Trennkost nach Dr. Hay: Veraltete Vorstellungen vom Körper | EAT SMARTER
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Trennkost nach Dr. Hay: Veraltete Vorstellungen vom KörperDurchschnittliche Bewertung: 1.5152

Ernährungslehre

Trennkost nach Dr. Hay: Veraltete Vorstellungen vom Körper

Trennkost Trennkost

Die Anfang des 20. Jahrhunderts erfundene Trennkost ist heute wissenschaftlich längst als wirkungslos und unter Umständen schädlich widerlegt.

Trennkost gegen Übergewicht und Krankheiten?

Die Trennkost wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den amerikanischen Arzt Dr. Howard Hay erfunden. Seiner Ansicht nach resultierte eine ganze Reihe von Zivilisationskrankheiten aus einer Übersäurerung des Körpers, die unter anderem dadurch hervorgerufen werde, dass der Körper Eiweiß und Kohlenhydrate in einer Mahlzeit nicht angemessen verarbeiten kann. Die Trennkost sieht deshalb eine strikte Trennung zwischen eiweißreichen und kohlenhydratreichen Lebensmitteln vor. Mittels Trennkost sollen sich angeblich Krankheiten (z.B.  Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen) heilen und Übergewicht beseitigen lassen.

Trennkost-Grundlagen sind wissenschaftlich widerlegt

Die grundlegende Theorie der Trennkost, Kohlenhydrate und Eiweiße ließen sich weniger gut verdauen, wenn sie in einer Mahlzeit konsumiert werden, ist wissenschaftlich längst widerlegt. Schon mit dem gesunden Menschenverstand lässt sich die Idee der Trennkost ad absurdum führen: Muttermilch enthält sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate. Laut Trennkost wäre Muttermilch für Säuglinge also ungeeignet!

Unausgewogen und keineswegs gesund

Trennkost führt nach Meinung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Dauerernährung zu Nährstoffdefiziten. So könne es aufgrund der unausgewogenen Verteilung der Grundnahrungsmittel - 75-80% basenbildende Lebensmittel wie Obst, Salate und Gemüse, 20-25% Fleisch, Fisch, Käse, Fette und unraffinierte Öle sowie aus Kohlenhydraten, z.B. Vollkornprodukten - zu einem Mangel an B-Vitaminen, Folsäure, Magnesium, Eisen, Selen, Jod und Kalzium kommen. Wenn sich im Zuge einer Ernährung mit Trennkost Krankheiten bessern oder ein bestehendes Übergewicht verringert, so ist dies keinesfalls auf die Trennkost selbst zurückzuführen, sondern auf die bewusste Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse sowie einen weitgehenden Verzicht auf große Fleischportionen und eine insgesamt bewusstere Ernährung. Diese Effekte lassen sich jedoch auch ohne die möglichen Nachteile der Trennkost erreichen.
Die Trennkost basiert auf der Annahme, Eiweiße und Kohlenhydrate ließen sich vom menschlichen Körper nicht gleichzeitig effektiv verdauen. Diese Annahme ist falsch. Da die Trennkost eine unausgewogene Ernährungsform darstellt, kann sie zu einem Mangel an bestimmten Nährstoffen führen und ist damit nicht empfehlenswert.

 

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