Vegan essen | EAT SMARTER
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30 Tage vegan essen – die letzten zwei Wochen (Teil III)Durchschnittliche Bewertung: 2.4155

„Vegan for fit“

30 Tage vegan essen – die letzten zwei Wochen (Teil III)

Vegan essen – © miskris - Fotolia.com Vegan essen – © miskris - Fotolia.com

Wie fühlt sich ein Monat vegan essen an? Seit fast vier Wochen verzichte ich, die EAT SMARTER-Redakteurin, nun auf tierische Produkte und berichte darüber. Lesen Sie hier im vorletzten Teil meines vierteiligen Berichts, wie es mir in den letzten zwei Wochen des Versuchs geht, warum ich gesündigt habe und letztlich doch total euphorisch bin.

Jetzt ist es fast geschafft: Seit knapp vier Wochen esse ich nun nach den veganen Kochbüchern von Attila Hildmann. In den vergangenen Wochen erzählte ich Ihnen, dass ich als Fleisch- und Schokojunkie nach all den Lebensmittelskandalen radikal umdenken wollte und deshalb beschloss, vegan essen muss es sein! Nicht vegetarisch, nein wenn schon, dann vegan. Ich berichtete Ihnen, warum mir mein veganes Frühstück nicht schmeckte und dass ich enttäuscht war, schlapp und müde statt vital und voller Energie zu sein. Lesen Sie hier, warum sich das Durchhalten letztendlich für mich trotzdem gelohnt hat!

Ich habe gesündigt – vegan essen ist schwer

Ich wusste gar nicht, in wie vielen Produkten tierische Bestandteile enthalten sind. Nur zwei Beispiele zeigen, wie unbedarft ich bisher meine Speisen gegessen habe: Abends gibt es Kartoffelpuffer mit selbstgemachtem Apfelmus. Weil die Zeit knapp ist, kommen die Puffer aus dem Tiefkühler. Ich esse den Ersten, bis mir dieser fast im Hals stecken bleibt. Sind die Dinger überhaupt vegan?, frage ich meinen Freund. Ein Blick auf die Packung verrät: Sie enthalten Volleipulver. Ich habe einfach nicht darüber nachgedacht. Nach dieser – wenn auch unbewussten – Sünde, fühle ich mich schlecht. Die Puffer überlasse ich meinem Freund.

Auch beim Thema Snacks merke ich schnell: Vegan essen ist schwer. Normale Schokolade und Gummibärchen sind tabu. Und in Chips entdecke ich ebenfalls: Milchzucker, Fischproteine, die Liste mit tierischen Bestandteilen ist lang. Aber ich finde Salt & Vinegar Chips ohne tierische Zusätze – Juhu!

Vegan essen – wo bleiben die Gelüste?

Eine Sache freut mich beim Thema Snacks aber sehr: Meine unbändige Schokoladenlust ist verschwunden. Und je weiter die Zeit fortschreitet, desto besser wird es! Gelüste oder gar Entzugserscheinungen habe ich generell kaum. Einmal giere ich nach dem Schnitzel auf dem Teller meines Freundes und ab und an will ich beim Einkaufen zum Schokoriegel greifen, aber ich bleibe hart. Komischerweise bleibt mein Blick am Kühlregal auch eher am Käse hängen. Mein Lieblingssalat schmeckt ohne Schafskäse halt nur halb so gut und die vegane Alternative kann meinen Gaumen nicht so recht überzeugen.

Doch Attila, mein Berater in allen Lebenslagen während des 30-tägigen Versuchs, weiß auch hier Rat: „Meine Pizza toppe ich mit knackigem Rucola, selbstgemachtem Pesto und einem salzigen Mix aus Hefeflocken und gerösteten Pinienkernen; einen Frischkäse mache ich mir aus eingeweichten Cashewkernen, meinen Auflauf überbacke ich mit weißem Mandelmus, das ich mit etwas Wasser und Salz anrühre.“ Das sind tolle Tipps, aber leider ersetzt mir das mein Schafskäse-Topping nicht. Auch das selbst zubereitete Pesto ohne Parmesan will mir noch nicht wirklich gelingen. Ich muss also weiter darben und hoffen, dass mir der Verzicht mit der Zeit leichter fällt.

Vegane Rezept-Ideen gefällig? Lassen Sie sich von unserer Rezeptgalerie inspirieren!

Vegan essen – meine ersten Erfolgserlebnisse

Nachdem ich vor zwei Wochen bereits über meine Misserfolge berichtet habe, kommen hier nun die guten Nachrichten: Ja, es tut sich wirklich was. Ich bin mir nicht sicher, welche Rolle der Placebo-Effekt spielt, weil ich mich einfach durch das gesunde Essen generell sehr wohl und diszipliniert fühle, aber meine Haut strahlt und die Rötungen lassen nach. Meine Haare kommen mir griffiger vor. Da ich diese Veränderungen nicht wissenschaftlich belegen kann, verlasse ich mich auf ein bewährtes Hausmittel: Meine alte Hose passt wieder wie angegossen! Da brauche ich auch keinen Blick auf die Waage mehr.

Besonders erfreulich ist für mich, dass sich mein Magen in diesen Wochen scheinbar wirklich erholt. Blähbauch und Völlegefühl sind nahezu verschwunden und Magenkrämpfe habe ich gar nicht mehr. Ein wirklich tolles Gefühl!

Sprachprobleme beim Italiener: vegan essen – capito? Was?

Doch leider gibt es auch in dieser Woche wieder von Problemen zu berichten und wieder treten sie auf, wenn ich unterwegs bin. Wir haben eine Firmenfeier. Es geht zum Italiener. Das Menü ist ausdrücklich auf Vegetarier ausgelegt. Ich werde sehen, wie flexibel das Restaurant auf meine veganen Wünsche reagiert.

Der Abend ist für mich – rein kulinarisch – ein Flop. Als Vorspeise bekomme ich, wie alle Vegetarier, Antipasti – mit Tomate/Mozzarella und Ziegenkäse. Zum Hauptgang gibt es die Wahl zwischen drei Pastagerichten – aber auch diese sind mit Ricotta und Parmesan zubereitet – also bleibt mein Teller leer. Immerhin gibt es zum Nachtisch neben Tiramisu auch Zitronensorbet und die leckere Obstdeko.

Insgesamt ist mein Fazit aber: es macht wenig Spaß, den Kollegen beim Essen zugucken zu müssen und die leichten Sprachprobleme verhindern, dass ich dem Keller erklären kann, was vegan essen heißt. Dafür ist der Laden auch viel zu voll und es wäre mir furchtbar unangenehm gewesen, den Keller so lange in Anspruch zu nehmen. Einen netten Restaurantbesuch stelle ich mir anders vor.

Übernächste Woche berichte ich im vierten und letzten Teil meines Berichts, warum vegan essen geht ganz schön ins Geld geht, Ersatzprodukte oft voller Geschmacksverstärker sind und ziehe mein persönliches Fazit. Seien Sie gespannt!

Die weiteren Teile meines Selbstversuchs finden Sie hier:

 

(Marina Leunig)

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Und wieder die so toleranten Veganer.ich find es mutig, sich als Fleischesser einem solchen Test zu stellen. Ich fand es vor Jahren schon nicht leicht, von Fleisch auf vegatarisch umzustellen...und nein, vegan ist nicht mein Leben. ICh kann mich auch als Vegetarier lediglich mit Linsen anfreunden, Bulgur, Hirse,Quinoa..nicht mein Ding, und ich habe in den fast 15 Jahren fleischlosen Essens einiges ausprobiert. Und ich frage mich ob die oft neuernannten Veganer nicht nur ihre Ernährung, sondern auch andere Lebensbereiche ( Kosmetik, Shampoo etc) so konsequent tierproduktefrei halten..
 
denke wenn man gesund vegan essen möchte und keine Mangelerscheinungen muss man leider tiefer in die Geldbörse greifen um erstmal mit neuen Produkten/LM klarzukommen und ggf auszuprobieren, denn bei einer Umstellung schmecken viele Sachen nicht auf Anhieb und alleim beim Tofu liegen Welten zwischen den Produkten....bis man da was findet was einen richtig schmeckt, geht schon Geld drauf... wenn man natürlich unausgewogen isst und nur an Grünzeug lutsch und Vollkorn/Dinkelbrot ohne etwas aufzupeppen denn Essen ist ja auch Genuß...dann ist es natürlich nicht teuer aber langfristig auch nicht gerade gesund... Vegan ist leider zum Anfang das Suchen nach Alternativen von Jahrelang bekannten Essenskonsum, und den verwöhnten Gaumen umzugewöhnen nicht so einfach als wenn man als Kind schon direkt daran gewöhnt wäre... ist sicher mal ein gutes selbsttest, aber man grenzt sich in vielen Situationen wirklich aus und wird nicht als lebenslustiger Mensch gesehen sondern als jemand der angestrengt und stark fixiert auf das richtige Essen ist, das schafft oft verkrampfte Stimmung für alle...wie früher der Mäkelpeter, dem man nichts recht machen kann.. jedenfalls liegt die Entscheidung bei einem selbst, erstmal weniger Fleisch oder vegetarier reicht zum Anfang ja auch...der Mensch neigt zu übertreibungen wie so oft
 
Vegan kochen ist einfach und lecker - probiere es doch mal mit einem veganen Kochkurs. Bei der Hamburger Volkshochschule gebe ich Kochurse zu diesem Thema: http://www.vhs-hamburg.de/home/kurse/kursdetails-44?kid=218690 Übrigens: Schokolade mit Reismilch schmeckt wie Vollmilchschoki!
 
Veg. Aufschnitt/Belag ist schon recht teuer - mit wenigen Ausnahmen, zb. die Aufschnitte von Hobelz oder der von Aldi. Ansonsten gibt es da Preise, da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Und man hat nicht einmal ein Gütesiegel o.ä., im Grunde können die Hersteller da den letzten Mist reinpampen, und man zahlt über drei Euro für 100 Gramm Aufschnitt...und am Ende schmeckt das Zeuch dann nicht einmal! Da wird schon viel Schindluder getrieben, muss man leider sagen. Zum Thema allgemein: Hut ab, 30 Tage vegan würde ich nicht schaffen! :D Bin seit 13 Jahren Ovo/Lacto-Veggie und bleibe es wohl auch - bin sehr zufrieden damit.
 
Also ich muss leider auch sagen, dass Frau Redakteurin hier absolut uebertreibt und mich dieser Artikel schon fast sauer macht

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