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30 Tage vegan essen – ein persönliches Fazit (Teil IV)Durchschnittliche Bewertung: 2.91514

„Vegan for fit“

30 Tage vegan essen – ein persönliches Fazit (Teil IV)

vegan essen – © Ilenia Pagliarini - Fotolia.com vegan essen – © Ilenia Pagliarini - Fotolia.com

Vier Wochen wollte ich, die EAT SMARTER-Redakteurin, vegan essen und nun ziehe ich mein persönliches Fazit! In den letzten Wochen berichtete ich Ihnen, liebe LeserInnen, von meinen Erfolgen, Problemen, Gelüsten und Sünden. Im letzten Teil meines Berichts widme ich mich nun den Kosten veganer Ernährung, der „Glutamatfalle“ und ziehe meine persönliche Bilanz.

30 Tage vegan essen – welche Bilanz ziehe ich? Vier Wochen lang habe ich nach den Kochbüchern von Vegan-Starkoch Attila Hildmann gegessen. Ich berichtete auf eatsmarter.de, warum ich als fleischfressende Pflanze unbedingt einmal vegan leben wollte, schrieb über Startschwierigkeiten und warum sich das Durchhalten doch noch gelohnt hat. Dies ist nun der vierte und letzte Bericht über meinen Selbstversuch, indem ich mein persönliches Fazit ziehen möchte.

Vegan essen geht ganz schön ins Geld

Auch wenn mein Mentor Attila das Gegenteil behauptet: Mir kommt vegan essen ganz schön teuer vor. Das kann natürlich daran liegen, dass ich mir erst einmal einen Grundstock an Zutaten kaufen musste, der ins Geld geht. Nussmuse, Tofu und Bio-Gemüse sind halt doch teurer als mein Otto-Normal-Essen. Gerade Ersatzprodukte wie veganer Käse, Remoulade oder Fleischersatz schlagen richtig zu Buche. Doch nicht nur aus diesem Grund rät Attila Hildmann dazu, auf solche Alternativprodukte zu verzichten und stattdessen zu gesunden Produkten wie Amaranth, Hülsenfrüchten und knackigem Gemüse zu greifen.

Vegan essen – Hilfe, alles steckt voller Hefeextrakt

Denn viele Ersatzprodukte stecken voller (natürlicher) Geschmacksverstärker, Konservierungs- und Farbstoffe. Da bleibt die Frage, ob sie dann noch wirklich gesünder sind als ein unbehandeltes Stück Bio-Fleisch? In Attilas Rezepten kommen solche Alternativprodukte deshalb nicht vor. Die vegane Küche biete auch so genug Abwechslung, sagt der Starkoch. Ich hoffe, davon kann ich mich auch noch überzeugen. Wenn man noch nie vegetarisch oder vegan gelebt hat, erleichtern solche Lebensmittel die Umstellung aber natürlich zunächst erstmal.

Persönliches Fazit: Vegan essen fühlt sich gut an

Ich fühle mich diszipliniert und leicht, da ich mich nicht mit ungesunden Sachen vollstopfe. Das ist auch gar nicht möglich, da zwischendurch snacken vegan nahezu unmöglich ist, da alles viel Vorbereitungszeit und Eigeninitiative braucht. Dieser Punkt allerdings ist ein Manko des Veganismus: Für meinem Geschmack muss ich zu viel Zeit zum Kochen und Vorbereiten aufbringen und ich fühlte mich gerade unterwegs und bei Einladungen sehr eingeschränkt.

Das selbstzubereitete, vegane Essen schmeckt mir allerdings überwiegend erstaunlich gut und die befürchteten Entzugserscheinungen nach Fleisch und Schokolade bleiben aus. Meine Laktoseunverträglichkeit spielt das erste Mal seit Jahren keine Rolle mehr in meinem Alltag – auch das ist ein wunderbares Gefühl. Meine Haut strahlt und, obwohl es gar nicht mein Ziel war, habe ich auch noch fast zwei Kilo an Gewicht verloren.

Ich werde 2-Tages-Veganer

Auch wenn ich jetzt euphorisch bin, glaube ich nicht, dass ich vollends zum Veganer werde. Die Umstellung wäre einfach zu hart. Deshalb habe ich einen Plan gefasst: An zwei Tagen in der Woche möchte ich weiterhin vegan essen. Meinen Fleischkonsum werde ich generell stark einschränken. So möchte ich mich langsam an das Vegan essen für immer herantasten, mir aber auch die Möglichkeiten offen halten, bei einer Einladung zum Brunch, beim Cupcake im Büro oder beim Grillabend mit Freunden auch bei einer nicht-veganen Nascherei zugreifen zu können. Und wie sagt Attila so schön: „Schon ein veganer Tag die Woche ist besser als keiner.“

Leckere vegane Rezepte finden Sie in unserer Rezeptgalerie!

Extra-Hinweis Attila:

Damit man keine Mangelerscheinungen riskiert, rät Attila Hildmann dazu, bei längerfristiger, veganer Ernährung ergänzend Vitamin B 12 einzunehmen. Im Winter empfiehlt es sich, zusätzlich auf Vitamin D-Präparate zurückzugreifen.

Die weiteren Teile meines Selbstversuchs finden Sie hier:

 

(Marina Leunig)

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Auch ich habe vor 2 1/2 Jahren angefangen vegetarisch zu essen. Von Eiern (vom Bio Bauern den ich kenne) und Käse (in Maßen) kann ich halt nicht die Finger lassen. Aber von Fleisch, Fisch und Wurst kann ich nichts mehr sehen, da ekelt es mich geradezu. Milch möchte ich auch nicht mehr trinken, als Ersatz habe ich super guten Kokos Drink der meinem Kaffee den besonderen Kick gibt. Ansonsten denke ich: ich bin froh um jedes nicht-zu-Tode-gemetzeltes-Tier!! Und mit Gemüse und Hülsenfrüchte ist auch noch keiner verhungert!!
 
Nun wie sieht es aus nach anderthalb Jahren mit der 2-Tage-Veganen Ernährung? Ist sie nun schon eine 6-Tage-Vegane Ernährung geworden? Ich finde es sehr hart, von heute auf morgen Veganer zu werden. Hat auch sehr viel mit Disziplin zu tun, wie Sie ja selbst geschrieben haben. Ich versuche mich dieser Ernährungsart immer mehr zu nähern, aber wie auch Ihnen, fallen bestimmte Punkte sehr sehr schwer: - Firmenausflüge - alles für unterwegs und für die Arbeit muss vorbereitet sein (Zeitaufwand / Organisationsaufwand) - Familientreffen (denn noch weiß außer meiner Frau niemand von meinem Vorhanden, ich will mich erklären oder rechtfertigen oder anderen Umstände machen) - Milchersatz für den Kaffee (ich bin da noch auf der Suche) Ein guter Butterersatz, für Brot und Brötchen, ist für mich Avocado. Ist für süßes etwas gewöhnungsbedürftig, aber sonst echt lecker.
 
außer alles obst etc ... selbstmachen: vegane schoki - mmmh lecker!
 
Wenn die einzige Erkenntnis aus diesen Selbstversuch war, dass man durch Veganes Essen strahlenden Haut bekommt, aber sich in vielen Sachen einschränken muss, dann war das wohl alles nix. Auch verstehe ich nicht, dass vegan Essen umständlich und teuer sein soll, denn es gibt auch unabhängig von Attila Hildmann Möglichkeiten sich zu ernähren. Mixed Man muss auch nicht in die Tiefkühltruhe greifen um dort Kartoffel Puffer raus zu holen, sondern kann sie sich auch selber machen: und das dann auch vegan! So wie man sie haben möchte. Auch muss man nicht in einem italienischen Restaurant auf Essen verzichten, sondern kann sich unheimlich viele Sachen, die vegan und lecker sind bestellen (Salat, Pizza Brot). Und was ich überhaupt nicht verstehe, ist, dass es keine veganen snacks gäbe: was ist mit Möhren, Äpfeln u.a. Obst oder Gemüse? Das ist gesund und hundertprozentig vegan! Es muss nicht immer Attila Hildmann sein! Und vor allem keine Fertiggerichte!
 
Ist doch schon ein toller Erfolg, aber alles nicht so einfach. Mehrkosten, ja, mag sein, dass vegan mehr kostet. Oder ist es vielleicht so, dass Fleisch & Co auf Grund Massentierhaltung und -produktion zu günstig sind? Aufwand des Kochens stelle ich mal in Frage. Denke, wenn man allgemein vernünftig einkauft und kocht, dieses die gleiche Zeit in Anspruch nimmt. Ich finde, dass Kochen und Essen mehr Wertigkeit und Zeit verdient hat, ohne dass man dabei Familie, Freunde und Freizeit vernachlässigt. Ich finde es gut, wenn man Schritt für Schritt bewusst einkauft oder veganes Essen als Alternative erkundet. Daraus lernen wir, was letztendlich Nachhaltigkeit bedeutet und man andere mit guten und tollen Rezepten begeistern kann. Als schwierig ist es wirklich außer Haus vegan zu essen. Auch da sollte man keinen überfordern, gegebenenfalls bringt selbst was mit oder macht mal einen selbstgemachten Soja-Dip zum Probieren. Für mich muss Kochen und Essen Appetit und Spaß machen.

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