteinzeit angepasst  war und sich entsprechend entwickeln konnte. Außerdem bewegte er sich viel und musste Hungerphasen aushalten. Der moderne Mensch hingegen, vor allem der westlichen Industrienationen, lebt im Überfluss. Er konsumiert viele kalorien- und kohlenhydratreiche Lebensmittel, Zucker und Salz. Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes oder auch Allergien gehen oft auf eine falsche Ernährung zurück. Anhänger der Steinzeiternährung, auch als „Paläo-Diät“ bekannt, sehen in der menschlichen Evolution die Ursache: Das menschliche Erbgut hat sich in den letzten zehntausend Jahren kaum verändert, die Lebensumstände, die Nahrung hingegen dramatisch. Viehzucht und Ackerbau brachten Milch und Milchprodukte sowie kohlenhydratreiche Getreidearten auf den Speiseplan, die Menschen wurden sesshaft. Genetisch angepasst hat sich der Mensch hingegen nicht, sodass es zu den vielen ernährungsbedingten Krankheiten kommt. 

Welche Lebensmittel eignen sich für die Steinzeiternährung?

Fleisch und Fisch, Meeresfrüchte, Obst, Gemüse, Nüsse, Pilze zählen zum sogenannten „Paleofood“. Die Steinzeiternährung setzt auf Lebensmittel, die es in der Altsteinzeit wahrscheinlich gab. Damit werden alle verarbeiteten Nahrungsmittel kategorisch abgelehnt. Da man in der Altsteinzeit von Ackerbau und Viehzucht noch weit entfernt war, schließt die Steinzeiternährung ebenso Milch und Milchprodukte aber auch Getreide vom Speiseplan aus. Alkohol darf auch nicht getrunken werden, dafür natürliches Wasser und Kräutertees.

Steinzeiternährung kritisch gesehen

Geht die Steinzeiternährung davon aus, dass der Mensch optimal an das Nahrungsangebot der Altsteinzeit angepasst war und sich seitdem genetisch kaum verändert hat, zweifeln Wissenschaftler diese Theorie stark an. So hat sich in kurzer Zeit eine Lactose-Toleranz entwickelt, die genetisch nicht angelegt war. Wissenschaftler sprechen von rund 700 Veränderungen im menschlichen Erbgut allein in den letzten 10.000 Jahren. Ebenso halten Kritiker es für schwierig, eine einheitliche Steinzeiternährung festzulegen. Schließlich lebte der Mensch damals schon in unterschiedlichsten Regionen mit unterschiedlichstem Nahrungsangebot, dem er optimal angepasst war. 

 

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